Bulgarien«Mein Herz raste»: Extreme Dürre legt Mammutknochen in Donau frei
Negativrekorde können mitunter auch Positives bewirken: In Bulgarien etwa hat der Donau-Tiefststand den Blick auf Mammutüberreste freigegeben.
Darum gehts
- Ein Anwohner entdeckt im trockengefallenen Donau-Flussbett in Bulgarien mutmassliche Mammutknochen.
- Fachleute identifizieren erste Knochen als Unterkiefer, Stosszähne und weitere Überreste eines Wollhaarmammuts.
- Die Experten vermuten, dass noch grosse Teile des Skeletts im Sand verborgen sind.
Unweit des nordbulgarischen Dorfes Ryahovo hat ein Anwohner im trockengefallenen Flussbett der Donau Ungewöhnliches entdeckt: mehrere Knochen, die Fachleuten zufolge wohl zu einem vor langer Zeit verendeten Mammut gehörten. Wie lange die mutmasslichen Urzeit-Überreste schon dort liegen, ist unklar.
Laut der Nachrichtenagentur BTA sind Fachleute aktuell dabei, Ursprung und Alter der Knochen zu bestimmen. Auch ihre Herkunft ist noch unbekannt.
«Mein Herz raste»
BNT News zufolge wählte Knochen-Entdecker Petar Nikolov zunächst den Notruf und stiess auf Zweifel: «Als ich sagte, es handele sich um Mammutreste, glaubten sie mir nicht, und ich wandte mich an den Bürgermeister.» Daraufhin sei erst die Grenzpolizei angerückt. «Dann warteten wir auf den Mann vom Museum.» Er sei sehr aufgeregt gewesen, erzählt Nikolov. «Mein Herz raste.»
BTA zufolge identifizierten die herbeigerufenen Fachleute des Regionalen Historischen Museums in der nahegelegenen Stadt Ruse die Knochen bei einer ersten Sichtung als Unterkiefer, zwei Stosszähne und möglicherweise eine Mammutrippe. Auch Überreste eines Oberschenkelknochens könnten dabei sein. Die Skelettteile werden als gut erhalten beschrieben.
Hast du schon einmal Knochen entdeckt?
Grosser Teil des Skeletts könnte noch im Sand sein
«Ich würde es nicht als Sensation bezeichnen, aber jede Entdeckung solch alter Überreste ist für die Wissenschaft sehr wichtig», sagte Museumsdirektor Nikolay Nenov gegenüber bulgarischen Medien. Man gehe schon lange davon aus, dass der Fundort einst ein Sumpf gewesen sei, in dem das Tier vor Tausenden von Jahren vermutlich verendete. «Es handelt sich hundertprozentig um ein Mammut», sagte Nenov gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, «und höchstwahrscheinlich um ein Wollhaarmammut aus der Eiszeit.»
Die Fachleute schliessen nicht aus, dass sich noch ein grosser Teil des Skeletts tiefer im Flussbett befindet. Der Wasserstand der Donau ist in den letzten Wochen infolge wiederholter und anhaltender Hitzewellen auf Rekordtiefstände gesunken. Nenov erklärte, man wolle das Gebiet noch weiter untersuchen.
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Fee Anabelle Riebeling (fee) arbeitet seit 2014 für 20 Minuten. Sie ist stv. Leiterin Wissen/AI, Data und Leiterin des Fachgremiums Faktencheck & Verifikation.
