Valentin Stocker als FCB-Sportchef: «Ich hätte nicht gedacht, dass es mir so viel Spass macht»

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Zukunft des FC BaselDie grosse Shaqiri-Frage und der Traum von ManUtd-Perlen

Valentin Stocker führt den Sportbereich beim FC Basel vorerst bis September. Nun spricht er über Verantwortung, Grenzen und seine Zukunft. Auch Andreas Herrmann, neuer Technischer Direktor, kommt zu Wort.

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Der FC Basel verlor gegen Ende der Saison gegen die Young Boys. Die grosse Frage: Wie sieht es nächste Saison aus?SRF

Darum gehts

  • Valentin Stocker übernimmt bis mindestens September als Sportlicher Leiter des FC Basel, nachdem Sportdirektor Daniel Stucki gegangen ist.
  • An seiner Seite wirkt Andreas Herrmann als neuer Technischer Direktor – der 34-Jährige kommt von Manchester United.
  • Die beiden sprechen über Verhandlungen mit Xherdan Shaqiri, das wohl geplatzte Engagement von Beachsoccer-Welttrainer Angelo Schirinzi und die Manchester-United-Vergangenheit von Herrmann.

Valentin Stocker ist bis mindestens im September der Sportliche Leiter des FC Basel. Damit reagiert die Clubführung des FCB auf den Abgang von Sportdirektor Daniel Stucki. Zusammen mit Andreas Herrmann, dem neu eingestellten Technischen Direktor, kümmert sich der ehemalige FCB-Captain um die erste Mannschaft.

Warum entschied sich Valentin Stocker für die Aufgabe?

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Obwohl er die letzten Jahre Ex-Sportchef Stucki zuarbeitete, ist Stocker trotz abgeschlossener Uefa-Ausbildung als Executive Master for International Players ein Novize in diesem Job. Nun sagt er: «Wenn ich wünschen könnte, wäre Daniel Stucki der Head of Sport und meine Wenigkeit wie Herrmann würden unter ihm wirken.»

Valentin Stocker ist bis mindestens im September der Sportliche Leiter des FC Basel.
Valentin Stocker ist bis mindestens im September der Sportliche Leiter des FC Basel.Philipp Kresnik/freshfocus

Für ihn ist klar: Die Verantwortung muss auf mehrere Schultern verteilt werden. «Mir war immer bewusst, dass durch die Grösse des FC Basel ein Mensch alleine diese Aufgabe nicht machen kann.» Und er stellt klar: «Ich habe das Gefühl, dass ich nun helfen und Verantwortung übernehmen kann.»

Wieso ist Stockers Engagement befristet?

Im vereinseigenen Podcast sagte Stocker im November 2025: «Wenn du FCB-Sportchef werden willst, bleibt megavieles auf der Strecke. Meine Familie und mein Umfeld haben während meiner Karriere lange auf mich als Person verzichtet.» Weiter erklärte er, dass er es sich nicht vorstellen könne, 7 Tage/24 Stunden als Sportchef zu walten. Deshalb ist nun sein Engagement auch begrenzt. «Alle Power jetzt auf das Transferfenster und dann sitzen wir zusammen und schauen, wie es weitergehen soll.»

Gibt es die Chance, dass er weitermacht?

Ja! «Ich hätte nicht gedacht, dass es mir so viel Spass macht», sagt er. Er sei gerne da, damit der FC Basel nicht in eine ungemütliche Konstellation kommt. Stocker bezeichnet sich als «Leading Helper». Er sagt: «Ich kann viel rund um mich herum abgeben, weil es Leute im Verein gibt, die gewisse Dinge besser können als ich. Und das ist doch das Beste.»

Valentin Stocker sagt: «Ich hätte nicht gedacht, dass es mir so viel Spass macht.»
Valentin Stocker sagt: «Ich hätte nicht gedacht, dass es mir so viel Spass macht.»Philipp Kresnik/freshfocus
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Dennoch ist klar: Der Ex-FCB-Star ist das Gesicht gegen aussen. «Das ist eine Challenge», sagt er: «Von dem Moment, als ich zugesagt habe, bin ich da. Sonst bin ich telefonisch erreichbar. Wichtig ist mir aber auch, Grenzen zu setzen.»

Was bringt Herrmann in den Verein mit?

Herrmann kommt ursprünglich aus Frankfurt und hat dann durch Zufall und Kontakte bei Manchester United gearbeitet. «Die ersten Jahre habe ich unentgeltlich gearbeitet.» Der heute 34-Jährige machte seine Sache aber so gut, dass er stetig befördert wurde. Am Ende und nach einem kleinen Zwischenschritt beim VfB Stuttgart war er Head of Emerging Talent bei Manchester United.

Andreas Herrmann
kam von Manchester United zum FC Basel.
Andreas Herrmann kam von Manchester United zum FC Basel.Philipp Kresnik/freshfocus

Er erzählt, er habe Exponenten des FC Basel schon vor seinem Jobantritt gekannt. «Ich war schon vor vielen, vielen Jahren hier in Basel in der Akademie.»  Bei der Vorstellung wirkt er ruhig und der Spass an seiner neuen Aufgabe ist ihm anzusehen.

Schnappt der FC Basel jetzt United die Talente weg?

Bei der Vorstellung kommt die Frage auf, ob Herrmann von der Scoutingliste von Manchester United profitiert? Dazu sagt Herrmann: «Die wichtigen Namen haben wir in unseren Köpfen. Da brauche ich keine Listen.»

Wie sieht die Kaderplanung aus?

Mit Jonas Omlin holte der FCB bereits eine neue Nummer 1, Finn van Breemen wagt einen Neuanfang in Portugal. FCB-Routinier Dominik Schmid wechselt zu Red Bull Salzburg. Was verändert sich noch beim FC Basel? Schliesslich hielt FCB-Boss David Degen im Frühjahr fest, dass der Umbruch «deutlich» werde.

Wie gut ist der FC Basel in der nächsten Saison?
Wie gut ist der FC Basel in der nächsten Saison?Philipp Kresnik/freshfocus
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Von einem «deutlichen Umbruch» ist nicht mehr die Rede. Herrmann spricht von «Identifikation», die sehr wichtig sei. Stocker ergänzt: «Ich bin Fan von Rückholaktionen. Wenn es eine Möglichkeit gibt, werden wir nichts unversucht lassen.»

Wie geht es mit Xherdan Shaqiri weiter?

Der Vertrag des FCB-Superstars läuft Ende nächste Saison aus. Wie geht es mit ihm weiter? Herrmann: «Wir sind sehr aktiv in Gesprächen und in offenem Austausch mit seinen Beratern.» Alles andere wird man in den nächsten Wochen sehen.

Was ist mit Angelo Schirinzi?

Zuletzt vermeldete die «BZ Basel», dass mit Angelo Schirinzi ein neuer Co-Trainer zum FC Basel kommen werde. Die Meldung überraschte durchaus. Schirinzi ist kein klassischer Fussballtrainer: Er wurde 2022 zum Beachsoccer-Welttrainer des Jahres gewählt, ist eine Legende im Beachsoccer. Aber: Er besitzt seit 2011 die Uefa-Pro-Lizenz.

Angelo Schirinzi ist eine Grösse im Beachsoccer.
Angelo Schirinzi ist eine Grösse im Beachsoccer.freshfocus

Nun verpflichtete der FCB zuletzt aber Mario Cantaluppi als neuen Co-Trainer. Angesprochen auf Schirinzi bestätigt Stocker, dass man mit Schirinzi gesprochen habe. «Wir haben uns jetzt aber so entschieden wie es ist.» Warum der Deal platzte? Unklar. Schirinzi will auf Nachfrage von 20 Minuten das Ganze «nicht kommentieren».

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Nils Hänggi (nih) ist seit 2019 bei 20 Minuten. Er ist Sportredakteur und Teil des Social Responsibility Boards. Er schreibt oft übers Thema Fussball.

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