Terrorakt in Winterthur? Neue Details zum Täter

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Livetickeraktualisiert am Donnerstag, 28. Mai, 2026

«Terrorakt»
Arzt beurteilte Täter am Mittwoch noch als ungefährlich

Am Donnerstagmorgen griff ein Mann am Bahnhof Winterthur Passanten mit einem Messer an. Die Behörden sprechen von einem Terrorakt. Alle Entwicklungen im Ticker.
Bevorzugte Quelle
Der mutmassliche Täter von Winterthur rennt vor dem Bahnhof an Schulkindern vorbei und ruft «Allahu Akbar» (Gott ist grösser).Instagram/wintiblog

Darum gehts

  • Ein Mann griff am Donnerstag am Winterthurer Hauptbahnhof Passanten mit einem Messer an.
  • Er verletzte drei Personen und wurde anschliessend gefasst.
  • Nesip D. galt als «psychisch gestört» und hielt sich mehrfach in einer Psychiatrie auf, ein Arzt beurteilte ihn nach am Tag vor der Tat als nicht gefährlich.

Deine Meinung zählt

28.05.2026

Do 18:31

«Kindergartenkindern und Lehrpersonen geht es aktuell gut»

Als es am Donnerstagmorgen in Winterthur zu einer Messerattacke kam, lief der Täter Nesip D. schreiend an einer Gruppe von Schulkindern vorbei, wie in einem Video zu sehen ist.

Dabei seien weder Kindergartenkinder noch Lehrpersonen verletzt worden, bestätigt Christina Monti, Leiterin Bildung Winterthur, auf Anfrage.

Täter Nesip D. rennt vor dem Bahnhof Winterthur an einer Schulklasse vorbei und ruft «Allahu Akbar» (Gott ist grösser).Instagram/wintiblog

«Den betroffenen Schülerinnen, Schülern und Lehrpersonen geht es aktuell gut», erklärt Monti. «Die Lehrpersonen haben in der Situation vorbildlich reagiert und agiert.» Der Unterricht habe im Anschluss wie geplant fortgesetzt werden können.

Mittlerweile habe die Schule den Vorfall intern aufgearbeitet und stehe in Kontakt mit einer externen Fachstelle für Krisensituationen. Bei Bedarf werde weitere Unterstützung für Kinder, Eltern und Lehrpersonen angeboten.

28.05.2026

Do 17:52

Psychiatrie äussert sich

Die Integrierte Psychiatrie Winterthur (IPW) zeigt sich in einer Medienmitteilung «schockiert und betroffen» vom Angriff am Bahnhof Winterthur.

«Die IPW bestätigt die Chronologie, wie sie von der Kantonspolizei Zürich anlässlich der Medienkonferenz geschildert wurde.» Nesip D. habe die Psychiatrie am Mittwoch aus eigenem Willen verlassen. «Seine psychische Verfassung wurde zu diesem Zeitpunkt im Rahmen einer psychiatrischen Untersuchung durch eine fachärztliche Person weder als selbst- noch fremdgefährdet eingestuft.»

Die Einrichtung teilt mit, man unterstütze die Behörden bei der laufenden Untersuchung. Zudem sei eine externe Administrativuntersuchung in die Wege geleitet worden, um unter anderem die Abläufe und Zuständigkeiten, die zur Entlassung des Mannes geführt haben, überprüfen zu lassen. (jar)

28.05.2026

Do 17:00

Guy Parmelin äussert sich

Der Bundespräsident hat sich am Donnerstagabend über X geäussert.

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28.05.2026

Do 16:44

Zusammenfassung der Medienkonferenz: Das Wichtigste in einem Video

Am Donnerstagnachmittag informierte die Kantonspolizei Zürich über den Messerangriff in Winterthur.Youtube, 20min/News-Scout

28.05.2026

Do 16:41

Bundesanwaltschaft äussert sich

Die Bundesanwaltschaft teilt gegenüber 20 Minuten mit, dass bisher kein Strafverfahren im Zusammenhang mit den Ereignissen vom Donnerstag oder gegen Nesip D. geführt wurde.

«Die BA steht im Zusammenhang mit den heutigen Ereignissen in engstem Kontakt mit der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, der Kantonspolizei Zürich und den weiteren involvierten Behörden.» Das Verfahren leitet derzeit die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich. Es ist vorgesehen, dass die Bundesanwaltschaft ab Freitag das Strafverfahren übernimmt.

28.05.2026

Do 16:26

Islamischer Zentralrat Schweiz: «Feige und barbarische Tat»

Der Islamische Zentralrat (IZR) verurteilt die am Donnerstagmorgen begangene «feige und barbarische Tat aufs Schärfste», wie er in einer Medienmitteilung schreibt.

«Unsere aufrichtige Anteilnahme gilt den Verletzten und ihren Angehörigen. Wir wünschen den Opfern eine vollständige Genesung und danken den Einsatzkräften der Stadtpolizei Winterthur und der Kantonspolizei Zürich für ihr schnelles und entschlossenes Handeln.»

Der Täter soll einen IS-Hintergrund haben. «Sollte sich dies bewahrheiten, so haben wir es mit dem Werk einer Ideologie zu tun, die mit dem Islam nichts gemein hat», so der IZR. «Der sogenannte Islamische Staat (IS) ist keine islamische Bewegung, sondern eine perverse Terrorsekte, deren einziges Ziel darin besteht, Zwietracht zu säen, Unschuldige zu ermorden und die Reputation der Muslime weltweit zu beschädigen.»

«Diese Sekte» missbrauche heilige Worte der Religion, «um Hass und Gewalt zu legitimieren.» Der IZR weise dies «mit aller Entschiedenheit zurück». Es sei «eine Schande», dass am zweiten Tag des Eid ul-Adha, dem höchsten islamischen Feiertag, ein Muslim solche Taten verübt.

Der IZR ruft alle Muslime in der Schweiz dazu auf, wachsam zu sein, Radikalisierungstendenzen in ihrem Umfeld frühzeitig zu melden und aktiv zur Prävention beizutragen. «Diese Tat richtet sich gegen unsere gemeinsame Gesellschaft. Wir lassen nicht zu, dass Terroristen einen Keil zwischen Muslime und ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger treiben.»

28.05.2026

Do 15:54

Das war die Pressekonferenz

Was passiert ist

  • Ein 31-jähriger Mann griff am Bahnhof Winterthur am Donnerstagmorgen mehrere Personen mit einem Messer an. Dabei wurden drei Männer verletzt.
  • Die Polizei konnte den Täter bereits fünf Minuten nach dem ersten Notruf festnehmen.
  • Zürcher Sicherheitsdirektor bezeichnet die Tat als «Terrorakt».
  • Während der Tat befand sich eine Schulklasse in der Nähe, wobei die Kinder den Vorfall mitbekamen. Nun werden sie bei der Aufarbeitung von Fachkräften unterstützt.
  • Der Fall wird nun von der Bundesanwaltschaft untersucht.

Die Opfer

  • Bei den drei Opfern handelt es sich um Männer mit Schweizer Nationalität.
  • Ein 28-Jähriger wurde mit dem Messer leicht am Bein verletzt. Er wird demnächst aus dem Spital entlassen.
  • Der 43-jährige Verletzte erlitt eine Schnittwunde am Hals und wurde bereits wieder aus dem Spital entlassen.
  • Am schlimmsten sind die Verletzungen des 52-Jährigen, der am Oberschenkel eine so schwere Stichwunde erlitt, dass er notoperiert wurde. Er befindet sich noch im Spital.

Informationen zum Täter

  • Beim Beschuldigten handelt es sich um einen 31-jährigen Schweizer. Er wurde in der Schweiz geboren und wurde 2009 eingebürgert.
  • Seine Familie stammt aus der Türkei, wo er sich die letzten zwei Jahre aufgehalten haben dürfte.
  • Vor einigen Tagen wurde er in eine Psychiatrie eingewiesen. Am Mittwoch verliess er die Klinik selbstständig. Ein Arzt hatte ihn zuvor als ungefährlich beurteilt.
  • Bereits 2015 war der Mann wegen Verstössen gegen das IS-Verbot angezeigt worden. Er hatte IS-Propaganda verbreitet.
  • 2018 wurde er wegen Raufhandels angezeigt.
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28.05.2026

Do 15:28

«Mindestens versuchte Tötung wenn nicht sogar Mord»

«Das war mindestens eine versuchte Tötung, wenn nicht sogar Mord», sagt der Sicherheitsdirektor Mario Fehr weiter. «Wer auf andere Menschen einsticht, bei dem läuft grundsätzlich etwas falsch im Kopf», sagt er weiter.

Man habe keine Kenntnis von Tatwaffen ausser dem bereits bekannten Messer. Als der Mann auf die insgesamt drei Personen einstach, soll die Klinge abgebrochen worden sein.

Fehr vermutet, der Täter habe die Öffentlichkeit bewusst gewählt. Er sei wahrscheinlich nicht lange am Tatort gewesen, sondern habe direkt bei seiner Ankunft angegriffen.

28.05.2026

Do 15:21

2009 eingebürgert

Der Täter mit türkischen Wurzeln wurde in der Schweiz geboren und 2009 eingebürgert. 2024 hatte er eine Erneuerung seines Schweizer Passes beantragt, diesen aber letztlich nicht erneuert. 2024 verliess er die Schweiz und zog mutmasslich in die Türkei.

Gemäss Fehr verschwand er somit für zwei Jahre von der Bildfläche. Zwischen Oktober 2024 und Mai 2026 hatten die Behörden nämlich keinerlei Hinweise auf seinen Aufenthaltsort.

28.05.2026

Do 15:19

«Wir wollen solche Leute nicht in der Schweiz»

Nun hat der Kanton Zürich die Sicherheitsmassnahmen hochgefahren, um weitere Terror-Taten zu verhindern.

Wie Sicherheitsdirektor Mario Fehr sagt, wolle man den Täter nun ausschaffen. Das Zögern des Staatsekretariats für Migration, den Mann nicht auszuschaffen, könne er nicht verstehen. Der Kanton werde somit ein Urteil wegen Tötungsversuch mit einer darauffolgenden Ausschaffung beantragen.

Fehr sagt: «Wir wollen solche Leute nicht in der Schweiz. Wir wollen, dass solche Leute die Schweiz verlassen.» Der Täter sei nun in ein Strafverfahren involviert. Deshalb könne zu den Ermittlungen nichts Weiteres gesagt werden.

28.05.2026

Do 15:15

War in psychiatrischer Anstalt

Am 25. Mai – also drei Tage vor der Tat – meldete sich der 31-Jährige bei der Stadtpolizei Winterthur und machte wirre Aussagen. Die Polizei beschloss daraufhin, auszurücken. Vor Ort trafen die Einsatzkräfte einen verwirrten Mann an, sodass sie beschlossen, ihn in eine psychiatrische Anstalt zu bringen.

Einen Tag später verliess er die Integrierte Psychiatrische Klinik Winterthur selbstständig. Daraufhin wurde er von der Klinik und von den Behörden gesucht, gefunden und zurück in die IPW gebracht. Dort stufte ein Arzt ihn am Mittwoch als nicht mehr selbst- und fremdgefährdend ein, woraufhin der Mann mutmasslich nach Hause kehrte.

28.05.2026

Do 15:11

IS-Propaganda verbreitet

Vor Ort sei auch eine Schulklasse gewesen, die den Angriff mitbekommen habe. Der Kanton organisiere nun Fachkräfte, die die Kinder betreuen.

Dann fährt der Polizeikommandant mit Angaben zur Geschichte des Täters fort. So sei er bereits 2015 wegen Vergehen gegen das IS-Verbot angezeigt worden. Er hatte IS-Propaganda verbreitet.

2018 wurde der Mann von der Stadtpolizei Winterthur wegen Raufhandels angezeigt.

28.05.2026

Do 15:07

Die Pressekonferenz beginnt – «Terrorakt» und Informationen zu den Verletzten

Mario Fehr, Sicherheitsdirektor des Kantons Zürich, bezeichnet den Fall zu Beginn der Medienkonferenz als «Terrorakt».

Marius Weyermann, Kommandant der Kantonspolizei Zürich, erklärt, man habe direkt nach der ersten Meldung um 8.28 Uhr eine Patrouille geschickt. «Vor Ort fand unsere Patrouille nicht einen, sondern drei Verletzte vor.» Fünf Minuten nach Meldungseingang sei der Täter bereits verhaftet worden.

Drei männliche Personen wurden beim Angriff verletzt, allesamt Schweizer. Das erste Opfer ist 28 Jahre alt und erlitt eine Stichverletzung am Bein. «Er steht unmittelbar vor der Entlassung aus der Spitalpflege», so Polizeikommandant Weyermann. Das zweite Opfer ist 43 Jahre alt und wurde am Hals durch das Messer verletzt. Er konnte bereits aus der Spitalpflege entlassen werden. «Die dritte Person, 52, wurde schwerer verletzt und wurde notoperiert», so Weyermann. Er erlitt eine Stichverletzung am Oberschenkel. Er befindet sich nach wie vor in Spitalpflege.

28.05.2026

Do 15:05

Was wir über den Täter wissen

Beim mutmasslichen Täter handelt es sich um einen 31-jährigen Schweizer. Der Mann ist in der Islamisten-Szene aktiv. Seine Familie stammt aus der Türkei. Wie SRF schreibt, soll der Mann an psychischen Problemen leiden.

Der mutmassliche Täter von Winterthur rannte am Donnerstagmorgen vor dem Bahnhof an einer Klasse vorbei und ruft «Allahu Akbar» (Gott ist grösser).
Der mutmassliche Täter von Winterthur rannte am Donnerstagmorgen vor dem Bahnhof an einer Klasse vorbei und ruft «Allahu Akbar» (Gott ist grösser).Social Media
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28.05.2026

Do 14:35

Medienkonferenz angekündigt

Am Donnerstagnachmittag informiert die Kantonspolizei Zürich über den Messerangriff in Winterthur. Die Medienkonferenz startet um 15 Uhr. Der Live-Stream ist bei 20 Minuten zu sehen. Es informieren:

  • Mario Fehr, Regierungsrat und Sicherheitsdirektor Kanton Zürich
  • Marius Weyermann, Kommandant der Kantonspolizei Zürich
Sicherheitsdirektor Mario Fehr wird an der Medienkonferenz sprechen. (Archivaufnahme)
Sicherheitsdirektor Mario Fehr wird an der Medienkonferenz sprechen. (Archivaufnahme)Screenshot Kanton Zürich
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Reto Bollmann (bre), Jahrgang 1991, verstärkt seit Ende 2021 als Redaktor den Newsdesk von 20 Minuten. Eine Vorliebe hat er für politische, wissenschaftliche und geschichtliche Themen.

Anika Yago (ayo), arbeitet seit 2023 bei 20 Minuten. Seit 2024 ist sie Redaktorin für das Ressort Zentralschweiz.

Zoé Stoller (sto) arbeitet seit 2021 bei 20 Minuten und ist stellvertretende Leiterin des Ressorts Regionen.

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