Ceuta: Live-Ticker zur Krise an der EU-Aussengrenze

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Livetickeraktualisiert vor 3 Minuten

Ceuta
Trump über Migranten-Andrang in Ceuta: «Das ist schrecklich»

Tausende Migranten dringen gerade illegal in zwei spanische Exklaven auf dem afrikanischen Kontinent ein. Alle Updates im Ticker.
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Darum gehts

  • Innerhalb weniger Tage haben tausende Migranten aus Marokko die Grenze in die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika überquert.
  • Die Lage ist angespannt: Regionalpräsident Juan Jesús Vivas hatte erklärt, die Aufnahmeeinrichtungen seien völlig überlastet. Ausserdem wurde die Armee zur Hilfe gerufen.
  • Warum sich die Lage gerade jetzt zuspitzt, ist unklar. Spekuliert wird über gelockerte Grenzkontrollen durch Marokko oder ein Gerichtsurteil, das direkte Abschiebungen schwimmend Angekommener untersagt.

Deine Meinung zählt

31.07.2026

Fr 17:35

Sánchez macht Schleuser für Migrantenansturm verantwortlich

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat den Massenübertritt Zehntausender Migranten über die Grenze nach Ceuta als das Werk von Schleusern bezeichnet. Menschenschmuggler hätten zahlreiche junge Menschen getäuscht und viele von ihnen in den Tod geführt, sagte Sánchez am Freitag in Ceuta, einer spanischen Exklave in Nordafrika.

Die Behörden in Madrid und Ceuta haben den Massenansturm mit einer Entscheidung des spanischen Obersten Gerichtshofs von Anfang Juli in Verbindung gebracht, wonach Migranten, die über das Meer eintreffen, nicht ohne ein ordnungsgemässes Verfahren sofort über die Grenze zurückgeschickt werden dürfen – im Gegensatz zu denen, die über den Grenzzaun klettern.

Sánchez sagte: «Es scheint, dass sich diese Auslegung des Urteils des Obersten Gerichtshofs in den vergangenen Stunden wie ein Lauffeuer über die Netzwerke von Menschenhändlerorganisationen verbreitet hat und den massiven Ansturm ausgelöst hat.» Die Schleuser interpretierten das Urteil jedoch falsch. Marokkanische Aktivisten sagten indessen, die meisten Migranten hätten von solch juristischen Entscheidungen nichts gewusst. (DPA)

31.07.2026

Fr 16:34

Donald Trump äussert sich zu Ceuta

US-Präsident Donald Trump hat die Ankunft Zehntausender Migranten in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta als «schrecklich» bezeichnet und vor einem hypothetischen ähnlichen Szenario in den USA gewarnt. «Das ist schrecklich. Erinnert euch an dieses Bild», zitierte ihn der Sender Fox News. «So wird es uns in drei Jahren ergehen, wenn die falsche Seite an die Macht kommt», sagte er in Anspielung auf einen möglichen Gewinn der Demokraten bei der Präsidentschaftswahl 2028 und den Amtsantritt des nächsten US-Präsidenten zu Beginn des darauffolgenden Jahres.

Wenn die Demokraten an die Macht kämen, würden die Amerikanerinnen und Amerikaner kein gutes Leben mehr führen, warnte Trump laut Fox News. Der Republikaner ist für eine restriktive Migrations- und aggressive Abschiebepolitik bekannt. Er wirft den Demokraten immer wieder vor, den USA mit einer liberalen Migrationspolitik geschadet zu haben.

Trump über Migranten-Andrang in Ceuta: «Das ist schrecklich.» (Archivaufnahme)
Trump über Migranten-Andrang in Ceuta: «Das ist schrecklich.» (Archivaufnahme)IMAGO/ZUMA Press Wire

31.07.2026

Fr 16:08

«Die Leute haben uns mit Steinen und Gewehren vertrieben»

Nach Angaben der spanischen Regierung sollen bis Freitagnachmittag rund 25’000 Personen die spanische Exklave wieder verlassen haben. Viele hatten die Nacht im Freien verbracht – auf Strassen, in Parks, in den Hügeln oder auf öffentlichen Plätzen, wie die spanische Zeitung «El País» berichtet.

Viele hatten nichts zu Abend gegessen, weil sich bereits am Donnerstag einige Geschäfte, Restaurants und Bars geweigert haben sollen, sie zu bedienen. Am Freitag seien dann die meisten Betriebe komplett zu geblieben. Wasser und Lebensmittel seien deshalb nur schwer erhältlich.

Migranten versuchen, die Seegrenze von Marokko zur spanischen Exklave Ceuta zu überqueren.
Migranten versuchen, die Seegrenze von Marokko zur spanischen Exklave Ceuta zu überqueren.Jesús Torres/EUROPA PRESS/dpa

«Wir haben Hunger», berichteten mehrere Menschen auf dem Weg zurück zur Grenze. Andere erklärten, ihre Kinder hätten in der Nacht geweint und wollten nach Hause. Ein junger Mann sagte gegenüber «El País», er habe in den Hügeln geschlafen, weil sie mit Steinen und Gewehren vertrieben worden seien. «Alles ist geschlossen, wir finden nichts zu essen», sagte er.

Laut der Zeitung berichteten weitere Migranten von Angriffen durch Einwohner. In den sozialen Medien kursierten Videos, auf denen zu sehen sein soll, wie Jugendliche verfolgt und mit Steinen beworfen wurden.

Spanische Militärangehörige patrouillieren, während Migranten versuchen, die Grenzanlage zwischen Marokko und der spanischen Exklave Ceuta zu überwinden.
Spanische Militärangehörige patrouillieren, während Migranten versuchen, die Grenzanlage zwischen Marokko und der spanischen Exklave Ceuta zu überwinden.AFP

An der Grenze waren die spanische Armee und die Guardia Civil im Einsatz. Auch Marokko verstärkte die Kontrollen. Menschen, die nach Ceuta gelangen wollten, wurden zurückgehalten, während Rückkehrenden der Weg nach Marokko erleichtert wurde. Wie viele Migrantinnen und Migranten sich aktuell noch in der Stadt befinden, ist unklar.

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31.07.2026

Fr 15:38

25'000 Migranten nach Marokko zurückgekehrt

Das spanische Innenministerium teilte am Freitag mit, dass seit Beginn der Migrationskrise insgesamt 50'000 Menschen illegal nach Spanien eingereist seien. Diese Zahl liegt unter der Schätzung des Präsidenten der autonomen Stadt Ceuta, Juan Jesús Vivas. Er hatte zuvor von 60'000 Migranten gesprochen. Nach Angaben des Innenministeriums sei rund die Hälfte der Eingereisten, etwa 25'000 Menschen, freiwillig nach Marokko zurückgekehrt.

Ministerpräsident Pedro Sánchez reiste derweil nach Ceuta. Gleichzeitig stieg die Zahl der Migranten, die beim Versuch, schwimmend in die spanische Exklave zu gelangen, ums Leben kamen, auf 43. «Was gestern geschehen ist, war ein Angriff, eine Verletzung der territorialen Integrität Spaniens», sagte Sánchez. Er dankte Marokko für die Zusammenarbeit bei der Rückführung der Migranten, die «so schnell wie möglich» erfolgen solle. Zudem kündigte er an, am Wellenbrecher Bojen zu installieren, um eine Sperrbarriere im Meer zu errichten.

Soldaten sichern die Küste der spanischen Exklave Ceuta.
Soldaten sichern die Küste der spanischen Exklave Ceuta.AFP

31.07.2026

Fr 15:23

20 Minuten unterwegs nach Ceuta

Reporterin Shirin Camenisch ist vor Kurzem in Malaga gelandet und macht sich nun per Bus auf den Weg nach Algeciras, von wo es mit der Fähre weiter nach Ceuta geht. «Ich kann mir momentan noch nicht richtig vorstellen, auf was für Emotionen ich heute Abend treffen werde, aber ich rechne mit teils chaotischen Zuständen.»

Vom Flughafen in Malaga dauert es noch mehrere Stunden mit Bus und Fähre bis nach Ceuta.
Vom Flughafen in Malaga dauert es noch mehrere Stunden mit Bus und Fähre bis nach Ceuta.20 Minuten

Sofern alles nach Plan läuft, wird ein paar Stunden später auch Reporter Flurin Pestalozzi in Ceuta eintreffen und Shirin unterstützen. Hier im Ticker wirst du laufend über die Erlebnisse der beiden sowie auch über die neuesten Entwicklungen informiert.

31.07.2026

Fr 14:54

Briten bieten Unterstützung an

Die britische Regierung hat Spanien wegen der Krise in der Exklave Ceuta Unterstützung angeboten.

«Natürlich ist das in erster Linie eine Angelegenheit der spanischen Regierung, aber die Situation gibt Anlass zur Sorge», sagte Premierminister Andy Burnham der Nachrichtenagentur PA zufolge. «Wir nehmen Kontakt mit der spanischen Regierung und den spanischen Behörden auf, um Unterstützung anzubieten, aber auch, um die Auswirkungen dieser Situation besser zu verstehen.» (DPA)

31.07.2026

Fr 14:41

Sánchez: «Sicherheit ist gewährleistet»

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat garantiert, dass die Sicherheit der Einwohner der Exklave Ceuta gewährleistet ist. Dazu solle die Präsenz der Sicherheitskräfte auf den Strassen der Stadt verstärkt werden.

Der Ministerpräsident Pedro Sanchez und der Innenminister Fernando Grande Marlaska  by am Tarajal Grenzübergang zwischen Ceuta und Marokko.
Der Ministerpräsident Pedro Sanchez und der Innenminister Fernando Grande Marlaska  by am Tarajal Grenzübergang zwischen Ceuta und Marokko.AFP

Zudem wolle die Regierung eine physische Sperre im Meer errichten. Diese solle die Rückführung irregulär eingereister Migranten an der Grenze erleichtern und im Einklang mit einem Urteil des Obersten Gerichtshofs stehen.

Ausserdem sollen die Verfahren zur Rückführung irregulär eingereister Migranten beschleunigt werden.

Die Zusammenarbeit mit den marokkanischen Behörden solle fortgesetzt werden, um den Kampf gegen Schleuserbanden und Menschenhandel weiter zu verstärken.

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31.07.2026

Fr 14:24

Zahl der Toten steigt auf 34

Mindestens 34 Migranten sind beim Versuch, aus Marokko in die spanische Exklave Ceuta zu gelangen, ums Leben gekommen. Das sagte Regionalpräsident Juan Jesús Vivas übereinstimmenden spanischen Medienberichten zufolge. Kurz zuvor hatten die Behörden noch erklärt, es seien 28 Menschen im Meer ums Leben gekommen.

Ein Vater mit seinem Kind wird von marokkanischen Sicherheitskräften aufgehalten.
Ein Vater mit seinem Kind wird von marokkanischen Sicherheitskräften aufgehalten.AFP

31.07.2026

Fr 14:11

Pedro Sánchez: «Angriff auf Spanien»

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez hat den Andrang als «Angriff» und «Verletzung der territorialen Integrität Spaniens» bezeichnet. Bei einem Besuch im Gebiet an der Meerenge von Gibraltar sagte er zudem den knapp 85.000 Einwohnern Ceutas die Unterstützung des ganzen Landes zu: «Ganz Spanien steht an eurer Seite. Wir übernehmen die Verantwortung für diese Situation.»

Beim Besuch der Exklave kündigte Sánchez am Freitag weitere Massnahmen zur Sicherung der Grenze an. So sollen am Grenzdamm zwischen der Küste Marokkos und dem Strand von Tarajal in Ceuta Schwimmbojen installiert werden, um eine «physische Sperre» zu schaffen. Zudem sollen Verfahren beschleunigt werden, um die Rückführung irregulär eingereister Migranten zu erleichtern. «Die Ausreise vieler Migranten findet bereits statt», sagte der Regierungschef, und hob zugleich die Zusammenarbeit mit Marokko hervor.

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez besucht am 31. Juli 2026 den Grenzzaun von Tarajal zwischen der spanischen Exklave Ceuta und Marokko. In den vergangenen Tagen sollen rund 40’000 Migrantinnen und Migranten nach Ceuta gelangt sein.
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez besucht am 31. Juli 2026 den Grenzzaun von Tarajal zwischen der spanischen Exklave Ceuta und Marokko. In den vergangenen Tagen sollen rund 40’000 Migrantinnen und Migranten nach Ceuta gelangt sein.AFP

31.07.2026

Fr 14:09

Von der Leyen: «Bilder aus Ceuta sind inakzeptabel»

Angesichts des Andrangs von Zehntausenden Migranten in Ceuta fordert EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ein hartes Vorgehen. «Wir können niemandem erlauben, in unsere Union zu kommen, ohne sich an unsere Regeln zu halten», schrieb die deutsche Politikerin auf der Plattform X.

«Gefährliche Überfahrten müssen sofort aufhören. Schmuggelnetzwerke müssen zerschlagen werden. Und Rückführungen müssen schnell erfolgen, wie es unsere Regeln erlauben», forderte von der Leyen. «Die Bilder, die aus Ceuta kommen, sind inakzeptabel.»

31.07.2026

Fr 14:06

Hunderte kehren zurück

Nach Angaben von «El País» verlassen inzwischen mehr Migranten aus Marokko Ceuta wieder, als neue dazukommen. Bilder zeigen, wie Hunderte Migranten sich wieder auf dem Rückweg nach Marokko befinden.

31.07.2026

Fr 13:37

Rund 60'000 Migranten

Wie die Behörden am Freitag mitteilen, seien rund 60'000 Migranten von Marokko in die spanische Exklave Ceuta gekommen. Zuvor war von 49'000 Migranten die Rede.

Auch die Zahl der Todesopfer ist gestiegen. 24 Personen seien bisher ums Leben gekommen.

Auf dem Weg nach Europa.
Auf dem Weg nach Europa.AFP

31.07.2026

Fr 12:52

Auch Finnland unterstützt Meloni-Vorschlag

Spanien habe die EU-Aussengrenze im Schengen-Raum «völlig unzureichend» geschützt, schreibt die finnische Innenministerin Mari Rantanen auf X. Das könne so nicht weitergehen.

Alle europäischen Länder müssten den Vorschlag der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni unterstützen. Staaten, die ihrer Pflicht zum Schutz der EU-Aussengrenzen nicht nachkämen, sollten dem Schengen-Raum nicht angehören. (fos)

Der Grenzzaun der europäischen Aussengrenze zwischen Marokko und der spanischen Enklave.
Der Grenzzaun der europäischen Aussengrenze zwischen Marokko und der spanischen Enklave.AFP

31.07.2026

Fr 11:51

Frankreich verstärkt Grenzkontrollen zu Spanien

Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez erklärte am Freitag im Onlinedienst X, er habe Anweisungen erteilt, «die Kontrollen an der spanischen Grenze unverzüglich zu verstärken». Dem Sender RTL sagte Nuñez, er werde am Freitag erneut mit seinem spanischen Kollegen sprechen.

«Wir haben Kontrollen an der französisch-spanischen Grenze, die gibt es bereits und tatsächlich wurden sie in den vergangenen Monaten verstärkt», sagte Nuñez. «Wir haben eine mobile Einheit, die permanent im Einsatz ist. Wir werden natürlich Massnahmen ergreifen, wenn es Bewegungen in Richtung französisches Territorium gibt», fuhr er fort. «Auf jeden Fall werden wir die Grenzkontrollen offensichtlich verstärken.» (AFP)

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31.07.2026

Fr 10:27

18 Tote

Bei dem Versuch, die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika zu erreichen, sollen mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen sein. Rachid Sbihi, Vorsitzender einer Gewerkschaft der Polizeieinheit Guardia Civil, sagte, viele der Menschen seien ertrunken, jedoch habe es auch im Gedränge beim Überwinden des Zauns am Wellenbrecher des Strandes von Tarajal Opfer gegeben. Er sprach von einer «schweren humanitären Krise». (DPA)

Eine Familie versucht sich vor den Ausschreitungen in Fnideq in Sicherheit zu bringen.
Eine Familie versucht sich vor den Ausschreitungen in Fnideq in Sicherheit zu bringen.AFP
Das junge Paar auf der europäischen Seite des Grenzzauns.
Das junge Paar auf der europäischen Seite des Grenzzauns.Europa Press via Getty Images
Zurückgelassene Schwimmhilfen am Strand von Ceuta.
Zurückgelassene Schwimmhilfen am Strand von Ceuta.IMAGO/Europa Press
Die Frau hat den Strand erreicht.
Die Frau hat den Strand erreicht.IMAGO/Anadolu Agency
Der Strand in Ceuta.
Der Strand in Ceuta.IMAGO/Europa Press

31.07.2026

Fr 10:04

49'000 Migranten innert 24 Stunden?

Nach Schätzungen des spanischen Innenministeriums haben rund 49’000 Migrantinnen und Migranten innerhalb von 24 Stunden die nordafrikanische Exklave Ceuta erreicht. Sie kamen aus Marokko über Land und auf dem Seeweg, wie CNN berichtet. Bilder zeigen Familien, Jugendliche, Frauen und Kinder, die den Grenzzaun zwischen Marokko und Ceuta sowohl über den Seeweg als auch zu Fuss überwinden.

Der Weg über den Zaun.
Der Weg über den Zaun.Anadolu via Getty Images
Der Versuch mit Schwimmringen übers Meer zu kommen.
Der Versuch mit Schwimmringen übers Meer zu kommen.IMAGO/Europa Press
Es sind bereits mehrere Personen ertrunken.
Es sind bereits mehrere Personen ertrunken.IMAGO/Anadolu Agency
Der Grenzzaun bei Bab Sebta.
Der Grenzzaun bei Bab Sebta.AFP

Am zweiten Tag des anhaltenden Zustroms hat die Migrationskrise damit laut den Sicherheitsbehörden ein deutlich grösseres Ausmass erreicht als frühere Ereignisse. Selbst die Migrationskrise von 2021, als rund 12'000 Menschen nach Ceuta gelangten, wird inzwischen klar übertroffen. (fos)

Die Situation bei Fnideq ist angespannt.
Die Situation bei Fnideq ist angespannt.AFP
Diese Menschen versuchen es mit der alten Mutter und Handtasche über die Felsen in die Konklave.
Diese Menschen versuchen es mit der alten Mutter und Handtasche über die Felsen in die Konklave.IMAGO/Agencia EFE

31.07.2026

Fr 08:48

Polizeikreise gehen von bis zu 20'000 Migranten aus

Auch in der zweiten spanischen Nordafrika-Exklave Melilla haben Hunderte Migranten die Grenze überwunden. Etwa 400 Menschen seien über zwei Grenzübergänge von Marokko aus auf dem Landweg und über einen Damm im Süden der Stadt in das Gebiet gelangt, sagte der Präsident der autonomen Stadt, Juan José Imbroda, dem Radiosender Cope am Donnerstagabend. Die Sicherheitskräfte hätten die Lage unter Kontrolle gehalten.

Das Auffanglager in Ceuta ist überfüllt.
Das Auffanglager in Ceuta ist überfüllt.IMAGO/Europa Press

In der 250 Kilometer westlich gelegenen Exklave Ceuta ist die Lage weiter angespannt. Schätzungen aus Polizeikreisen zufolge könnten innerhalb weniger Tage mehr als 20'000 Menschen aus Nordafrika überwiegend schwimmend nach Ceuta gelangt sein, wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtete. Mindestens 16 Menschen seien bereits tot aus dem Wasser geborgen worden.

Menschen versammeln sich am Grenzübergang Bab Septa an der spanisch-marokkanischen Grenze.
Menschen versammeln sich am Grenzübergang Bab Septa an der spanisch-marokkanischen Grenze.AFP

Hunderte Menschen übernachten auf den Strassen

In der Nacht auf Freitag übernachteten in Ceuta hunderte junge Migranten auf den Strassen, wie eine Reporterin der Zeitung «El País» berichtete. Viele von ihnen trügen kaum etwas am Leibe. In der Nacht und auch am Freitagmorgen kamen dem Bericht zufolge weiter Hunderte Menschen über die Grenze.

Die Zentralregierung in Madrid ordnete Medienberichten zufolge den Einsatz von in Ceuta stationierten Armee-Einheiten zur Unterstützung der Grenzbeamten an. Ministerpräsident Pedro Sánchez reist heute in das Gebiet. (dpa)

AFP

31.07.2026

Fr 08:47

Das ist bisher belegt

Stand: 31. Juli 2026, 08.45 Uhr

• Tausende Menschen sind am Donnerstag von Marokko nach Ceuta gelangt. Viele kamen über den Küstenbereich bei Tarajal, teils schwimmend und teils zu Fuss. Es handelt sich überwiegend um Marokkaner; unter ihnen sind auch Familien, Kinder und Minderjährige. Eine verlässliche Gesamtzahl liegt noch nicht vor.

Zusammenstösse bei Fnideq, an der Grenze.
Zusammenstösse bei Fnideq, an der Grenze.AFP

• Bei den Überquerungen sind Menschen gestorben. Die Regierung in Ceuta bestätigte laut AP mindestens neun Tote. «El País» meldet inzwischen 18 geborgene Leichen. Wegen der widersprüchlichen Zahlen sollte im Ticker derzeit von «mindestens neun Toten» gesprochen werden.

• Die Aufnahmestrukturen in Ceuta sind überlastet. Bereits vor dem grossen Grenzdurchbruch hatten mehr als 1500 Menschen innerhalb weniger Tage Ceuta erreicht; Hunderte mussten ausserhalb des Aufnahmezentrums schlafen.

In Bab Sebta, an der Grenze, warten die menschen.
In Bab Sebta, an der Grenze, warten die menschen.AFP

• Spanien setzt das Militär ein. Soldaten sollen die Guardia Civil bei der Sicherung der Grenze und der Aufrechterhaltung der Sicherheit unterstützen. Regierungschef Pedro Sánchez und Innenminister Fernando Grande-Marlaska reisen am Freitag nach Ceuta.

Nahe Fnideq an der marokkanisch-spanischen Grenze kam es zu Zusammenstössen zwischen Polizei und Migrantinnen und Migranten.
Nahe Fnideq an der marokkanisch-spanischen Grenze kam es zu Zusammenstössen zwischen Polizei und Migrantinnen und Migranten.AFP

• Spanien und Marokko arbeiten nach eigenen Angaben zusammen. Beide Staaten wollen weitere Übertritte verhindern und Möglichkeiten zur schnellen Rückführung prüfen. Marokkanische Sicherheitskräfte sollen inzwischen zahlreiche Menschen am Grenzübertritt hindern. Rabat hat den plötzlichen Kontrollverlust bisher jedoch nicht öffentlich erklärt.

• Der Gerichtsentscheid bedeutet kein automatisches Bleiberecht. Menschen, die auf dem Seeweg ankommen, dürfen nicht sofort und ohne Verfahren nach Marokko zurückgeschickt werden. Sie müssen identifiziert und ihre individuellen Umstände geprüft werden. Das Urteil gilt nicht gleichermassen für Einreisen über den Landweg.

• Der Auslöser ist weiterhin ungeklärt. Diskutiert werden das Gerichtsurteil, Gerüchte über erleichterte Einreisen sowie eine bewusste Lockerung der Kontrollen durch Marokko. Für eine gezielte Aktion Rabats als Reaktion auf Spaniens Beziehungen zu Algerien gibt es bisher keinen Beleg. Der Verdacht entsteht vor allem wegen der Krise von 2021, als Marokko nach einem diplomatischen Streit die Kontrollen gelockert haben soll.

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