Marius Borg Høiby am 16. Verhandlungstag: Beziehung zu Nora

Livetickeraktualisiert vor 23 Minuten

Prozess in Oslo
«Marius ist einer der kränksten Menschen, die ich je traf»

Der Sohn der norwegischen Kronprinzessin steht in Oslo vor Gericht. Mehrere Frauen werfen ihm unter anderem Vergewaltigung vor. Im Ticker bist du immer auf dem neusten Stand.

Darum gehts

  • Marius Borg Høiby, Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit, muss sich vor Gericht verteidigen.
  • Mehrere Frauen werfen ihm unter anderem Vergewaltigung vor.
  • Der Norweger sagt im Prozess selbst aus.

Für die norwegische Königsfamilie ist der Prozess gegen Marius Borg Høiby (29) der grösste Skandal in jüngerer Zeit. Gewalt, Drogen und schwere Sexualdelikte – die Vorwürfe gegen den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) sind heftig und bestimmen seit dem Sommer 2024 die Schlagzeilen. Kurz vor Prozessbeginn wurde er wegen neuer Taten bereits zu vier Wochen Untersuchungshaft verurteilt.

In diesen Punkten wird Marius Borg Høiby angeklagt

20 Min

Deine Meinung zählt

02.03.2026

Mo 12:06

Gericht zeigt Marius' Drohungen via SMS

Rund 800 Seiten an Textnachrichten zwischen Marius und Nora hat das Gericht gesammelt. Da es sich jedoch um private Nachrichten handelt, die nie für die Öffentlichkeit bestimmt waren, verzichten Newsportale wie «VG» mehrheitlich darauf, daraus zu zitieren. In den Nachrichte beschimpfe Marius Nora mehrfach als Hure und werfe ihr vor, mit anderen zu flirten. Mehrmals drohte er ihr, die Beziehung zu beenden.
Dann unterbricht der Richter die Verhandlung für eine Mittagspause bis um 12.45 Uhr.

02.03.2026

Mo 11:35

Nachbarin: «Nebenan gehts drunter und drüber»

Die Nachbarin von Nora betritt den Zeugenstand und erinnert sich, dass Nora an Marius Seite erst glücklich wirkte: «Ich hatte den Eindruck, dass sie sehr verliebt waren. Sie verbrachten eine schöne Zeit zusammen.» Am Anfang ihrer Nachbarschaft hätte sie sich oft mit Nora unterhalten, mit der Zeit habe Nora sich jedoch immer mehr zurückgezogen. Sehr früh habe sie ihrer Nachbarin gesagt, dass Marius «einer der kränksten Menschen ist, den sie je getroffen hat».
Eines Tages schrieb der Mann der Zeugin seiner Partnerin eine Nachricht: «‹Nebenan gehts drunter und drüber.› Er überlegte, ob er rübergehen und die Polizei rufen sollte. Er dachte, es wäre ein richtiger Kampf», sagt die Zeugin. Am nächsten Tag habe Nora eine grosse Sonnenbrille getragen. «Ich sah, dass Nora viel geweint hatte. Sie war nicht sie selbst. Sie hatte auch einen blauen Fleck; ich frage mich, ob er auf ihrer Stirn oder über ihrem Auge war. Es war zwar kein Hackbraten, aber es war eindeutig eine Verletzung.Ich wollte ihr irgendwie helfen. Aber sie sagte: ‹Mir geht es gut, es gibt nichts zu besprechen.›»

02.03.2026

Mo 11:04

Zeugin erzählt vom Treffen ihres Weinclubs

Nora Haukland und die Zeugin sind beide Mitglieder in einem Weinclub. Dabei treffen sie sich häufig mit Freundinnen und Freunden, probieren neue Weine und plaudern. An einem Abend habe Nora jedoch auffallend niedergeschlagen gewirkt, ihr Haar sei zerzaust gewesen.
Marius soll Nora Haukland gewürgt und manipuliert haben.
Marius soll Nora Haukland gewürgt und manipuliert haben.IMAGO/NTB
«Sie sagte ganz leise – ich glaube, sie war etwas verlegen, wollte keine grosse Sache daraus machen. Sie sagte, Marius hätte sie dort, wo sie herkamen, gewürgt. Ich versuchte, sie zum Reden zu bringen. Sie schien etwas Angst zu haben, zu viel preiszugeben», erzählt die Zeugin. Sie beschreibt Marius als «manipulativ», «krankhaft eifersüchtig» und «kontrollierend». «Ich hatte das Gefühl, er wollte Nora das Gefühl geben, verrückt zu sein, dass sie im Unrecht war, dass sie die Böse war, dass sie diejenige war, die die Königsfamilie in ein schlechtes Licht rückte, und dass sie eine Hure war.»
Die Monarchie in Norwegen hängt massgeblich vom beliebten König Harald V. ab. Anti-Monarchisten prophezeihen, dass das Königshaus untergeht, sobald der 89-Jährige abdankt.

02.03.2026

Mo 10:51

«Verdammte Schl**pe! Du kommst mit!»

Am Montagmorgen beginnt der Prozesstag mit einer Aussage einer Zeugin. «Ich kenne Nora sehr gut. Sie ist eine sehr enge Freundin von mir. Wir sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Marius kenne ich nicht so gut. Wir haben uns durch Nora bei einigen Treffen kennengelernt», erklärt sie. Je länger Nora mit Marius zusammengewesen sei, desto mehr habe sie sich zurückgezogen.
Später begleitete Marius die beiden und einige weitere Freunde ans Palmesus-Festival. «Als wir auf der Treppe zum VIP-Bereich standen, klickte Marius plötzlich auf sein Handy rum, nahm es und knallte es mit voller Wucht gegen das Eisengeländer. Es knallte richtig laut. Dann schrie er Nora an: ‹Verdammte Schl**pe!› und packte sie am Arm: ‹Du kommst mit!›» Die Zeugin wollte ihre Freundin schützen. «Ich hatte Angst. Er ist ein erwachsener Mann, der in der Öffentlichkeit auffällt. Wenn er schon in der Öffentlichkeit so mit Nora redet, muss es erst recht unangenehm gewesen sein, wenn die beiden allein waren.» Für die Zeugin sei es undenkbar, jemanden als «Hure» zu beschimpfen, den man liebt.

02.03.2026

Mo 09:25

Gerichtsverhandlung ausnahmsweise auch am Montag

Eigentlich pausiert der Marius-Prozess jeweils am Montag. Heute findet jedoch ein ausserordentlicher Verhandlungstag statt, weil das Gericht Verpasstes von letzter Woche nachholen muss.
Heute stehen vor allem SMS-Nachrichten zwischen dem 29-Jährigen und seiner Ex-Freundin Nora Haukland im Fokus. 30 bis 40 Mal pro Tag habe er sich bei ihr gemeldet und sie dabei massiv beleidigt. «Ich weiss nicht, was sein Ziel war. Er hatte Panik. Er fand es ätzend. Er hatte Angst. Das müssen Sie ihn selbst fragen. Aber ja, man kann es wohl kontrollierend nennen. Sie durfte diese Bilder ja nicht veröffentlichen», erzählte die Influencerin Anniken Jørgensen.
Als Marius während ihrer Aussage das Wort ergriff und ihr vorwarf, über das aktuelle Verhältnis der beiden zu lügen, eskalierte die Situation kurzzeitig. Der Richter beendete daraufhin die Befragung abrupt, um die Konfrontation zwischen Marius und der Zeugin zu verhindern.
Marius hat die Zeuginnenbefragung am Freitag gestört. Nun tagt das Gericht ausserordentlich auch heute Montag.
Marius hat die Zeuginnenbefragung am Freitag gestört. Nun tagt das Gericht ausserordentlich auch heute Montag.AFP

27.02.2026

Fr 16:29

So verlief Tag 16 im Prozess

Der 16. Verhandlungstag begann mit einer deutlich ruhigeren Atmosphäre als in den Tagen zuvor – und endete mit schweren Vorwürfen, emotionalen Aussagen und scharfen Wortgefechten.
Den Auftakt machte der Journalist Danby Choi, enger Freund beider Parteien. Er beschrieb im Zeugenstand den Beginn der Beziehung als harmonisch und «sehr verliebt». Gleichzeitig zeichnete er das Bild einer «dramatischen» und emotional extrem aufgeladenen Beziehung.
Danby Choi war einer der Zeugen. Er ist sowohl mit Marius als auch mit Nora befreundet.
Danby Choi war einer der Zeugen. Er ist sowohl mit Marius als auch mit Nora befreundet.IMAGO/NTB
Zur zentralen Subjekt-Episode, bei der es um ein Gerangel um ein Handy ging, sagte Choi klar: «Ich habe keine Schläge gesehen. Ich habe keine Gewalt gesehen – abgesehen davon, wie es aussieht, wenn zwei Menschen um ein Handy kämpfen.» Er beschrieb Marius als «emotional», «leicht zu lesen» und «leicht zu manipulieren». Manipulation im klassischen Sinn wollte er darin jedoch nicht sehen: «Er war nicht manipulativ, er war hoffnungslos verliebt.»

«Marius führte sich auf wie ein konservatier Muslim.»

Danby Choi, Zeuge
Gleichzeitig kritisierte Choi dessen Kontrollverhalten deutlich: «Jetzt bist du schlichtweg kontrollierend», habe er Marius gesagt. Er verglich sein Verhalten mit dem eines «konservativen Muslims», der seine Partnerin kontrollieren wolle – eine drastische Formulierung.
Auch zur Machtbalance äusserte er sich überraschend: Nora sei in der Beziehung «moralisch und psychisch überlegen» gewesen. Teilweise habe er «Mitleid mit Marius» gehabt.

Mutter von Nora: «Ich erkannte meine Tochter kaum wieder»

Danach sagten Noras Mutter und Stiefvater aus. Beide schilderten zunächst den positiven ersten Eindruck von Marius.
«Ich habe mich schnell in ihn verliebt», sagte die Mutter. Doch später habe sich Nora stark verändert: «Still, bedrückt, nicht mehr glücklich.» Nach der Trennung habe sie von Gewalt berichtet: «Sie sagte, dass er sie geschlagen habe.»
Der Stiefvater berichtete von Schäden in Wohnungen – eingeschlagene Türen, zerbrochene Gegenstände. Høiby kommentierte einzelne Punkte direkt im Saal und wies zumindest einen Vorfall zurück.

Freundin: «Es war schockierend hart»

Eine Freundin Noras schilderte eine Szene in einer Küche: Nora habe Marius auf Drogen überprüft, indem sie ihm einen Finger in die Nase steckte. Seine Reaktion habe sie als «schockierend hart» erlebt. Unter Tränen sagte sie: «Es war schmerzhaft, Zeugin davon zu sein.» Sie bestätigte jedoch auch, dass sie keine gezielte Strangulation gesehen habe.

Anniken Jørgensen: «Sie war kaputt»

Influencerin Anniken Jørgensen beschrieb Nora am Ende der Beziehung als «kaputt, völlig zerstört». Sie sagte, sie habe Nora «ziemlich hart unter Druck gesetzt», endlich zu sprechen. «Jetzt musst du erzählen, was dir passiert ist», habe sie ihr gesagt.
Gleichzeitig räumte sie ein, selbst keine körperliche Gewalt von Marius miterlebt zu haben. Als Marius während ihrer Aussage das Wort ergriff und ihr vorwarf, über das aktuelle Verhältnis der beiden zu lügen, eskalierte die Situation kurzzeitig. Der Richter beendete daraufhin die Befragung abrupt, um die Konfrontation zwischen Marius und der Zeugin zu verhindern.

Letzte Zeugin und Chatverläufe

Die Regisseurin Mari Borander schilderte die Beziehung während der Dreharbeiten als «nach aussen unauffällig». Sie habe nichts bemerkt, was auf Gewalt hingedeutet habe. Allerdings habe Nora sich mehrfach zurückgezogen und geweint. Sie habe von Problemen in der Beziehung gesprochen – aber nicht von konkreter Gewalt.
Zum Abschluss des Tages wurde die gesicherte Kommunikation zwischen Marius und Nora offiziell in den Prozess eingeführt. Die Polizeibeamtin Mina Bankerud las Chatverläufe vor.

27.02.2026

Fr 14:50

Letzte Zeugin ist durch – nun werden Chatverläufe vorgelesen

Die Zeugin führt weiter aus, dass sie mit Nora Gespräche über ihre Beziehung geführt hat. «Sie zog sich von den anderen zurück und ging auf ihr Zimmer. Ich folgte ihr. Sie weinte, und wir sprachen am Ende ziemlich lange darüber, dass es ihr in der Beziehung mit Marius nicht gut ging.» Allerdings bestätigt sie auf Nachfrage, dass ihr Nora von keinem Vorfall erzählt habe, in dem Marius gewalttätig wurde.
Borander erzählt, dass Marius' Kontrollverhalten Noras berufliche Identität als Influencerin massiv einschränkte. «Sie erwähnte, dass er auf Bikinibilder und Dinge, die sie gepostet hatte, reagierte. Sie drückte aus, dass das problematisch für sie sei – dass er nicht wollte, dass sie solche Fotos veröffentlicht.»
Damit beendet die letzte Zeugin des heutigen Prozesstages ihre Aussage. Als Nächstes wird die Polizeibeamtin Mina Bankerud die sichergestellte Kommunikation zwischen Marius Borg Høiby und Nora Haukland offiziell in den Prozess einführen, indem sie Chatverläufe vorliest.

27.02.2026

Fr 14:34

Regisseurin von «Girls of Oslo»: «Die Beziehung wirkte nach aussen hin unauffällig»

Nachdem abrupten Ende der Befragung von Anniken Jørgensen, wird die nächste Person in den Zeugenstand gebeten. Es handelt sich um Mari Borander, die Regisseurin der Reality-Serie «Girls of Oslo».
Borander schildert ein Treffen im Haus des Paares, bei dem Marius überraschend anwesend war, obwohl er offiziell nicht an der Serie teilnehmen wollte. «Er wollte wissen, woran Nora teilnahm. Ich glaube, ich dachte meistens, dass es ihm darum ging, wie er selbst in Relation zu ihr dargestellt wird. Er hatte offensichtlich viel Erfahrung mit der Presse und war sehr deutlich darin, dass er nicht im Fokus stehen wollte.»
Trotz der später bekannt gewordenen Vorwürfe gibt die Regissuerin an, dass die Beziehung während der Dreharbeiten von April bis August 2023 nach aussen hin zunächst unauffällig wirkte. «Es war nichts, worauf ich reagiert hätte. Ich wusste nicht viel über ihre Beziehung. Es wirkte wie eine feine Relation.»

«Marius war nicht daran interessiert, mir zu gefallen, was ja auch legitim ist.»

Mari Borander, Zeugin und Regisseurin von «Girls of Oslo»
Weiter beschreibt sie Marius als «kalt». «Er war nicht sehr entgegenkommend. Er war nicht daran interessiert, mir zu gefallen, was ja auch legitim ist.»

27.02.2026

Fr 14:07

Situation im Gericht eskaliert: Richter beendet die Befragung abrupt

Während Anniken Jørgensens Aussage, fordert Marius Borg Høiby das Wort für eine Gegendarstellung. Er wirft seiner ehemaligen engen Freundin vor, die Unwahrheit über ihre gemeinsame Vergangenheit und den aktuellen Status ihrer Beziehung zu sagen.

«Ich verstehe nicht, wie es erlaubt sein kann, hier zu sitzen und so zu lügen?»

Marius Borg
«Ich verstehe nicht, wie es erlaubt sein kann, hier zu sitzen und so zu lügen?», meint Marius. Sie sage, dass deren Freundschaft damals geheim gewesen sei. «Das stimmt nicht. Als ich das erste Mal bei Anniken übernachtet habe, wurden am nächsten Morgen Bilder gepostet. Sie hat Bilder von mir auf ihrem Blog veröffentlicht, ohne mich um Erlaubnis zu fragen.»
Ausserdem kommt Marius auf ihre Hochzeit zu sprechen. «Sie sagt, sie habe mich nicht zur Hochzeit eingeladen. Ich habe eine eindeutige Einladung bekommen, bei der Hochzeit dabei zu sein.» Die Zeugin reagiert sichtlich verletzt auf die Vorwürfe von Høiby. Sie weist die Unterstellung, sie habe ihn für ihre Karriere benutzt oder ihn angelogen, entschieden zurück.
Die Situation droht zu einer direkten Diskussion zwischen den beiden Beteiligten zu eskalieren, woraufhin der Richter interveniert. Er mahnt beide Parteien, sich nur an das Gericht zu wenden, und beendet die Befragung schliesslich abrupt.

27.02.2026

Fr 14:00

Anniken lernte Marius anders kennen

Die Zeugin erzählt über ihren Prozess der Erkenntnis. «Am Anfang war es schwierig, zu verstehen. Das war nicht der Marius, den ich kannte. Aber ich glaube ihr. Der Grund dafür ist auch, dass es immer wieder dieselben Dinge sind, die sich wiederholen.»
Auf die Frage des Staatsanwalts, ob Nora Haukland diese Anschuldigungen aus finanziellen Interessen oder für mehr Aufmerksamkeit erhoben haben könnte, reagierte Jørgensen mit völligem Unverständnis. «Natürlich ist es das, was die Leute denken, glauben und gegen sie verwenden. Aber nein, absolut nicht. Das würde mir im Traum nicht einfallen. Wer möchte schon damit prahlen, dass man von seinem Freund verprügelt wurde?»
Der Verteidiger Petar Sekulic konfrontierte die Zeugin mit ihren eigenen Beschreibungen aus den Polizeivernehmungen. Auf die Frage nach Marius’ eigenem Gewaltpotenzial räumte Jørgensen ein. «Ich habe erlebt, wie Marius sich gestritten hat, als wir jung waren, aber nein, Gewalt habe ich nicht miterlebt.»

27.02.2026

Fr 13:49

Anniken ermutigte Nora, ihr Schweigen zu brechen

Wie auch andere Zeuginnen und Zeugen beschreibt Anniken die Veränderung von Nora. «Sie war kaputt, am Ende, völlig zerstört. Sie war so unglaublich müde. Der Mensch, der Nora damals war, und der, der sie heute ist, das sind zwei verschiedene Personen. Damals war sie verängstigt, erschöpft und klein. Heute ist sie eine sehr starke, ehrliche Frau. Sie ist mehr sie selbst als viele andere, die ich kenne. Sie ist an all dem hier gewachsen.»

«Jetzt musst du erzählen, was dir passiert ist, um diejenige zu unterstützen, der etwas zugestossen ist.»

Anniken Jørgensen, Influencerin und Zeugin
Jørgensen führt aus, dass sie nach den ersten Schlagzeilen über den Vorfall mit der «Frogner-Frau» zur treibenden Kraft hinter Noras Entscheidung wurde, ihr Schweigen zu brechen. «Ich war eine von denen, die zu Nora gesagt haben: Jetzt musst du erzählen, was dir passiert ist, um diejenige zu unterstützen, der etwas zugestossen ist.»

27.02.2026

Fr 13:39

Anniken setzte Nora «ziemlich hart» unter Druck

Die Zeugin beschreibt Marius als «Kind, den man beruhigen musste». Sie bestätigt ihre Angabe aus dem polizeilichen Verhör: «Nora erhielt 30 bis 40 Nachrichten von Marius.»
Darin habe er sie massiv beleidigt. «Ich weiss nicht, was sein Ziel war. Er hatte Panik. Er fand es ätzend. Er hatte Angst. Das müssen Sie ihn selbst fragen. Aber ja, man kann es wohl kontrollierend nennen. Sie durfte diese Bilder ja nicht veröffentlichen.»
Jørgensen beschreibt, wie sich Noras Zustand auf Ibiza sichtlich verschlechterte. Die ständigen Konflikte mit Marius hinterliessen physische Spuren, die Nora jedoch so lange wie möglich zu verbergen suchte. «Man konnte sehen, dass Nora geweint hatte, wenn sie zum Frühstück kam. Aber sie schämte sich so sehr. Erst ganz am Ende hat sie sich geöffnet.»

«Ich habe sie, leider, ziemlich hart unter Druck gesetzt.»

Anniken Jørgensen, Influencerin und Zeugin
Sie fügt hinzu: «Ich habe sie, leider, ziemlich hart unter Druck gesetzt. Ich konnte nicht verstehen, wer Nora eigentlich war. Ich drängte sie so weit, bis sie vor uns Mädchen zusammenbrach und erzählte, dass es ihr gar nicht gut geht.»

27.02.2026

Fr 13:30

Bikini-Bilder brachten Marius zum Ausrasten

Jørgensen beschreibt ihre jahrelange, enge Freundschaft zu Marius, die bereits in der Jugend begann. Sie schildert ein Umfeld, in dem Marius aufgrund seines Status und der ständigen Präsenz von Sicherheitskräften kaum Grenzen kannte.
«In Vernehmungen habe ich gesagt, dass er als ‹unsterblich› erscheinen konnte. Er hatte überall Wachen dabei. Die unterstützten Marius und richteten sich nach dem, was er wollte und sagte. Nicht seine Eltern entschieden, sondern er selbst.»
Nora beschreibt sie während den Dreharbeiten des Reality-Formats als «distanziert» und «penibel». «Ich erinnere mich, dass ich dachte: ‹Vielleicht hat sie Angst, was das Königshaus über sie denken könnte, oder weil sie im Fernsehen war›.»

«Es war Marius, der wahnsinnig hässliche Dinge schrieb, weil sie diese Bikinibilder gepostet hatte.»

Anniken Jørgensen, Influencerin und Zeugin
Dann spricht sie einen Bootsausflug auf Ibiza an. Davon war früher im Prozess bereits einige Male die Rede. Nora Haukland postete Bikini-Bilder, was Marius wütend machte. «Ihr Telefon klingelte ununterbrochen. Wir durften ein wenig mitlesen, und es war Marius, der wahnsinnig hässliche Dinge schrieb, weil sie diese Bikinibilder gepostet hatte.»

27.02.2026

Fr 13:24

Influencerin Anniken Jørgensen betritt den Zeugenstand

Anniken Jørgensen, die nächste Zeugin, ist dem norwegischen Publikum vor allem als Influencerin und Teilnehmerin der Reality-Serie «Girls of Oslo» bekannt, wo auch die Klägerin Nora Haukland teilnahm.
Im Gegensatz zur vorangegangenen Zeugin gab Anniken Jørgensen an, zu beiden Parteien eine enge Bindung zu haben. «Ich war eine sehr gute Freundin von Marius und bin eine gute Freundin von Nora.»

27.02.2026

Fr 13:12

«Es tut weh»: Noras Freundin bricht im Zeugenstand ihn Tränen aus

Die Zeugin beschreibt detailliert den Vorgang, wie Marius Nora am Hals packte und sie gegen einen Kühlschrank drückte. Unter Tränen erklärt sie, warum sie der Vorfall so tief bewegt hat. «Ich fand es schmerzhaft, das mitanzusehen. Und es tut weh, wenn die Freundin solche Dinge durchmacht.»
Nach dem Übergriff gab es für die Zeugin keinen Grund mehr, den Abend fortzusetzen. Die zuvor gute Stimmung war endgültig zerstört, woraufhin sie und Nora die Örtlichkeit verliessen. «Wir haben kurz darauf ein Taxi bestellt und sind nach Hause gefahren. Ich habe nach dieser Situation nichts mehr miterlebt. Ich habe keine Ahnung, ob es später noch mehr Streit gab.»

«Es war schmerzhaft, Zeugin davon zu sein.»

Unbekannte Zeugin, Freundin von Nora Haukland
Der Staatsanwalt hakte nach, warum die Zeugin während der Aussage so emotional reagierte. Ihre Antwort verdeutlichte das Trauma, das allein das Zusehen bei solchen Gewaltakten auslösen kann. «Es ist niemals okay, jemanden auf diese Weise anzupacken. Es war einfach schmerzhaft, Zeugin davon zu sein.»

27.02.2026

Fr 13:07

Zeugin bricht zusammen: «Ich bin nervös»

Mit brüchiger Stimme erklärt die Zeugin, warum sie die körperliche Konfrontation als so belastend empfand. «Ich finde es einfach unangenehm, darüber zu sprechen. Wir Mädchen können uns in solchen Momenten sehr klein fühlen. Dass jemand einen so hart anfasst, kann sich sehr unangenehm anfühlen. Ich weiss nicht, ob es ein Konflikt war, den sie schon vorher hatten oder ob das oft passiert ist und er deshalb so sauer wurde.»

«Ich bin jetzt nervös.»

Unbekannte Zeugin, Freundin von Nora Haukland
Die Schilderung des Übergriffs führt bei der Zeugin zu einem erneuten emotionalen Zusammenbruch. Sie betont erneut, wie schwer es ihr falle, diese Details in einem gerichtlichen Rahmen zu reproduzieren. «Ich bin jetzt nervös. Das ist es, was passiert ist. Es ist etwas ganz anderes, wenn man hier sitzt und aussagt und noch nie in so einem Rahmen war.»

27.02.2026

Fr 13:03

Die Zeugin beschreibt eine verstörende Szene

Die Zeugin beschreibt nun eine verstörende Szene, die sich in der Küche des Lokals abspielte. Nora Haukland untersuchte dabei Marius Borg Høiby physisch auf Drogenrückstände, was eine sofortige, aggressive Reaktion auslöste.
«Nora steckte ihren Finger in seine Nase. Es wirkte, als hätten sie eine Abmachung, dass er an diesem Abend nichts nehmen würde. Er wurde sauer und packte sie hier.»
Obwohl die Zeugin nicht den Eindruck hatte, dass er Nora die Luft abschnüren wollte, beschreibt sie den körperlichen Übergriff als «schockierend hart». Marius schien damit sein «Territorium» verteidigen zu wollen.

«Er versuchte nicht, ihr die Luft zu nehmen, aber er packte sie.»

«Er versuchte nicht, ihr die Luft zu nehmen, aber er packte sie hier oben und stiess sie nach hinten. Es fühlte sich an, als würde er klarmachen: ‹Dass du in meine Nase gehst, ist verdammt noch mal nicht okay›. Was mir einen Schock versetzte, war, dass daraus so eine grosse Szene wurde und er sie so hart anfasste.»

27.02.2026

Fr 13:00

Nora Freundin hatte «einen sehr guten Eindruck von Marius»

Die nächste Zeugin ist eine Freundin von Nora Haukland und ebenfalls Influencerin. Marius traf sie nur wenige Male zusammen mit Nora. «Ich glaube, ich habe sie zwei- oder dreimal zusammen getroffen. Und Marius war mir gegenüber immer lieb und höflich. Ich habe also einen sehr guten Eindruck von ihm», erzählt sie.
Die Zeugin untermauerte ihre Erinnerungen mit technischen Details wie einem Foto und Quittungen vom April 2023. Sie beschrieb die Atmosphäre bei einem Treffen in einem Lokal, das einen Rückzugsort bot. «Wir trafen uns zuerst in einem Lokal. Dort gab es im Untergeschoss einen Raum, der privat war. Es herrschte eine sehr gute Stimmung.»
Währenddessen traf auch die Influencerin Anniken Jørgensen im Gerichtssaal ein. Sie wird nach der jetzigen Zeugenvernahme aussagen.

27.02.2026

Fr 11:35

Stiefvater beschreibt Schäden in der Wohnung

Der Stiefvater schildert dem Gericht, wie er nach Besuchen des Paares in Alta physische Schäden im Haus entdeckte, die er erst später mit der Gewaltproblematik in Verbindung bringen konnte. «Es war plötzlich ein Loch in einer Badezimmerplatte. Ich weiss nur, dass ein Loch da war, und so ein Loch entsteht nicht einfach so. Da muss man schon ordentlich gegenhauen, um eine solche Badezimmerplatte zu durchschlagen.»
Zunächst blieb die Ursache unklar, da Nora auf Nachfrage angab, nichts zu wissen. Erst bei einem Gegenbesuch in der Mietwohnung des Paares in Oslo wurde ihm das Ausmass klar: «Ich habe es erst begriffen, als wir Nora in der Wohnung besuchten, die sie gemietet hatten. Dort waren auch Dinge zertrümmert. Da dachte ich mir, dass es einen Zusammenhang mit dem Loch bei uns zu Hause in der Wand geben muss.»

«Das mit dem Kronleuchterwar ein Kumpel von mir, der auf einer Afterparty mit dem Kopf dagegen gestossen ist.»

Marius Borg Høiby
Er beschreibt weitere Schäden, darunter zersplitterte Kronleuchter, kaputte Schränke und eine beschädigte Badezimmertür. Das kommentierte Marius gleich selbst: «Zu dem erwähnten Kronleuchter: Das war ein Kumpel von mir, der auf einer Afterparty mit dem Kopf dagegen gestossen ist.»
Damit ist auch die Zeugenvernahme des Stiefvaters beendet. Die Verhandlung wird um 12.45 Uhr fortgesetzt.

27.02.2026

Fr 11:27

Mutter der Klägerin: «Marius ist ein sehr sympathischer Typ»

Die Mutter betont Noras schwere Zeit durch den Prozess. Deswegen sei sie heute nicht anwesend. «Ich glaube, es ist sehr gut, dass ich da war. So konnte sie schlafen, sich entspannen und fühlte sich nicht so allein. Es ist sehr hart für sie. Sie sagte mir, wenn ich wollte, dass sie heute dabei ist, würde sie kommen. Aber ich sagte ihr, dass sie das nicht muss.»

«Es war unterhaltsam, um Marius herum zu sein – er ist ein sehr sympathischer Typ.»

Nora Hauklands Mutter
Auf die Frage des Verteidigers, wie sie das Verhältnis vor der Trennung beobachtet habe, schilderte die Mutter, dass Marius keineswegs nur als Aggressor auftrat. «Ich fand, es sah so aus, als hätten sie es gut zusammen. Sie hatten auch viel Spass. Es war unterhaltsam, um Marius herum zu sein – er ist ein sehr sympathischer Typ.»
Der Verteidiger zitierte aus ihrem früheren Verhör, in dem sie ausgesagt hatte, dass die beiden zärtlich miteinander umgingen und sich oft streichelten. Die Mutter bestätigt den Eindruck. «Nach aussen hin wirkte es gut. Aber ich habe mir meine eigenen Gedanken gemacht, weil Nora bei einigen Gelegenheiten plötzlich sehr still und bedrückt wurde», fügt sie hinzu.
Damit ist ihre Zeugenvernahme beendet. Als Nächstes nimmt Noras Stiefvater im Zeugenstand Platz.

27.02.2026

Fr 11:17

Noras Mutter bestätigt: «Sie hat mit von der Gewalt erzählt»

In der Befragung durch den Staatsanwalt wurde es noch bedrückender, als das Gespräch auf konkrete körperliche Gewalt und das Leben nach der Trennung kam. «Hat sie dir gegenüber von Gewalt erzählt?», fragt der Staatsanwalt. «Während sie zusammen waren, tat sie das nicht. Danach ja. Sie hat erzählt, dass er sie geschlagen hat», sagt die Mutter. Was das mit ihr gemacht habe? «Ich fand es einfach nur grausam.»

«Sie litt, weil sie Marius sehr liebte. aber sie begriff, dass es so nicht weitergehen konnte.»

Nora Hauklands Mutter
Trotz der Vorfälle sei Nora nach der Trennung am Boden zerstört gewesen. Die Mutter beschreibt einen inneren Konflikt ihrer Tochter zwischen Liebe und Selbsterhaltung. «Sie war sehr traurig. Ich habe es so verstanden, dass sie litt, weil sie Marius sehr liebte. Aber sie begriff, dass es so nicht weitergehen konnte. Sie konnte nicht mit ihm zusammen sein.»

27.02.2026

Fr 11:14

Noras Mutter erkannte ihre Tochter kaum wieder

Im Gerichtssaal wird es emotional. Noras Mutter berichtet von ihrem Besuch in der gemeinsamen Wohnung des Paares in Oslo. Was sie dort sah, liess sie an der Sicherheit ihrer Tochter zweifeln.«Ich sah eine Schranktür, die eingetreten war, und die Badezimmertür war ebenfalls eingedrückt und zerstört. Ich dachte nur: ‹Wie gut, dass Nora Schluss gemacht hat›, weil es ihr offensichtlich nicht gut ging.»
Sie erzählt zudem, dass ihre Tochter sich häufig im Badezimmer verstecken musste, weil Marius «rasend wütend» wurde. Laut der Mutter ereigneten sich solche Vorfälle sowohl in Oslo als auch während eines Besuchs in Alta. Sie bemerkte eine deutliche Veränderung im Wesen ihrer Tochter, die früher lebensfroh und offen war.
«Ich merkte eine Veränderung in ihrer Beziehung. Nora war sehr einsilbig und bedrückt. Sie wirkte nicht mehr glücklich und sprach kaum noch darüber. Das war ganz anders, als ich sie kannte.»

27.02.2026

Fr 11:02

Nora Hauklands Mutter: «Ich habe mich schnell in Marius verliebt»

Nachdem Danby Choi seine Aussage beendet hat, nimmt die Mutter der Klägerin Nora Haukland Platz im Zeugenstand.
Auch sie beschreibt den harmonischen Anfang der Beziehung. «Das fand ich sehr angenehm. Nora war sehr verliebt. Und auch Marius fand ich sehr nett. Ich habe mich schnell in ihn verliebt», sagt die Mutter.

27.02.2026

Fr 10:51

Danby Choi ist mit beiden extrem gut befreundet

Trotz der harten Fakten, die im Prozess zur Sprache kamen, erklärt Choi, dass er weiterhin zu beiden eine enge Bindung pflegen möchte. Er zeigt sich überrascht, dass bisher keine Seite versucht hat, ihn unter Druck zu setzen. «Ich habe sehr viel für Marius übrig, und ich habe sehr viel für Nora übrig. Ich bin sehr stolz auf beide.»
Der Richter hakte zu einer früheren Erwähnung von Kratzspuren nach. «Ich glaube nicht, dass Nora versucht hat, mich zu kratzen. Sie hat nur versucht, mir das Handy aus den Händen zu reissen.»

Danby Choi findet für beide lobende Worte

Er beschreibt beide als ihm «unglaublich wichtige Personen». Die Gespräche, die er mit Marius führe, könne er nicht einmal mit den profiliertesten Chefredakteuren führen. Was Nora angeht, sagt Choi: «Wir sind auf Berge geklettert und haben uns fast umgebracht und gegenseitig gerettet. Sie hat mich in Medienstürmen psychisch unterstützt. Sie ist eine unglaublich wichtige Person und eine unglaublich gute Frau»
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