FC Basel vor neuer Saison: Transfers getätigt, aber Lichtsteiner-Bilanz bleibt schwach

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FC BaselNach ganz mieser Saison: «Bin einer, der Titel gewinnen möchte»

Nach einer schwachen Saison will der FC Basel wieder angreifen. Trainer Stephan Lichtsteiner setzt auf Geduld, Talente und mögliche Verstärkung.

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Der FC Basel verlor gegen Ende der Saison gegen die Young Boys. Die grosse Frage: Wie sieht es nächste Saison aus?SRF

Darum gehts

  • Der FC Basel startet am 25. Juli mit einem Auswärtsspiel gegen Servette in die neue Super-League-Saison.
  • Trainer Stephan Lichtsteiner hat in 19 Spielen nur einen Punkteschnitt von 1,05 – schlechter als seine Vorgänger.
  • Der FCB tätigte mehrere Transfers, sucht aber noch einen Stürmer. Lichtsteiner bezeichnet den Aufbau als «längerfristiges Projekt».

Ende Juli startet die neue Super-League-Saison. Nur eine Woche nach dem Ende der WM 2026. Am Samstag, 25. Juli, treffen die Basler auswärts auf Servette (18 Uhr, live bei uns). Nach einer ganz miesen Saison will Rotblau wieder an erfolgreiche Zeiten anknüpfen – und im besten Fall Titel gewinnen.

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Bevor die Saison jedoch startet, gibt es am Samstag den Testspiel-Kracher gegen Juventus Turin im Joggeli. Eine besondere Partie insbesondere für FCB-Coach Stephan Lichtsteiner. Zur Erinnerung: Bei Juve ist der Ex-Nati-Captain eine Legende. Lichtsteiner bestritt für die Norditaliener insgesamt 258 Spiele, gewann siebenmal den Meistertitel, viermal wurde er Cupsieger. Hinzu kamen mehrere Supercuptitel und zweimal der Final in der Champions League.

Hier zu sehen: Asane Sow im neuen Heim-Liibli des FC Basel.
Hier zu sehen: Asane Sow im neuen Heim-Liibli des FC Basel.Mike Wiss/freshfocus

«Man muss alles tun, um zu gewinnen»

Nun sagte der FCB-Trainer, dass Juve natürlich «seine alte Liebe» sei. Er nannte seinen Transfer nach Turin einen «wichtigen Karriereschritt» und betonte die sehr erfolgreiche Titelserie mit Juve. Und auch privat gefiel es ihm: «Wir haben in der Stadt Turin gewohnt. Wir hatten eine enorm gute Zeit und haben auch viele Menschen kennengelernt, die Freunde fürs Leben geworden sind. Wenn man viel gewinnt, ist aber auch alles viel einfacher.»

Hier zu sehen: Xherdan Shaqiri, der den Meisterkübel in die Luft stemmt. Wie sieht es in einem Jahr aus?
Hier zu sehen: Xherdan Shaqiri, der den Meisterkübel in die Luft stemmt. Wie sieht es in einem Jahr aus?Freshfocus/Marc Schumacher

Dann sprach Lichtsteiner den Erfolgsdruck bei den Italienern an – und dass dieser ihm gefiel. «Die Ansprüche von Juve entsprechen meinem Naturell. Ich habe mich immer an Titeln gemessen und mich mit ihnen identifiziert», so der FCB-Trainer. «Ich bin einer, der Titel gewinnen möchte. Und das ist das Schwierigste im Fussball überhaupt. Das hat mit Charakter zu tun. Man muss alles tun, um zu gewinnen.»

Es sind Worte, die jedem FCB-Fan guttun werden. Denn Siege, die waren in der letzten Saison durchaus Mangelware. In 38 Ligapartien gab es insgesamt 16 Siege. Nach dem Start unter Ludovic Magnin konnte auch Lichtsteiner das Ruder nicht herumreissen. Im Gegenteil. Als FCB-Trainer hat Lichtsteiner einen Punkteschnitt von 1,05 Punkten (19 Spiele).

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Stephan Lichtsteiner ist schlechter als seine Vorgänger

Dieser ist deutlich schlechter als jener aller seiner Vorgänger. Magnin hatte einen von 1,58 (33 Spiele). Fabio Celestini kam nach 73 Spielen auf einen Schnitt von 1,89. Und auch Timo Schultz hatte nach elf Spielen einen Punkteschnitt von 1,27. Wie geht es also in der kommenden Saison weiter?

Stephan Lichtsteiner ist seit Anfang Jahr Trainer des FC Basel.
Stephan Lichtsteiner ist seit Anfang Jahr Trainer des FC Basel.Mike Wiss/freshfocus

Sicher ist: Die Testspiele verliefen nicht nur positiv. Gegen Rappi gab es zwar einen 3:0-Erfolg, gegen Yverdon kassierten die Basler aber eine 0:3-Pleite. Gegen den Super-League-Absteiger Winti kam der FCB nur zu einem 2:2. Und jetzt soll ausgerechnet gegen Topclub Juve Selbstvertrauen für die neue Saison getankt werden?

Lichtsteiner sagte: «Ich will es gut machen. Natürlich wünschte ich mir, ich komme und es läuft alles. Ich bin Trainer, um Titel zu gewinnen. Wichtig ist es aber, realistisch zu bleiben. Man darf keine Träume haben, die derzeit nicht möglich sind.» Er sprach von einem «längerfristigen Projekt». Davon, dass er Spieler entwickeln wolle, damit der FCB sie weiterverkaufen könne.

Trainer Stephan Lichtsteiner während der Vorbereitung mit dem FC Basel.
Trainer Stephan Lichtsteiner während der Vorbereitung mit dem FC Basel.Freshfocus/Mike Wiss

Aber, so Lichtsteiner, «dafür müssen wir erst die Basis legen. Wir haben sehr viele gute und interessante junge Spieler. Wenn ich die Mannschaft anschaue, bin ich sicher, dass sie konkurrenzfähig ist, vielleicht noch mit ein, zwei Opportunitäten, je nachdem, was der Markt hergibt.» Damit meinte der FCB-Trainer einen neuen Stürmer, der dann am Freitag mit Zan Celar auch kam.

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FC Basel tätigte mehrere Transfers

Somit haben die Basler derzeit sechs Stürmer im Kader, davon ist aber einer verletzt (Kaio Eduardo), einer ist noch sehr jung (Giacomo Koloto), einer traf letzte Saison kaum (Albian Ajeti). Bei einem weiteren ist unklar, ob und wie er beim FCB funktioniert (Andrin Hunziker). Und dann gibt es noch einen, der nach seinen Leihstationen schon vergessen gegangen ist und wohl auch bald wieder den FCB verlässt (Djordje Jovanovic).

Es bleibt also spannend beim FC Basel. Immerhin: Einige Transfers tätigte der FC Basel. Vom aktuellen schwedischen Meister Mjällby AIF stiess zum Beispiel Ludwig Malachowski Thorell zum FCB. Mit Coleen Louis und Jonas Harder verpflichtete Rotblau zudem zwei vielversprechende Talente. Mit Akpe Victory kam zudem ein nigerianischer Innenverteidiger mit einem Namen, der schon Grund zur Euphorie ist: Victory – Sieg.

Ob das genügt, wird sich zeigen.

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Nils Hänggi (nih) ist seit 2019 bei 20 Minuten. Er ist Sportredakteur und Teil des Social Responsibility Boards. Er schreibt oft übers Thema Fussball.

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