Aktien und Gold: So investierst du 2026 erfolgreich

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Tipps vom Anlage-ExpertenAktien, Gold, Immobilien: Was Anleger 2026 beachten sollten

Die US-Zölle bremsen das weltweite Wirtschaftswachstum. Bei Schweizer Aktien lockt aber eine Dividenden-Rekordausschüttung.

Darum gehts

  • Aktien dürften 2026 nicht mehr so stark zulegen wie im letzten Jahr.
  • Realistisch ist laut Raiffeisen-Experte Matthias Geissbühler ein Wachstum von fünf Prozent.
  • Für attraktiv hält er Aktien von Schweizer Unternehmen.

Anleger konnten 2025 feiern. Der Kurs von Edelmetallen wie Gold und Silber stieg fulminant und auch die meisten Aktienmärkte legten deutlich zu. Nur der Bitcoin enttäuschte.

Was bringt das neue Jahr? Raiffeisen-Schweiz-Anlagechef Matthias Geissbühler gab an einer Pressekonferenz eine Prognose ab.

Weltwirtschaft

Die geopolitische Lage bleibt laut Geissbühler angespannt: US-Präsident Donald Trump setze den Freihandel mit seiner Zoll- und Handelspolitik unter Druck. Die Folgen: ein weltweit schwächeres Wirtschaftswachstum und steigende Preise.

Zwar steigern viele Länder ihre Ausgaben, etwa fürs Militär oder die Infrastruktur. Zudem stellt Trump in Aussicht, Geld an die Bevölkerung zu verteilen, um zu verhindern, dass seine republikanische Partei wegen der schwächelnden Wirtschaft bei den nächsten Wahlen abgestraft wird. Doch solche Massnahmen bräuchten Zeit, bis sie sich auf die Konjunktur auswirkten.

Deshalb prognostiziert Geissbühler, dass die Weltwirtschaft auch in diesem Jahr unter ihrem Potenzial wächst. «Insbesondere die Dynamik in der Industrie bleibt schwach.»

Zinsen

In den USA dürften die Leitzinsen unverändert bleiben. Der Handlungsspielraum der US-Notenbank sei wegen der hohen Inflation limitiert.

Auch in der Schweiz rechnet Geissbühler mit einem unveränderten Leitzins. Die Nationalbank dürfte am Nullzinsumfeld festhalten. Davon profitieren Kreditnehmer, etwa bei der Hypothek. Sparerinnen und Sparer haben aber das Nachsehen. Unter Berücksichtigung der Inflation resultiere ein negativer Realzins auf dem Konto.

Aktien

Das anhaltende Tiefzinsumfeld spreche für Sachwerte wie Aktien, so Geissbühler. Allerdings seien die Bewertungen vieler Aktien bereits hoch. Sie seien in den letzten Jahren deutlich stärker gestiegen als die entsprechenden Unternehmensgewinne.

Das Kurswachstum dürfte nicht mehr so hoch sein wie in den vergangenen Jahren. Realistisch seien fünf Prozent. Enttäuschungspotenzial sieht Geissbühler im Technologiesektor, insbesondere bei auf künstliche Intelligenz ausgerichteten Unternehmen. Diese legten zuletzt besonders stark an der Börse zu. Wegen der hohen Bewertungen und hoher Investitionen in Rechenzentren sei Vorsicht geboten.

Wie blickst du auf die wirtschaftliche Entwicklung der nächsten Jahre?

Für attraktiv hält Geissbühler den Schweizer Aktienmarkt. Aussichtsreich sei speziell der Gesundheitssektor. Pharma- und Med-Tech-Unternehmen profitierten von der älter werdenden Bevölkerung und seien vergleichsweise günstig bewertet. Sollte es zum Ende des Ukraine-Kriegs kommen, könnten ausserdem Hersteller von Baustoffen durch den Infrastrukturaufbau in dem Land profitieren.

Für dieses Jahr rechnet Geissbühler ausserdem mit einer Rekordausschüttung bei den Dividenden bei Schweizer Unternehmen. Die durchschnittliche Dividendenrendite im Swiss Performance Index liege bei drei Prozent. Dividendenperlen seien klassischerweise Versicherungsunternehmen.

Immobilien

Vom Tiefzinsumfeld profitiere auch der Immobilienmarkt. Zudem spreche das geringe Angebot weiterhin für moderat steigende Angebotsmieten und Immobilienpreise. Bei Schweizer Immobilienfonds komme eine Ausschüttungsrendite von rund zwei Prozent hinzu.

Gold

Auch Gold sollte – trotz fulminanter Performance im vergangenen Jahr – weiterhin Teil eines Portfolios bleiben. «Rasant steigende Schuldenberge, ein schwacher US-Dollar, geopolitische Unsicherheiten sowie eine hohe Nachfrage sprechen für weiter steigende Goldpreise», sagt Geissbühler.

Kryptowährungen wie Bitcoin berücksichtigt Raiffeisen in der Vermögensverwaltung übrigens nicht. Das bleibt laut Geissbühler auch in Zukunft so, unter anderem wegen der hohen Schwankungen.

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Fabian Pöschl (fpo) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Verantwortlicher Wirtschaftsnews im Ressort News, Wirtschaft & Videoreportagen.

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