Liestaler Stadtrat prüft Absage des «Chienbäse» nach Tragödie in Crans-Montana

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ChienbäseNach Crans-Montana: Wird Liestaler Feuerspektakel abgesagt?

Der Liestaler Stadtrat diskutiert aktuell über die Absage des traditionellen Chienbäse, bei dem Feuerwagen durch den Baselbieter Hauptort ziehen.

Darum gehts

  • Der Liestaler Stadtrat prüft eine Absage des Chienbäse.
  • Grund ist die Brandtragödie in Crans-Montana mit vielen Toten.
  • Der traditionelle Fasnachts-Feuerbrauch steht wegen Pietät infrage.
  • Der Stadtrat will auch den Verein und die Bevölkerung befragen.

Es ist Teil der Fasnachtstradition: In Liestal findet zu Beginn der Fasnacht der sogenannte Chienbäse statt, bei dem brennende Besen und Wagen zum Einsatz kommen. Doch nach der Tragödie in Crans-Montana, bei der mindestens 40 Menschen bei einem Feuer ums Leben kamen, steht dieser Brauch nun auf der Kippe, wie SRF berichtet.

Beim Chienbäse wird Feuer auf Wägen und Feuerlanzen durch die Liestaler Innenstadt gebracht, um den Winter auszutreiben. Dies läutet in Liestal die Fasnacht ein – in diesem Jahr am 22. Februar.

Unter anderem macht sich der Stadtrat Sorgen, ob es angebracht ist, eine solche Feuertradition nach einer Brandkatastrophe durchzuführen. Jetzt möchte der Stadtrat noch diskutieren und den Chienbäse-Verein anfragen.

Pietät an oberster Stelle

«Der Chienbäse ist in Liestal eigentlich das Highlight des Jahres, zumindest für mich auf jeden Fall», so Stadträtin Pascale Meschberger (SP). «Aber da wir in der Schweiz gerade eine so grosse Katastrophe  im Zusammenhang mit Feuer erlebt haben, stelle ich mir schon die Frage, ob es sich gehört, einen solchen Anlass durchzuführen.»

Die Frage, ob der Anlass wirklich abgesagt wird, könne die Stadträtin noch nicht beantworten: Der Chienbäse findet draussen statt und bis jetzt ist es noch nicht zu grösseren Zwischenfällen gekommen.

«Wir hatten bis jetzt immer grosses Glück, es ist noch nie etwas passiert», sagt Meschberger. «Aber falls doch mal etwas passiert, sind unsere Spitäler ohnehin schon überlastet und wir wollen sie nicht noch zusätzlich belasten.»

Stadtrat entscheidet nicht allein

Der Stadtrat müsse nun erst einmal über die potenzielle Absage diskutieren. «Es liegt auch nicht nur am Stadtrat allein. Wir müssen auch mit dem Verein diskutieren, wie wir vorgehen wollen.»

Liestal will auch wissen, wie sich die Bevölkerung damit fühlt: «Die Bevölkerung hat durchaus auch ein Wort mitzureden, ob man so etwas durchführen darf oder ob man sagt: So tragisch wie die Katastrophe im Wallis war, mit dem Brauch hat es nichts zu tun.»

Jetzt wolle der Stadtrat in den nächsten Wochen bei der Liestaler Bevölkerung herausspüren, ob der Brauch dieses Jahr ausnahmsweise abgesagt wird.

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Finnya Kavita (kav) seit 2025 Praktikantin im Ressort Basel. Nach der Schule arbeitete Finnya in der Werbe- und Modebranche im Bereich Social Media. Sie freut sich darauf, Artikel zu schreiben, die begeistern, informieren und für alle verständlich sind.

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