BAGKrankenkassenprämien steigen wieder um vier Prozent – oder mehr
Die Gesundheitskosten steigen und damit auch unsere Prämien für die Krankenkasse. Das Bundesamt für Gesundheit rechnet wieder mit einem Schub um sicher 4,5 bis 5 Prozent.
Darum gehts
- Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) rechnet für 2026 erneut mit einem Prämienanstieg von 4,5 bis 5 Prozent.
- Die Gesundheitskosten stiegen 2025 um 5,2 Prozent – besonders stark in Psychotherapie, Pflege und Ergotherapie.
- Zusätzlichen Druck erzeugt die US-Politik: Wegen Trumps Medikamentenpreisplänen drohen in der Schweiz Preissteigerungen von 25 bis 100 Prozent.
Die Krankenkassenprämien steigen und steigen, als wäre es ein Naturgesetz. Doch den Prämien liegen die Gesundheitskosten zugrunde – und auch diese steigen Jahr für Jahr. Alleine 2025 um 247 Franken pro Person – oder anders ausgedrückt: um 5,2 Prozent.
Die Kosten stiegen dabei in praktisch allen Bereichen, besonders stark aber in den Bereichen Psychotherapie, Pflege und «übrige». Unter diese Kategorie fallen unter anderem die Ernährungsberatung, die Podologie, also die Fusspflege, oder die Ergotherapie.

Dieser Trend setzt sich auch in den ersten Monaten 2026 fort. Dass die Kosten bei den Spitälern für ambulante Behandlungen sinken, sei praktisch nur auf Abrechnungseffekte zurückzuführen. Sprich: Ein Drittel der erbrachten Leistungen wurde im ersten Quartal gar noch nicht abgerechnet, so das Bundesamt für Gesundheit (BAG) an einem Medienanlass am Dienstag in Bern.

Die Kostensteigerung im Gesundheitswesen betrug in den letzten Jahren stets 4,5 bis 5 Prozent pro Jahr. Es gebe keine Anzeichen, dass sich dieser Trend dieses Jahr nicht fortsetzt – mit Folgen für unser aller Prämien im kommenden Jahr, so das BAG.
Steigende Kosten führen zu steigenden Prämien
Die Krankenkassenprämien sind eine der grössten Sorgen der Schweizer Bevölkerung. Die Politik versucht mit diversen Massnahmen gegenzusteuern. So würden die Massnahmen des aktuellen runden Tisches die Kosten um 300 Millionen Franken dämpfen.

Demgegenüber steht zum einen aber die alternde Bevölkerung – ein Grossteil der Gesundheitskosten fällt in den letzten Lebensjahren an. Und zum anderen auch die Weltpolitik. Weil die USA weniger für Schweizer Topmedikamente zahlen wollen, sollen sie nach dem Willen der Pharmaindustrie hierzulande noch teurer werden.
Im Raum stehen gemäss BAG Preissteigerungen von 25 bis 100 Prozent respektive eine bis fünf Milliarden Franken pro Jahr. Diese würden zum grössten Teil auf die Prämienzahlenden entfallen. Allerdings laufen die Verhandlungen mit der Industrie noch.
Wie blickst du in Bezug auf die Krankenkassenprämien in die Zukunft?
Stefan Lanz arbeitet seit 2021 für 20 Minuten. Er ist Bundeshausjournalist mit langjähriger Erfahrung.
