DeutschlandJens Spahn tritt zurück – das steht in seiner Erklärung
Wie weiter mit Jens Spahn, dem Fraktionsvorsitzenden der CDU? Das war das Thema der letzten Tage. Jetzt ist die Antwort klar.
Darum gehts
- Am Samstag hat CDU-Fraktionschef Jens Spahn seinen Rücktritt als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion erklärt.
- Spahn steht wegen der Geburt seines Kindes durch eine Leihmutter in den USA in der Kritik.
- Mehrere Parteikollegen und Kanzler Friedrich Merz forderten Spahns Rücktritt.
In Deutschland sind derzeit viele Augen auf die CDU gerichtet. Für den Moment weniger wegen politischer Entscheide. Im Vordergrund steht die Neu-Elternschaft des Unionsfraktionsvorsitzenden Jens Spahn, die er einer Leihmutter in den USA verdankt.
Parteikollegen und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatten dem Unionsfraktionschef den Rücktritt nahegelegt. Auch andere Politikerinnen und Politiker sowie Prominente hatten deutliche Worte gefunden. Sie warfen ihm vor, privat anders zu handeln als in seiner politischen Funktion (siehe Box).
Darum sorgt Spahns Elternschaft für Wirbel
Rücktritt steht fest
Jetzt der Knall: Jens Spahn tritt zurück. Er hat am Samstag in einem Schreiben an die Mitglieder der CDU/CSU-Bundestagsfraktion seinen Schritt begründet. Zuvor habe er Friedrich Merz und Markus Söder darüber informiert, «dass ich mit diesem Schreiben an unsere Fraktion von meinem Amt als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurücktrete», so Spahn.
Wie findest du das?
Private Entscheidung nicht mit politischer Rolle vereinbar
In dem Schreiben erklärt Spahn, «dass mein persönliches Glück, gemeinsam mit meinem Mann eine Familie zu gründen und Vater zu werden, nicht vereinbar ist mit meinem politischen Amt.»
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Der Spagat zwischen seiner «privaten Entscheidung zu einem Kind durch Leihmutterschaft und der nachvollziehbaren Erwartung an mich als Vorsitzenden unserer Fraktion ist grösser geworden, als ich es erwartet hatte.» Eines sei ihm in den letzten Tagen immer klarer geworden: «Meine Familie ist mir das Wichtigste.»
«Zunehmende Unerbittlichkeit in der öffentlichen Auseinandersetzung»
Neben Dankesworten an seine bisherigen Parteikolleginnen und -kollegen erklärt er auch, die «zunehmende Unerbittlichkeit in der öffentlichen Auseinandersetzung» habe ihn «sehr nachdenklich gemacht.»
Daran schliesst er eine Bitte: «Lasst uns bei aller Klarheit und Entschiedenheit in der Sache immer auch menschlich im Ton bleiben. Denn das zeichnet uns als christlich-demokratische Volksparteien der Mitte aus.»
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Fee Anabelle Riebeling (fee) arbeitet seit 2014 für 20 Minuten. Sie ist stv. Leiterin Wissen/AI, Data und Leiterin des Fachgremiums Faktencheck & Verifikation.

