Norwegens KronprinzessinMette-Marit bat Epstein um Erziehungstipps für Marius
Ein Kumpel von Bill Gates machte Mette-Marit mit Jeffrey Epstein bekannt. Danach bat sie ihn gar um Rat bei der Erziehung ihres Sohnes Marius.
Darum gehts
- Kronprinzessin Mette-Marit pflegte jahrelang intensiven Kontakt zu Jeffrey Epstein.
- Sie fragte den Pädokriminellen nach Erziehungstipps für ihren Sohn Marius.
- Mette-Marit wusste von Epsteins Verurteilung, setzte den Kontakt aber fort.
Am 12. November 2012 fragte Mette-Marit den verurteilten Pädokriminellen Jeffrey Epstein nach Erziehungstipps. «Ist es unangemessen für eine Mutter, wenn sie ihrem 15-jährigen Sohn (Marius, Anm. d. Red.) vorschlägt, zwei nackte Frauen mit Surfbrett auf die Wandtapete zu packen?» Er antwortete, dass sie sich als Mutter bei diesem Thema raushalten solle.
Der Name der norwegischen Kronprinzessin taucht über 1000 Mal in den sogenannten Epstein-Files auf, wie die Ermittlungsdokumente des US-Justizministeriums genannt werden.
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Boris Nikolic machte sie mit Epstein bekannt
Als sie nach Erziehungstipps fragte, kannte sie Epstein seit mindestens einem Jahr, wie aus den veröffentlichten Dokumenten hervorgeht. Den Kontakt zwischen Mette-Marit und dem Pädokriminellen stellte ein Vertrauter des Microsoft-Gründers Bill Gates (70) her: Boris Nikolic (55), der auch schon das Weltwirtschaftsforum in Davos besuchte. Dort soll Nikolic Bill Clinton (79), den ehemaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy (71) und Ex-Prinz Andrew (65) getroffen haben.
Der Biotech-Investor Nikolic kündigte Epstein 2011 an, dass Mette-Marit nach New York reise. «Sie ist toll. Es wäre grossartig, wenn ihr euch treffen könntet. Abgedreht ;) Keine typische Königliche.» 2019 gab Mette-Marit gegenüber dem Newsportal Dagens Næringsliv zu, Epstein mehrmals getroffen zu haben, beschrieb den Kontakt jedoch als oberflächlich und seit 2014 als beendet. Diese Aussage fliegt der Kronprinzessin jetzt um die Ohren.
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Mette-Marit soll sich der Salami-Taktik bedienen
Norwegische Medien werfen ihr spätestens seit der Veröffentlichung der Epstein-Files eine Salami-Taktik vor. Statt reinen Tisch zu machen, gebe Mette-Marit immer nur so viel zu, wie durch neueste Beweise belegt werden kann. Wie die Epstein-Files nahelegen, tauschten sich der New Yorker Milliardär und Mette-Marit über Jahre intensiv aus. Sie wusste zudem von seiner Verurteilung als Pädokrimineller und schrieb ihm: «Ich habe dich gegoogelt. Stimme zu, es sieht nicht besonders gut aus.»
Mette-Marit versah ihre Mails an Epstein mit der Grussformel «Love, Mm», unterhielt sich mit ihm über Literatur und bedankte sich schon mal dafür, dass er ihr «Hirn kitzle» oder dass er ihr einen Termin bei einem Zahnarzt organisierte. 2013 verbrachte sie mit einer Freundin vier Tage in Epsteins Haus in Palm Beach.

Mette-Marit: «Es ist einfach peinlich»
Die Kronprinzessin hat sich mehrmals für ihr Verhalten entschuldigt und bestand darauf, nichts über das Ausmass der Straftaten gewusst zu haben.
Gegenüber der Zeitung VG sagte sie: «Jeffrey Epstein ist selbst für seine Taten verantwortlich. Aber ich muss die Verantwortung dafür übernehmen, dass ich seinen Hintergrund nicht besser überprüft hatte und nicht schnell genug gesehen habe, welch ein Mensch er ist. Ich entschuldige mich dafür aufrichtig. Es zeigt, dass ich ein schlechtes Urteilsvermögen hatte, und ich bedauere sehr, überhaupt Kontakt mit ihm gehabt zu haben. Es ist einfach peinlich.»
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Dario Aeberli (dae), Jahrgang 1995, arbeitet seit Oktober 2023 als People-Redaktor bei 20 Minuten. Zuvor war er Lokaljournalist und beim «Migros-Magazin».
