Pascal Schmitz unter Beschuss: SRF-Journalist nach Fischer-Enthüllung beleidigt

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Pascal SchmitzEr brachte Fischer zu Fall – jetzt wird SRF-Mann übel beleidigt

Wegen eines gefälschten Covid-Zertifikats hat der Schweizer Eishockey-Naticoach Patrick Fischer seinen Job verloren. Der Vorfall reisst bei Impf-Skeptikern alte Wunden auf.

Patrick Fischer kam mit einem Video der Veröffentlichung von SRF über das gefälschte Covid-Zertifikat zuvor. Mittlerweile hat er seinen Job verloren.20min

Darum gehts

  • Eishockey-Nationalcoach Patrick Fischer hat für die Olympiade in China sein Covid-Zertifikat gefälscht.
  • Das hat SRF vor wenigen Tagen bekannt gemacht, kurz darauf verlor Fischer seinen Job.
  • SRF-Journalist Pascal Schmitz erklärte bei 10 vor 10, wie es zur Recherche gekommen ist.
  • Jetzt schlägt ihm aus Social Media von Hockeyfans und Corona-Kritikern viel Hass entgegen.

SRF-Journalist Pascal Schmitz sieht sich auf Social Media gerade mit viel Wut und wüsten Beleidigungen konfrontiert. Während ein Teil dieser Wut von Hockeyfans kommt, die über die Entlassung von Nati-Coach Patrick Fischer erbost sind, kommt Jahre nach der Pandemie auch bei Corona-Kritikern offenbar alter Hass wieder hoch.

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«Pascal Schmitz, du bist ein Armleuchter und Denunziant. Du trittst einem bereits Gebüssten von hinten in die Beine. Anstatt die Verfehlungen der Medien sowie der Politik während der Pandemie zu recherchieren, zerstörst du lieber das bis dato blitzsaubere Image eines Ausnahmekönners», heisst es etwa in einem Beitrag auf X. «Collabos nennt man solches Mistvieh», schreibt jemand anderes. Weitere werfen Schmitz eine Hexenjagd gegen Fischer vor. Schmitz wird als «Vollidiot», «armer kleiner Man» und Schlimmeres bezeichnet. Auch per Mail sind bei 20 Minuten Beleidigungen gegen SRF und Schmitz eingegangen.

SRF: 180 Zuschriften seit erster Berichterstattung

SRF bestätigt, dass die Enthüllungen rund um das gefälschte Covid-Zertifikat von Fischer zu vielen Rückmeldungen geführt haben: «Nach der ersten Berichterstattung gingen rund 50 Zuschriften ein, nach dem Entscheid des Eishockey‑Verbands weitere rund 130. Die Rückmeldungen kritisieren mehrheitlich die erneute Thematisierung des Falls und entsprechen inhaltlich den Reaktionen auf Social Media», sagt Mediensprecherin Nadine Gliesche auf Anfrage von 20 Minuten.

Schmitz hatte am Dienstagabend bei 10 vor 10 erklärt, dass ihm Fischer selbst vom gefälschten Zertifikat erzählt habe – in der Mittagspause während des Drehs eines Porträts über den Hockeycoach. Auf Anfrage von 20 Minuten erklärt er: «Die Intention des Beitrags war es, einen relevanten Sachverhalt auf der Grundlage journalistischer Recherchen einzuordnen und transparent darzustellen.» Grundsätzlich sei es nicht üblich, dass SRF die Entstehung einzelner Beiträge ausführlich erkläre. «In diesem Fall haben wir uns aufgrund des grossen öffentlichen Interesses und der intensiven Diskussionen entschieden, das Vorgehen und die Einordnung offenzulegen», sagt Schmitz. Dabei sei es nicht um eine Rechtfertigung gegangen, sondern um Transparenz gegenüber dem Publikum.

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Der Schweizer Hockeyverband hat am Dienstag die sofortige Trennung von Nationaltrainer Patrick Fischer bekannt gegeben. Fischer hatte zuvor zugegeben, vor vier Jahren wegen eines gefälschten Covid-Zertifikats verurteilt worden zu sein. Er hatte sich das gefälschte Zertifikat damals gekauft, um bei den olympischen Spielen in Peking teilnehmen zu können.

Wie siehst du die Sache?

Petition für Fischer gestartet

Unter dem Motto «Lasst Patrick Fischer die WM coachen» können Fans auf nati-coach.ch ihre Unterstützung für den gefeuerten Trainer kundtun. Der Zähler stand am Donnerstag kurz vor 20 Uhr bereits auf mehr als 75’000 abgegebenen Stimmen.
Ob tatsächlich so viele Personen für Fischer gestimmt haben, ist unklar. Mit einem einfachen Neuladen der Website scheinen sich mehrere Stimmen abgeben zu lassen.
Am Abend waren bereits über 75'000 Stimmen zusammengekommen.
Am Abend waren bereits über 75'000 Stimmen zusammengekommen.Screenshot nati-coach.ch

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Daniel Graf (dgr) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Leiter des Ressorts News, Wirtschaft & Videoreportagen und seit September 2023 Mitglied der Redaktionsleitung.

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