Fussball-Boom bei Mädchen: 9'000 neue Anmeldungen in Schweizer Clubs

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Weuro 2025Fussball-Boom bei Mädchen verschärft Platzmangel

Die Heim-EM der Frauen hat 2025 in der ganzen Schweiz eine grosse Euphorie ausgelöst. Der SFV meldet im Mädchenfussball landesweit über 9’000 neue Anmeldungen in den Vereinen.

«Wir sind noch lange nicht da, wo wir hinwollen»: SFV-Frauen-Direktorin Marion Daube und SFV-Präsident Peter Knäbel.20min/Sebastian Rieder

Darum gehts

  • Die Heim-EM 2025 löste einen Boom im Mädchenfussball aus.
  • Über 9000 Mädchen meldeten sich neu in Vereinen an.
  • Dies führt zu einem Notstand bei Fussballplätzen und Trainern.
  • Der SFV arbeitet an Lösungen und fordert mehr Infrastruktur.

Die Bilder vom Sommermärchen sind zwar schon etwas verblasst, umso stärker ist jedoch die Nachfrage bei den Mädchen, die die Heim-EM am TV oder in den Stadien verfolgt haben. Über 9’000 Schülerinnen haben sich gemäss dem SFV nach der WEuro 2025 zwischen Juli und Dezember bei den Fussballvereinen in ihrer Nähe angemeldet.

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Um dem grossen Andrang gerecht zu werden, hat der Schweizerische Fussballverband ein Dutzend Projekte ins Leben gerufen. Unter dem Nachhaltigkeitsprogramm «Here to stay» soll allen Mädchen der Zugang zu einem Verein ermöglicht werden. Derzeit stehen allerdings schätzungsweise rund 10’000 Kinder in der ganzen Schweiz auf einer Warteliste – Mädchen und Buben.

«Wir sind Opfer unseres eigenen Erfolges, aber lieber so als umgekehrt», sagt Marion Daube. Die SFV-Direktorin für Frauenfussball will neuen Raum schaffen, ohne jemanden zu verdrängen. «Wir müssen die Strukturen verbessern und auch den Dialog mit den Schulen suchen», sagt Daube und betont: «Wir sind noch lange nicht da, wo wir sein wollen.»

SFV-Boss Knäbel: «Wir erhöhen den politischen Druck»

Der grösste Grund für das stockende Aufnahmeprozedere in den Vereinen ist die fehlende Anzahl an Fussballplätzen – vor allem in urbanen Gebieten. Aber auch die Qualität des Rasens spielt eine Rolle. So sollen unter dem Label «Spirit of Football» vermehrt Kunstrasenplätze gebaut werden, weil deren Nutzungsdauer statistisch gesehen achtmal höher ist als jene von Naturrasenplätzen.

Durch die Initiative des SFV verstärkt sich die Suche nach Lösungen – über die Regionalverbände, die Kantone und schliesslich die Gemeinden. «Wir erhöhen den politischen Druck, damit neue Plätze entstehen oder bestehende Flächen umgenutzt werden», sagt Peter Knäbel. Der SFV-Präsident fordert jedoch Geduld. «Der Wille ist da, aber es braucht Zeit.»

Was hältst du vom aktuellen Boom im Mädchen- und Frauenfussball?

Sebastian Rieder (sri), arbeitet seit 2024 für 20 Minuten als Stv. Leiter Sport. Der Generalist hat stets die besten Schweizer Fussballer im Fokus und begleitet die Nati als Reporter und Videojournalist.

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