Moskau- und Kiew-ReiseHandschlag und Umarmung: Wie kommt der Kurs der US-Gesandten an?
In der ukrainischen Bevölkerung gibt es Hoffnung und Skepsis, was die neuen Friedensbemühungen der Trump-Regierung im russischen Angriffskrieg angeht. Witkoff und Kushner sprachen vor ihrem Besuch mit dem russischen Staatschef Putin.
Darum gehts
- Die US-Sondergesandten Jared Kushner und Steve Witkoff sind am Sonntag in Kiew eingetroffen und von Präsident Selenski empfangen worden.
- Zuvor hatten sie in Moskau rund drei Stunden mit Putin gesprochen – ohne erkennbaren Durchbruch.
- An den Kiewer Gesprächen nehmen laut Selenski auch europäische Sicherheitsberater teil.
Am Sonntag sind Jared Kushner und Steve Witkoff in Kiew eingetroffen und dort vom ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski begrüsst worden. Zuvor hatten sich die beiden Sondergesandten von Donald Trump, die für den 80-Jährigen in diversen Konflikten die Interessen des US-Präsidenten vertreten, am Samstag in Moskau mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin getroffen.
Presseschau: Hoffnung, Resignation, Besorgnis
Zum unterschiedlichen Empfang in den beiden Hauptstädten, im Kreml gab es für Witkoff einen Handschlag von Putin, während die US-Gesandten Selenski bei dessen Empfang in der Sophienkathedrale in die Arme schlossen, schreibt die «Bild»: «Diese Umarmung lässt uns hoffen». Auch im Ort des Empfangs sieht die deutsche Zeitung grosse Symbolträchtigkeit: So wurde das zum Unesco-Weltkulturerbe gehörende Gotteshaus erst am Freitag bei einem russischen Angriff beschädigt.
Weniger optimistisch scheint «Le Monde» hinsichtlich des US-Besuchs in Moskau, der nach ersten Erkenntnissen keinen Durchbruch brachte: «Putin wiederholt seine Forderungen gegenüber Trumps Gesandten, die mit ‹Ideen› für Frieden in den Kreml gekommen sind», schreibt die französische Zeitung zu den rund dreistündigen Gesprächen, die im Anschluss an den Empfang im Senatspalast des Kremls stattfanden.
Derweil befürchtet der «Lviv Herald», dass durch den zuerst stattgefundenen Moskau-Besuch ein teils schon in der Vergangenheit auf ukrainischer Seite gehegtes Misstrauen gegenüber den US-Unterhändlern genährt werden könnte: Nämlich, dass Witkoff und Kushner die russischen Standpunkte direkt von Putin hören und gegenüber den ukrainischen Vertretern dann «als unvermeidbare Realitäten präsentieren», so die englischsprachige ukrainische Zeitung.
Auch EU-Vertreter sitzen in Kiew mit am Tisch
An den nun stattfindenden Gesprächen der US-Sondergesandten Jared Kushner und Steve Witkoff in Kiew werden nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski teilweise auch europäische Sicherheitsberater teilnehmen. «Wir erwarten eine Gesprächsrunde (mit den US-Gesandten) und dann wird eine weitere mit den europäischen nationalen Sicherheitsberatern folgen», sagte Selenski am Sonntag in Kiew. Er sprach von «mehreren wichtigen Gesprächsrunden».
Mit Material der AFP
Benedikt Hollenstein (bho) ist seit 2021 bei 20 Minuten. Er schreibt für den Newsdesk und übernimmt dort auch Tagesleitungsschichten.
