Wattwil: Drohnenpilot Livio Son rettet 207 Rehkitze vor Mähtod

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Wattwil SG«Es gibt nichts Schöneres»: Livio rettete schon 207 Rehkitze

Früh raus, Drohne starten, Leben retten: Der freiwillige Drohnenpilot Livio Son schützt Rehkitze in Wattwil SG – und bewahrt sie vor dem Mähtod.

Darum gehts

  • Livio Son von der Organisation «Rehkitzrettung Linthgebiet» rettet mit Drohnen Rehkitze vor dem Mähtod.
  • Seit 2020 hat er im Linthgebiet 207 Tiere gesichert.
  • Die Einsätze sind freiwillig und für Bauern kostenlos.
  • Der Mäh-Höhepunkt kommt im Juni – dann sind viele Kitze in Gefahr.

In Wattwil SG ist Livio Son im Morgengrauen mit einer Drohne im Einsatz. Der Drohnenpilot fliegt über Wiesen – auf der Suche nach Rehkitzen, die sich im hohen Gras verstecken. Seit 2020 hat er auf diese Weise bereits 207 Kitze im Linthgebiet vor dem Tod durch Mäher bewahrt.

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Am Donnerstagmorgen konnte Son acht Rehkitze im Wattwiler Schönenberg sichern – darunter sein 200. «Dank des gleichzeitigen Einsatzes von zwei sogenannten ‹Feumern› – grossen Fangnetzen für die Rehkitzrettung – konnten wir alle sichern, selbst die zwei, die nur einen Meter auseinander lagen», schreibt die Organisation Rehkitzrettung Linthgebiet auf Facebook.

«Etwas Gutes tun – und den Sonnenaufgang erleben»

«Ich fliege gern Drohne – und ich liebe Tiere», sagt Son zu 20 Minuten. «Und es gibt nichts Schöneres, als am Morgen etwas Gutes zu tun und dabei den Sonnenaufgang zu erleben.»

Im Mai zählt das Linthgebiet bereits mehrere Einsätze. «Der grosse Peak kommt aber erst», sagt Son zu 20 Minuten. «Anfang bis Mitte Juni wird es intensiv. Da mähen viele Bauern – genau dann brauchen uns die Rehkitze am meisten.»

Freiwillig – und kostenlos für Bauern

«Wir machen das freiwillig. Und es kostet die Bauern nichts, nur einen Anruf oder eine Nachricht», so Son. «Meine Botschaft ist: Meldet euer Feld, bevor ihr mäht. Dann prüfen wir, ob Rehkitze da sind.»

Der Ablauf: Der Bauer meldet das Feld dem zuständigen Jäger, der das Drohnenteam kontaktiert. «Ich selbst darf das Kitz ohne Beisein eines Jägers, oder dessen Einverständnis, nicht anfassen oder zudecken. Dies wäre paradoxerweise ein Verstoss gegen das Tierschutzgesetz», sagt Son.

Das Kitz wird häufig mit einem Feumer gefangen und je nach Jagdrevier im Feld selbst oder am Feldrand mit einer Kiste abgedeckt und für den Bauer sichtbar markiert. Der Bauer mäht um die Kiste herum. Nach dem Mähen wird es freigelassen.

Technik im Einsatz für den Tierschutz

Mit der Wärmebilddrohne erkennen die Retter Kitze über Wärmepunkte im Gras – so lassen sie sich orten, ohne das Feld niederzutrampeln. Zusätzlich nutzen die Retter sogenannte Wildretter: Geräte am Mäher, die ältere Kitze mit einem lauten, schrillen Ton vertreiben sollen, wenn sie vor ihren Rettern davongelaufen sind.

«Davongelaufene Kitze gehen gerne wieder in die Wiese zurück», so der Drohnenpilot. «Vor dem Mäher fliehen sie dann meist nicht mehr, sondern ducken sich – das wird ihnen oft zum Verhängnis.»

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Die Helfer finanzieren ihre Ausrüstung meist selbst. «Manchmal rufen wir zu Spenden auf – zum Beispiel wie jetzt für neue Wildretter», sagt Son. Wer das Projekt unterstützen will, kann das hier tun.

Hast du schon einmal ein Tier in einer hohen Wiese gesehen?

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Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen
GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)
Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00
Tierquälerei:
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Ajla Nurkovic (anu) arbeitete von März 2025 bis August 2025 als Praktikantin in der Redaktion St. Gallen. Sie berichtete über lokale Ereignisse, Nachrichten sowie gesellschaftlich relevante Themen.

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