Franziskushaus DullikenVerfallenes Kloster wird zum viralen «Lost Place»
Das Franziskushaus steht seit 2016 leer und verfällt zusehends. Pflanzen überwuchern das Areal, Fenster sind eingeschlagen. Im Netz wird das Gebäude nun als «Lost Place» gefeiert.
Darum gehts
- Das verlassene Franziskushaus in Dulliken SO ist seit 2016 unbewohnt und zu einem «Lost Place» verkommen.
- Ein Tiktok-Video aus dem Innern des Gebäudes hat bereits über 160'000 Aufrufe erzielt.
- Gemeindepräsident Marco Lorenz bezeichnet die Situation als unbefriedigend – es hat bereits mehrmals gebrannt.
Die besten Zeiten des Franziskushauses sind längst vorbei. Seit 2016 Jahren lottert das Gebäude vor sich hin und ist zu einem typischen «Lost Place» geworden: Pflanzen und Bäume überwuchern das Gelände, Fenster sind eingeschlagen, Möbel zerstört und teils verbrannt, die Wände sind voller Graffiti. Jüngere Anwohner aus Dulliken SO sind fasziniert von diesem verlassenen Gebäude, ein älterer bezeichnet es gegenüber 20 Minuten hingegen als «Schandfleck».
Auf Tiktok sorgt ein Video mit Eindrücken aus dem Innern für Aufmerksamkeit. Die düstere Atmosphäre fasziniert viele Nutzerinnen und Nutzer. Mehr als 160'000 Aufrufe verzeichnet der Beitrag bereits. 20-Minuten hat sich nun vor Ort selbst ein Bild gemacht.
Die Geschichte des Franziskushauses
Architekturstudenten untersuchen das Gebäude
«So beginnt fast jeder Horrorfilm», denkt sich der Reporter beim Betreten des Gebäudes. Im Innern herrscht eine angespannte, unheimliche Stimmung, die durch plötzlich hörbare Stimmen zusätzlich verstärkt wird. Sie stammen von drei Architekturstudenten, die das Gebäude untersuchen.
Die angehenden Architekten sehen Potenzial: «Da könnte man so viel Cooles draus machen.» Gleichzeitig weisen sie darauf hin, dass eine Umnutzung mit hohen Kosten verbunden wäre. Auch die Lage beurteilen sie kritisch: «Hier in Dulliken gibt es keine Wohnknappheit, doch eine Umnutzung zu einem Altersheim könnte ich mir vorstellen.»
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«Aktuelle Situation ist unbefriedigend»
Gemeindepräsident Marco Lorenz nimmt die Bezeichnung des Franziskushauses als «Schandfleck» zur Kenntnis, meint jedoch, das sei etwas übertrieben. Er betont, dass die privaten Eigentümer, eine Immobilienfirma aus Zürich, für die Nutzung verantwortlich sind.
Für Lorenz ist die aktuelle Situation nicht befriedigend: «Es hat auch schon mehrere Male gebrannt, und je mehr das passiert, desto gefährlicher wird es», sagt er zu 20 Minuten. Viele Nutzungsideen standen schon im Raum, dabei müssen jedoch stets die Vorgaben des Denkmalschutzes berücksichtigt werden: «Ich hoffe auf eine gute Lösung für alle.»
Mehrere Brände und Sachbeschädigungen
Auch die Kantonspolizei Solothurn kenne die Situation um das verlassene Franziskushaus. «Es kam wiederholt zu Bränden und Sachbeschädigungen. Hinweise auf illegale Veranstaltungen wie Raves liegen der Polizei hingegen nicht vor», schreibt der Mediensprecher Bruno Gribi auf Anfrage von 20 Minuten.
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Flurin Pestalozzi (flu) arbeitet seit 2025 bei 20 Minuten und ist Korrespondent in Bern.
