Nati-Fanblock: Superfan warnt vor Gewalt und Becherwürfen bei Spielen

Aktualisiert

WM-Qualifikation«Scharmützel» im Nati-Fanblock sorgen für grossen Unmut

Immer mehr junge Anhänger begleiten die Nati und verhalten sich bei den Schweizer Spielen wie gewisse Fans im Clubfussball. Für Superfan Marcel Rohner eine gefährliche Entwicklung.

«Störgeräusche»: Nati-Fan-Botschafter Marcel Rohner mahnt in Ljubljana vor einer gefährlichen Entwicklung.20min / Sebastian Rieder

Darum gehts

  • Im Nati-Fanblock kommt es zu «Scharmützeln».
  • Superfan Marcel Rohner beobachtet vermehrt Becherwürfe.
  • Junge Fans aus dem Clubfussball bringen gewalttätiges Verhalten mit.
  • Rohner will den Familiensektor hinter dem Tor schützen.

Marcel Rohner hat in den vergangenen 30 Jahren kaum ein Spiel der Nati verpasst. Der 55-Jährige aus Sankt Gallenkappel ist auch während der aktuellen WM-Qualifikation ein treuer Begleiter und war zusammen mit über 1'800 Fans in Stockholm beim 2:0-Sieg über Schweden dabei.

Der Triumph wurde allerdings getrübt von Becherwürfen, die im Schweizer Sektor in letzter Zeit vermehrt Einzug halten, sagt Rohner. «Das klingt vielleicht harmlos, aber ein gefüllter Becher aus Hartplastik tut richtig weh und kann auch zu Verletzungen führen.»

Hemmungslosigkeit in einem kleinen Kreis

Auch vor dem Spiel wurde ein Anhänger in einem von Schweizern besetzten Pub in der Innenstadt von Stockholm von den eigenen Fans mit Bechern und Gegenständen beworfen, als 20 Minuten den Puls fühlen wollte und mit ihm ein Interview machte.

Ausgelassene Atmosphäre in Stockholm: So stimmten sich die Schweizer Fans auf das Schweden-Spiel ein.20min/Sebastian Rieder

In der Rolle als Fan-Botschafter beobachtet Rohner schon länger eine gewisse Hemmungslosigkeit in einem kleinen Kreis, der immer grösser wird. «Es gibt immer mehr gewaltbereite junge Fans aus dem Clubfussball, die nun zur Nati kommen und denken, dass sie sich hier gleich benehmen können.»

Marcel Rohner: «Wir kämpfen dezidiert dagegen»

Als Beauftragter des Vereins «Freunde der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft» will Rohner «diese Scharmützel» so rasch wie möglich im Keim ersticken. «Wir kämpfen dezidiert dagegen an. Wir wollen auch hinter dem Tor ein Familiensektor bleiben.»

Natürlich ist Rohner auch ein Freund der Emotionen – und in der Ekstase eines Tores dürfe es auch mal einen Spritzer Bier auf dem Shirt vertragen, aber Gewalt sei ein No-Go. «99 Prozent der Fans sind friedlich und konzentrieren sich auf den Fussball – und das soll in Zukunft so bleiben.»

Was ist für dich das Wichtigste, wenn du ein Fussballspiel live im Stadion erlebst?

Folgst du schon 20 Minuten auf Whatsapp?

Eine Newsübersicht am Morgen und zum Feierabend, überraschende Storys und Breaking News: Abonniere den Whatsapp-Kanal von 20 Minuten und du bekommst regelmässige Updates mit unseren besten Storys direkt auf dein Handy.

Sebastian Rieder (sri), arbeitet seit 2024 für 20 Minuten als Stv. Leiter Sport. Der Generalist hat stets die besten Schweizer Fussballer im Fokus und begleitet die Nati als Reporter und Videojournalist.

Deine Meinung zählt

177
22
17
Merken
22 Kommentare