17.09.2026
Do 09:37
Darum gehts
Für die norwegische Königsfamilie ist der Prozess gegen Marius Borg Høiby (29) der grösste Skandal in jüngerer Zeit. Gewalt, Drogen und schwere Sexualdelikte – die Vorwürfe gegen den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) sind heftig und bestimmen seit dem Sommer 2024 die Schlagzeilen. Kurz vor Prozessbeginn wurde er wegen neuer Taten bereits zu vier Wochen Untersuchungshaft verurteilt.
In diesen Punkten wurde Marius Borg Høiby angeklagt
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17.09.2026
Do 09:37
06.09.2026
So 06:11
Als der Sarg des verstorbenen Königs Harald V. vor wenigen Tagen während einer feierlichen Zeremonie durch die Säle des norwegischen Königsschlosses getragen wurde, erregte vor allem eines Aufsehen. Neben dem Sarg ging, gemeinsam mit den Kindern und Enkeln des Monarchen, mit starrem Blick Marius Borg Høiby. Der Sohn der neuen Königin Mette-Marit – im Juni wegen zweier Vergewaltigungen nach norwegischem Recht zu vier Jahren Haft verurteilt.
Trotz Urteil weiter Teil der Familie
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Høiby beabsichtigt, es anzufechten. Aber das Signal ist klar und stark: Der Stiefsohn des neuen Königs Haakon VIII. gehört zum engsten Kreis der Familie – auch wenn er in nicht allzu ferner Zukunft ins Gefängnis wandern könnte. Die Zeremonie war eigentlich privat, doch das Königshaus entschied sich dazu, sie im Fernsehen übertragen zu lassen – und liess damit alle Welt zusehen.
Eigentlich sitzt Høiby derzeit mit elektronischer Fussfessel im Hausarrest auf Gut Skaugum, dem bisherigen Zuhause der neuen norwegischen Königsfamilie. Für die Sargprozession bekam der 29-Jährige Ausgang. Öffentlich darüber gesprochen hat bislang kein Mitglied der Königsfamilie. Auch beim Begräbnis des norwegischen Monarchen an diesem Mittwoch darf Høiby dabei sein.
Kritik kommt vor allem aus dem Ausland
Entrüstung rief der Auftritt des tief gefallenen Høiby fast ausschliesslich im Ausland hervor. Die Ehrfurcht vor und die Trauer um König Harald V. lassen in diesen Tagen in norwegischen Medien kaum eine kritische Meinung zu. Die dänische Boulevardzeitung «Ekstra Bladet» schrieb dagegen von einem «erschütternden» Signal. Høibys Opfer seien dem norwegischen Königshaus offensichtlich egal, findet die Königshaus-Korrespondentin des Blatts: «Tatsächlich entscheidet man sich dafür, ihn für seine Straftaten zu belohnen, indem man ihm einen prominenten Platz am Sarg von König Harald einräumt. Das schreit doch zum Himmel.»
In Norwegen haben viele Menschen Verständnis für den Umgang mit dem Sohn der neuen Königin: Schliesslich ist Høiby, den Mette-Marit in die Ehe mit Haakon brachte, von Kindesbeinen an ein Teil der Königsfamilie. König Harald V., so heisst es, habe ihn wie seinen leiblichen Enkel behandelt. Kurz vor dessen Tod durfte sich der 29-Jährige von seinem Ziehopa im Krankenhaus verabschieden. Høibys Ankunft und Abfahrt wurden mit etlichen Fotos dokumentiert. (DPA)
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