Louvre: So wertvoll ist die Millionenbeute der Schmuckräuber

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Aktualisiert

ParisDas ist die millionenschwere Beute der Louvre-Diebe

Die Unbekannten, die am Sonntag in den Louvre eindrangen, hatten die Apollo-Galerie im Visier. Ihre Beute kommt aus napoleonischer Zeit und ist Millionen wert.

Darum gehts

  • Diebe haben am Sonntag die Galerie d'Apollon im Louvre heimgesucht.
  • Sie stahlen neun Schmuckstücke «von unschätzbarem Wert» aus zwei Vitrinen.
  • Unter anderem erbeuteten sie eine Krone, die beschädigt wiedergefunden wurde

Die Diebe hatten ihren Coup genau geplant und sich im Louvre ein besonders lohnenswertes Ziel ausgesucht: Die Galerie d'Apollon im ersten Stock, die einige besonders wertvolle Exponate beherbergt. So erstaunt es nicht, dass die Beute von Innenminister Laurent Nuñez als «von unschätzbarem Wert» bezeichnet wird. Die Täter sollen sich auf zwei Vitrinen konzentriert haben.

Neun Schmuckstücke gestohlen

Die Diebe entwendeten insgesamt neun Schmuckstücke aus der Sammlung von Napoleon und der Kaiserin. Bisher bekannt ist, dass sich darunter eine Halskette, eine Brosche, Ohrringe und ein Diadem befanden. Genannt wurden auch zwei Kronen – eine davon die der Kaiserin Eugénie, die nach der Tat zerbrochen aufgefunden wurde. Auch ein zweites Raubobjekt wurde wiedergefunden, welches ist bislang nicht bekannt.

«Schwierig, sie weiterzuverkaufen»

Cyrill Koller, Geschäftsleiter bei Koller Auktionen, sagt auf Anfrage, dass das Diebesgut schwierig zu verkaufen sein wird, ohne erkannt zu werden, da es sich um sehr berühmte Stücke handelt. «In der Vergangenheit haben Diebe bei Diebstählen berühmter Juwelen diese oft zerlegt, die einzelnen Juwelen verkauft und die Edelmetalle eingeschmolzen.»
Besonders über herkömmliche Auktionshäuser könnte der Weiterverkauf praktisch unmöglich sein. «Wir überprüfen die Identität jedes Verkäufers in unseren Auktionen und verlangen eine vollständige Herkunftsangabe der verkauften Gegenstände sowie eine unterschriebene Erklärung, dass sie über einen eindeutigen Eigentumsanspruch an den von ihnen angebotenen Werken verfügen», so Koller.
Die anschliessende Auktion sei öffentlich und transparent, sodass alle von uns verkauften Artikel jeder Behörde oder Privatperson, die das Eigentumsrecht anfechten möchte, zur Verfügung stehen. «Und schliesslich wird jedes Kunstwerk, jeder Schmuck und jede Uhr mit einem Wert von 2'500 CHF oder mehr vom Art Loss Register, der weltweit grössten unabhängigen Datenbank für verlorene und gestohlene Kunstwerke, überprüft.»

Französische Kronjuwelen im Louvre

Neben der prächtigen Ausstattung des Raumes selbst sind die verbliebenen Stücke der französischen Kronjuwelen die Hauptattraktionen der Galerie. 1887 verkaufte die Dritte Französische Republik die meisten Kronjuwelen, um Befürchtungen vor einem royalistischen Staatsstreich zu zerstreuen. Nur Juwelen von historischer Bedeutung wurden davon ausgenommen. Im selben Jahr wurden die 23 verbliebenen Schmuckstücke in der Galerie d'Apollon ausgestellt und zusammen mit anderen wertvollen Objekten aus den Sammlungen des Louvre in Vitrinen präsentiert. Weitere Vitrinen kamen 1985 und 2020 hinzu.

Zu den bedeutendsten Stücken gehören Kronen, die für Ludwig XV. und Napoleon angefertigt wurden. Auch der Hortensia-Diamant, ein orange-rosa Diamant mit 20 Karat, der von Ludwig XIV. gekauft worden war, und der Regent-Diamant mit 140 Karat, der weithin als einer der reinsten Diamanten gilt, die jemals geschaffen wurden, sind dort ausgestellt. Ebenso der Sancy, ein hellgelber Diamant mit 55 Karat, der früher Teil der Kronjuwelen des Vereinigten Königreichs war.

So sieht es in der Galerie d'Apollon aus.Musée du Louvre

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Felix Traber (trx) ist seit 2003 in verschiedensten Funktionen auf der Redaktion tätig. Derzeit arbeitet er am Newsdesk. Besonders interessieren ihn Kriminalfälle und die Welt der Wissenschaften.

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