Warum Zoé und Anouk Vergé-Dépré einen Gentest machen mussten

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Schweizer Beachvolley-DuoZoé und Anouk Vergé-Dépré müssen aufzeigen, dass sie Frauen sind

Zoé und Anouk Vergé-Dépré absolvierten den neu verlangten SRY-Test des Weltverbands. Nur so dürfen die Beachvolleyball-Spielerinnen weiter in der Frauenkategorie antreten.

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Hier erzählt Zoé Vergé-Dépré vom Gen-Test.Tiktok/zoevergedepre

Darum gehts

  • Der internationale Volleyball-Verband FIVB verlangt seit diesem Jahr von allen Spielerinnen einen SRY-Gentest, um in der Frauenkategorie antreten zu dürfen.
  • Auch die Schweizer Beachvolley-Schwestern Anouk und Zoé Vergé-Dépré mussten den Test absolvieren – Zoé nannte es auf Tiktok «schon crazy».
  • Das Testresultat ist einmalig und lebenslänglich gültig, wie Swiss-Volley-Leiter Alessandro Raffaelli bestätigt.

Das Beachvolley-Turnier in Gstaad verlief aus Schweizer Sicht bitter. Der Finaltag letzten Sonntag fand nämlich ohne Schweizer Beteiligung statt. Besonders bitter war das Scheitern für Anouk Vergé-Dépré und Zoé Vergé-Dépré, die letztjährigen Drittplatzierten.

Hier zu sehen: Zoé (r.) und Anouk Vergé-Dépré.
Hier zu sehen: Zoé (r.) und Anouk Vergé-Dépré.20min/Marco Zangger
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Nach der Pleite waren die beiden Schwestern enttäuscht. Zoé Vergé-Dépré meinte gegenüber dem SRF etwa, dass sie einige Tage brauchen werde, um die Niederlage zu verdauen. Die Pleite bezeichnete sie zudem als «schmerzhaft».

«Wir gehen jetzt einen Gentest machen»

Zuvor veröffentlichte das Schweizer Beachvolley-Ass auf Tiktok ein Video. Zu sehen in diesem: wie sie und ihre Schwester auf dem Weg zu einem Test waren. «Wir sind jetzt so weit», beginnt Vergé-Dépré die kurze Sequenz. «Wir gehen einen Gentest machen, um zu beweisen, dass wir Frauen sind. Schon crazy, schon ein wenig speziell – aber machen wir!»

So funktioniert der SRY-Test

In einem spezialisierten Labor kann aus den Proben der Athletinnen DNA isoliert und mittels quantitativer PCR untersucht werden. Diese molekularbiologische Methode erlaubt es, bestimmte Abschnitte der Erbsubstanz zu vervielfältigen und so sichtbar zu machen. Ist der Test auf SRY positiv, trägt diese Person das Gen SRY in ihrem Erbgut.
Hier wird der SRY-Test gemacht.
Hier wird der SRY-Test gemacht.Tiktok/zoevergedepre
SRY ist die Abkürzung für die englische Bezeichnung Sex-determining region Y, also in etwa: geschlechtsbestimmende Region des Y-Chromosoms. Es handelt sich um ein Gen, das auf dem kurzen Arm des Y-Chromosoms liegt und für die Entwicklung der Hoden wichtig ist.
Das bedeutet: Hat eine Person das SRY-Gen, ist sie mit grosser Wahrscheinlichkeit biologisch männlich. Fehlt das SRY-Gen, entstehen in der Embryonalentwicklung Eierstöcke, die Person ist mit grosser Wahrscheinlichkeit biologisch weiblich.

Im kurzen Video sieht man dann zum Beispiel, wie die beiden in einen kleinen Behälter spucken mussten. Am Ende bezeichnete Zoé Vergé-Dépré das Ganze als «interessante Erfahrung» und dass es anscheinend notwendig sei.

Nur noch «biologische Frauen» zugelassen

Ende März gab das Internationale Olympische Komitee bekannt, dass alle Sportlerinnen sich künftig Geschlechtertests unterziehen müssen, um an internationalen Frauen-Wettbewerben teilnehmen zu dürfen. Die neue Richtlinie ist das Ergebnis einer von IOC-Präsidentin Kirsty Coventry eingesetzten Arbeitsgruppe zum «Schutz der Frauen-Kategorie», wie das IOC mitteilte. Nur noch «biologische Frauen» seien zugelassen.

Auf Anfrage von 20 Minuten teilt Alessandro Raffaelli, Leiter Spielbetrieb bei Swiss Volley, mit: «Das FIVB (internationaler Volleyball-Verband, d. Red.) verlangt seit diesem Jahr, fast zeitgleich, nachdem das IOC seinen Entscheid kommuniziert hatte, von allen Spielerinnen einen SRY-Test.»

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Raffaelli erzählt, dass die Spielerinnen die Möglichkeit gehabt hätten, diesen Test während des Swatch Beach Pro Gstaad zu absolvieren. Gemäss den vorliegenden Regeln und der Kommunikation des FIVB sei dieser Test einmalig und das Resultat somit lebenslänglich gültig.

Das Management von Zoé Vergé-Dépré bestätigt dies auf Anfrage: «Der SRY-Gentest wird erstmals und einmalig vom internationalen Verband FIVB verlangt, um weiterhin in der Frauenkategorie starten zu können.»

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Nils Hänggi (nih) ist seit 2019 bei 20 Minuten. Er ist Sportredakteur und Teil des Social Responsibility Boards. Er schreibt oft übers Thema Fussball.

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