Verband reagiertEines der grössten Schweizer Talente entscheidet sich gegen Nati
Eman Kospo kehrt der Nati den Rücken – und debütiert bald im bosnischen A-Team. Der Schweizerische Fussballverband findet den Entscheid «bedauerlich».
Darum gehts
- Eman Kospo entscheidet sich, für das bosnische Nationalteam zu spielen statt für die Schweiz.
- Der 18-Jährige gilt als eines der grössten Schweizer Abwehrtalente und spielt bei ACF Fiorentina.
- Kospo hat seine Entscheidung auf Instagram bekannt gegeben und sich bei der Schweiz bedankt.
Jetzt ist es fix. Eman Kospo entscheidet sich gegen die Schweiz und läuft fortan für Bosnien auf. Der 18-Jährige zählte zu den grössten Schweizer Abwehrtalenten und steht seit diesem Sommer bis 2030 bei der ACF Fiorentina unter Vertrag. 2023 war er in die Nachwuchsabteilung des FC Barcelona gewechselt und hatte teils mit den grossen Stars trainiert.
Seinen Entscheid verkündete er auf Instagram. «Liebe Schweizer und liebe Schweizerinnen», beginnt er auf Insta auf Schweizerdeutsch seine emotionalen Worte. «Ich bedanke mich herzlich für alles! Ich habe für die U-15 hier meine ersten Spiele für das Land bestritten und seit dem ersten Tag habe ich immer alles gegeben, gekämpft und vor allem genossen.»
Eman Kospo steht bereits im A-Kader
Und weiter: «Ich habe mich dazu entschieden, einen anderen Weg für mich zu nehmen.» Kospo sprach von einem «persönlich schwierigen» Entscheid und dass er sich für alles bedanke. Die Nachricht beendete er mit einem Herzchen-Smiley und einem Emoji der Schweizer Flagge.
Bisher lief er für die Nati von der U-15 bis U-18 auf. Der Schweizerische Fussballverband meinte am Wochenende noch gegenüber blue Sport: «U-19-Nationaltrainer Ilija Borenovic steht in regelmässigem Kontakt mit Eman Kospo und zählt auf ihn als wichtigen Spieler in der EM-Qualifikation im Herbst. Wir haben bis heute nie ein Signal des Spielers erhalten, dass ein Nationenwechsel im Raum stehen könnte.»
«Der Nationenwechsel ist bedauerlich»
Nun teilt der SFV auf Anfrage von 20 Minuten mit: «Der Nationenwechsel ist bedauerlich, denn wir haben in die Ausbildung des Spielers investiert, er war fester Bestandteil unserer Junioren-Nationalteams. Aber wir wollen Spieler, die sich zu hundert Prozent mit unserem Land und unserer Nati identifizieren.»
Interessant: Für die anstehenden Länderspiele steht Eman Kospo bereits im A-Kader des bosnischen Nationalteams. Eine Anfrage bei Kospo ist hängig.
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Nils Hänggi (nih) ist seit 2019 bei 20 Minuten. Er ist Sportredaktor und Teil des Social Responsibility Boards. Er schreibt oft übers Thema Fussball.
