Flydubai-Terrorflug: Sanitär rettet 174 Menschen dank TV-Doku

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Horror-FlugSanitär-Installateur verhindert Absturz – dank einer TV-Doku

Yaniv Hayoun überwältigte den Angreifer im Cockpit und riss das stürzende Flugzeug wieder hoch. Sein Wissen hatte er aus einer TV-Doku über Flugkatastrophen.

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Eine Augenzeugenvideo zeigt Yaniv Hayoun: Zusammen mit weiteren Passagieren kümmert er sich um den niedergestochenen Flydubai-Flugkapitän.20min/jad

Darum gehts

  • Der israelische Sanitär-Installateur Yaniv Hayoun hat auf einem Flydubai-Flug mit 174 Menschen an Bord einen Absturz verhindert.
  • Der Co-Pilot hatte den Kapitän mit einem Messer attackiert – das Flugzeug sackte in zwei Minuten rund 18'000 Fuss ab.
  • Sein Wissen über Flugzeugsteuerung stammt aus der TV-Dokuserie «Mayday – Alarm im Cockpit».

Als die Flydubai-Maschine mit 174 Menschen an Bord in die Tiefe sackte, reagierte Yaniv Hayoun sofort. Der israelische Sanitär-Installateur hat noch nie ein Flugzeug geflogen – und riss die Maschine trotzdem wieder nach oben.

Der Angriff ereignete sich rund zweieinhalb Stunden nach dem Start in Dubai auf dem Weg nach Tel Aviv. Der Co-Pilot soll den Kapitän mit einem Messer attackiert haben. Dieser konnte noch die Kabine alarmieren und die Cockpittür öffnen. Laut israelischen Medien stürzte das Flugzeug danach in zwei Minuten rund 18'000 Fuss ab.

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«Jemand schrie, es habe eine Messerstecherei gegeben, und dann begann das Flugzeug, an Höhe und Kontrolle zu verlieren», schildert Hayoun den Vorfall.

«Ich nahm ihn in den Würgegriff»

Hayoun kämpfte sich ins Cockpit vor. «Als ich hineinkam, sah ich den Terroristen an den Steuerungen», sagte er später Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. «Ich packte ihn, nahm ihn in den Würgegriff und zog ihn nach draussen.» Der Mann habe versucht, alles zu zerstören, um das Flugzeug ausser Kontrolle zu bringen.

«Wir kämpften mit dem Co-Piloten, er war völlig ausser sich», sagte Hayoun. Mehrere Passagiere hielten den Angreifer fest. Laut Hayouns Frau Meital fesselten sie ihn zuerst mit Kopfhörern, später mit Kabelbindern.

Israels Ministerpräsident Netanjahu mit Flugzeug-Held Hayoun.
Israels Ministerpräsident Netanjahu mit Flugzeug-Held Hayoun.AFP

Was er aus «Mayday» wusste

Doch das Flugzeug sank weiter. «Ich sprang wieder hinein, griff nach den Steuerungen und zog daran», sagt Hayoun. Als Netanjahu nachfragte, woher er denn gewusst habe, was zu tun sei, antwortete der Israeli, er habe die Dokuserie «Mayday – Alarm im Cockpit» gesehen. Darin werden echte Flugzeugkatastrophen nachgestellt und analysiert. «Ein bisschen kenne ich mich also aus.»

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Zumindest wusste er, dass er das Steuerhorn zu sich ziehen musste. «Das Flugzeug begann sich etwas zu stabilisieren, und dann sagte mir der Pilot, er übernehme von hier an», so Hayoun. Zwei mitfliegende Piloten brachten die Maschine im saudiarabischen Tabuk sicher zu Boden.

Im blutbefleckten T-Shirt zum Premier

Hayoun und drei weitere Israelis bewachten den Angreifer bis zur Landung, während andere Passagiere den verletzten Kapitän versorgten. «Wir hielten ihn den ganzen Weg am Leben», sagt Hayoun.

Noch im blutbefleckten T-Shirt stand er danach vor Netanjahu – und umarmte ihn auf Distanz, um dessen Hemd nicht zu beschmutzen. «Sie haben viele Leben gerettet», sagte der Premier. «Sie haben eine schwere Katastrophe verhindert.»

Messerangriff auf Flydubai-Flug

Ein Co-Pilot soll am Mittwoch auf einem Flug von Dubai nach Tel Aviv den Kapitän mit einem Messer angegriffen haben, um die Kontrolle über das Flugzeug zu übernehmen. Israelische Behörden gehen von einem versuchten Terroranschlag aus.
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Konstantin Furrer (fur) arbeitet seit 2017 für 20 Minuten. Seit 2022 Newsdesk-Leiter, daneben Blattmacher und Mitglied der Redaktionsleitung.

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