Ein verheerendes Zugunglück hat in Spanien Dutzende Tote gefordert.20min
Das Wichtigste
In Zentralspanien sind zwei Hochgeschwindigkeitszüge ineinandergeprallt.
Rettungskräfte berichten von Dutzenden Toten und Verletzten.
Der Unfallhergang erinnert an den verheerenden Crash am 18. Januar 2026.
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29.10.2026
Do 10:01
Grosser Medienandrang am Unfallort
Bei Urda in Zentralspanien, wo gestern bei der Kollision von zwei Schnellzügen 68 Personen starben, haben sich zahlreiche TV-Sender und Medienschaffende eingefunden.
Am Rande der Unfallstrecke haben sich am Donnerstagmorgen zahlreiche Medienvertreter versammelt.20Min/Thomas Sennhauser
Auch 20 Minuten berichtet seit Mittwochabend vor Ort aus Spanien. (bho)
Helfer suchen die ganze Nacht nach weiteren Opfern
Nach der zweiten schweren Bahnkatastrophe in Spanien mit Dutzenden Toten innerhalb von nur neun Monaten ist die Suche nach möglichen weiteren Opfern in der Nacht weitergegangen. «Hier wird mit Hilfe von Flutlicht auf Hochtouren gearbeitet», sagte ein Reporter des staatlichen TV-Senders RTVE am Unglücksort in der Provinz Toledo, rund 130 Kilometer südlich von Madrid.
Mit drei Kränen wollten die Einsatzkräfte zwei besonders schwer beschädigte Waggons anheben. Die Einsatzkräfte schlossen laut RTVE nicht aus, dass sich in den Wracks weitere Opfer befinden.
Um Punkt 20.00 Uhr gedachten die Menschen in ganz Spanien der Opfer mit einer Schweigeminute vor den Rathäusern. Die landesweiten Gedenkveranstaltungen fanden unter anderem auch in Madrid, Barcelona, Valencia und Saragossa statt.
Die Arbeiten gehen in der Nacht weiter.AFP
29.10.2026
Do 02:20
Ausschreitungen nach Zugunglück in Madrid
In der spanischen Hauptstadt Madrid ist es vor dem Transportministerium zu Ausschreitungen gekommen. Rechtsextreme Gruppen hatten nach dem schweren Zugunglück von Urda zu einer Protestkundgebung aufgerufen. Dabei kam es zu Spannungen zwischen Teilen der rund 1500 Demonstranten und der Polizei, wie der Fernsehsender TVE berichtete. Die Beamten setzten schliesslich Tränengas ein, um die Demonstration aufzulösen.
Der Protest richtete sich gegen die Regierung des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez und dessen Verkehrsminister Óscar Puente, bei denen die Kundgebungsteilnehmer die Verantwortung für das Zugunglück in der Provinz Toledo sehen.
Aufgerufen zu der Demonstration hatte die ultrarechte Falangistische Jugend auf sozialen Medien. Andere rechtsgerichtete Gruppen schlossen sich dem Protest an. (DPA)
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28.10.2026
Mi 21:17
Spanien ordnet drei Tage Staatstrauer an
Nach dem Zugunglück von Urda in der Provinz Toledo hat die spanische Regierung eine dreitägige Staatstrauer angeordnet, wie «El Pais» berichtet. Sie beginnt am Donnerstag und dauert bis Samstag um Mitternacht. Während dieser Zeit werden die spanischen Flaggen an öffentlichen Gebäuden und auf Schiffen der Marine auf halbmast gesetzt. Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte die Staatstrauer zuvor bei einem Besuch der Einsatzleitung angekündigt. (ram)
28.10.2026
Mi 18:07
Gewerkschaft rief zu Streik wegen Bahnsicherheit auf
Die spanische Lokführergewerkschaft Semaf hat bereits am 16. Oktober wegen Sicherheitsbedenken im Bahnverkehr zu einem Streik aufgerufen. An diesem wird auch am Donnerstag, dem Tag nach der Katastrophe, festgehalten. Das teilt die Gewerkschaft am Mittwoch mit.
Die Streikvereinbarung wurde als Reaktion auf die «administrative Blockade bei den Vereinbarungen zur Eisenbahnsicherheit, zu Protokollen für Wetternotfälle, zur Einstellung neuer Lokführer, zum Umgang mit Kollisionen und zur Zuverlässigkeit des Rollmaterials» verabschiedet. Ob der Unfall im Zusammenhang mit angeprangerten Mängeln steht, ist unklar. (jar)
28.10.2026
Mi 17:39
Aktualisierte Opferzahlen
Laut den neuesten Informationen von «El Pais» gibt es 108 Verletzte, 58 davon schwer. Sieben Passagiere konnten die ärztliche Pflege inzwischen wieder verlassen. Die Zahl der Todesopfer könnte noch weiter ansteigen, die Bergungsarbeiten bei der Unfallstelle sind noch nicht abgeschlossen. (jar)
28.10.2026
Mi 17:14
Leichen lagen «Reihe um Reihe»
Ein Angehöriger der staatlichen Sicherheitskräfte beschreibt den Anblick als «unbeschreiblich und grauenhaft». Die Leichen lagen «Reihe um Reihe» in einem Mandelhain. «Das werden wir nie vergessen. Es ist ein Albtraum, aus dem man nicht erwacht.» (DPA)
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28.10.2026
Mi 17:00
17 Minuten zwischen den beiden Zügen
Laut «El Pais» brauchte der AVE-Hochgeschwindigkeitszug 17 Minuten, um die 25 Kilometer lange Strecke bis zum stehenden Iryo-Zug zurückzulegen. Laut Minister ordnete der Fahrdienstleiter an, dass alle im betroffenen Gebiet stehenden Züge wieder normal fahren sollten. Der Lokführer eines der Züge korrigierte ihn jedoch und sagte, es müsse «Sichtgeschwindigkeit» gelten, was einer Höchstgeschwindigkeit von 40 Kilometern pro Stunde entspricht.
Die Ermittlungen sollen nun klären, weshalb der Angestellte in der Leitstellte in dieser Zeit offenbar nicht bemerkte, dass ein Zug auf einen anderen stehenden Zug zurast. Der betroffene Mitarbeiter aus der Leitstelle erhält seit dem Unglück psychologische und juristische Unterstützung. (jar)
28.10.2026
Mi 15:43
Todeszahl steigt weiter an
Der Präsident von Kastilien-La Mancha, Emiliano García-Page, gab bekannt, dass bei dem Zugunglück mindestens 68 Menschen ums Leben gekommen sind. Darüber schreibt «El Pais». (jar)
28.10.2026
Mi 15:30
Verkehrsminister: «Leitstelle hat fehlerhafte Anweisungen erteilt»
Verkehrsminister Óscar Puente erklärte laut El Pais: «Die Leitstelle hat mehrere fehlerhafte Anweisungen erteilt, und in einem Fall hat sogar ein Lokführer den zuständigen Fahrdienstleiter korrigiert.» Puente bezeichnete es als «unerklärlich», dass die Leitstelle von Adif dem Renfe-Hochgeschwindigkeitszug die planmässige Weiterfahrt erlaubte, während der Iryo-Zug noch auf den Gleisen stand.
Laut Minister ordnete der Fahrdienstleiter an, dass alle im betroffenen Gebiet stehenden Züge wieder normal fahren sollten. Der Lokführer eines der Züge korrigierte ihn jedoch und sagte, es müsse «Sichtgeschwindigkeit» gelten, was einer Höchstgeschwindigkeit von 40 Kilometern pro Stunde entspricht. (jar)
28.10.2026
Mi 14:49
Madrider Lehrer spenden Blut
Nach dem schweren Zugunglück haben sich hunderte Lehrerinnen und Lehrer in Madrid zum Uniklinikum begeben, um dort Blut zu spenden. Zuvor hatte das Bluttransfusionszentrum die Bevölkerung zum Blutspenden aufgerufen.
Beim Unfall wurden über 150 Personen verletzt – jetzt wird viel Spendenblut benötigt.AFP
Am etwa 150 Kilometer entfernten Unfallort sind derweil zusätzliche Kräfte des Militärs eingetroffen. Die mittlerweile 200 Rettungskräfte sind weiterhin dabei, eingeschlossene Personen aus den völlig zerstörten Waggons zu befreien.
28.10.2026
Mi 14:12
Führte menschlicher Fehler zum Zusammenstoss?
Ersten Erkenntnissen zufolge geht das Unglück auf menschliches Versagen zurück. Laut Berichten soll ein Angestellter der Leitstelle dem Zug fälschlicherweise die Freigabe zur Weiterfahrt erteilt haben, obwohl der andere Zug die Strecke noch blockierte. (bho)
28.10.2026
Mi 14:07
Zahl der Toten steigt auf 64
Die Zahl der Todesopfer ist auf 64 angestiegen, berichten Regierungsquellen der Zeitung «El Pais». Zudem wurden 80 Menschen verletzt, 50 von ihnen schwer. In den beiden zusammengestossenen Zügen befanden sich insgesamt mehr als 540 Menschen. Der spanische Ministerpräsident Sanchez wird laut «El Pais» an den Unglücksort reisen. Derweil hat der Stadtrat von Amaduz den Opfern des Unfalls in Toledo seine Solidarität bekundet. In diesem Ort starben Anfang 2026 über 40 Menschen bei einem ähnlichen Zugunglück. (jar)
AFP
28.10.2026
Mi 13:59
Schiri-Legende Urs Meier entgeht Zug-Katastrophe
Nach dem schweren Zugunglück in Spanien hat sich der bekannte Schweizer Ex-Fussballschiedsrichter Urs Meier zu Wort gemeldet. «Manchmal ist Glück und Pech ganz nahe beieinander», beginnt er das Video, das der Moderator vor der betroffenen Zugstrecke aufgenommen hat.
Im Hintergrund des Videos ist die Strecke erkennbar, auf der die Züge ineinandergeprallt waren.Screenshot/Instagram
Wie Meier schildert, habe er von Malaga aus den Hochgeschwindigkeitszug um 8.52 Uhr nach Madrid genommen. «Genau auf dieser Strecke ist ein Zug vor uns ein grosser Unfall passiert, zwei Züge sind ineinandergefahren», schildert er weiter.
Nun seien er und seine Familie in Puente Genil gestrandet. «Aber wir sind nur gestrandet, das ist nicht so schlimm. Ich bin gerade mit der Familie unterwegs, man muss sich vorstellen, was gewesen wäre, wenn wir einen Zug früher genommen hätten. Das ist Schicksal»
«Wir wünschen von Herzen, dass es allen gut geht», sagt der Ex-Schiedsrichter im Video abschliessend. Die Aufnahmen machte und postete Meier mutmasslich, bevor erste Informationen zu den Toten und Verletzen bekannt wurden. Beim Unfall starben mindestens 50 Personen und über 150 weitere wurden verletzt. (bho)
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28.10.2026
Mi 12:51
Parmelin: «Zutiefst bestürzt»
Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin hat nach dem Zugunglück in Spanien seine Bestürzung zum Ausdruck gebracht. «Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien und den Verletzten. In diesen schweren Stunden steht die Schweiz dem spanischen Volk zur Seite und bekundet ihre uneingeschränkte Solidarität. Mein Dank gilt auch den Rettungskräften, die vor Ort im Einsatz sind», so Parmelin auf X. (bho)
28.10.2026
Mi 12:17
EDA: Abklärungen zu möglichen Schweizer Opfern laufen
Das Zugunglück in Spanien hat mindestens 50 Todesopfer gefordert. Ob unter ihnen auch Schweizerinnen und Schweizer sind, ist derzeit unklar. Wie das EDA auf Anfrage von 20 Minuten mitteilt, habe man derzeit keine Informationen über Schweizer Opfer.
Beim verheerenden Unfall sind mindestens 50 Leute gestorben.AFP
Entsprechende Abklärungen seien im Gange, das Personal der Schweizer Botschaft in Madrid stehe in Kontakt mit den zuständigen spanischen Behörden. (bho)
28.10.2026
Mi 12:13
50 Tote: Schweigeminute angekündigt
Nach dem schweren Zugunglück in Spanien ist die Zahl der Toten laut Zivilschutz-Angaben auf 50 gestiegen. Von den knapp 550 Insassen in beiden Zügen sollen mindestens 179 weitere verletzt worden sein.
AFP
Das Land reagiert bestürzt auf den bereits zweiten verheerenden Hochgeschwindigkeitscrash in diesem Jahr. König Felipe VI. drückte den Opfern und Familien sein tiefstes Mitgefühl aus. Auch die Politik steht weitflächig still: Das andalusische Parlament hat seine Sitzungen für Mittwoch und Donnerstag abgesagt, so auch der spanische Senat. Die Region Andalusien befindet sich derzeit im Wahlkampf, aufgrund der Tragödie haben aber fast alle Politikerinnen und Politiker ihren Wahlkampf pausiert.
Nebst dem Parlament hat auch der spanische Gemeindeverband FEMP dazu aufgerufen, sich an einer am Mittag stattfindenden Schweigeminute zu beteiligen (bho).
28.10.2026
Mi 11:57
Heli-Aufnahmen zeigen die Zerstörung
Ein vom spanischen Zivildienst geteiltes Video zeigt das Ausmass der Zerstörung an der Unfallstelle. Auf den Aufnahmen ist gut erkennbar, wie die hintersten Wagen des roten Iryo-Zuges entgleisten, nachdem der AVE-Zug auf ihn aufgefahren war.
Zwei der Waggons des Iryo-Zuges wurden beim Aufprall in Fahrtrichtung rechts vom Gleis gedrückt und weitestgehend zerstört. Unzählige Feuerwehrfahrzeuge und Ambulanzen sind vor Ort.
28.10.2026
Mi 11:10
Rettungskräfte: 179 Verletzte
Beim Unfall am Mittwoch sind laut den Rettungskräften mindestens 179 Personen verletzt worden. Die Zahl der Toten beziffert «El Espanol» kurz vor dem Mittag mit 46 beziffert, während die Regionalregierung von Kastilien-La Mancha um etwa 10.30 Uhr von mindestens zehn Toten berichtete.
X/inversorBetico
Total sollen sich knapp 550 Personen an Bord der beiden Züge befunden haben. 147 Leute waren demnach im von Renfe betriebenen AVE-Zug, der nach ersten Erkentnissen auf den Iryo-Zug auffuhr. In diesem befanden sich zum Unfallzeitpunkt 397 Fahrgäste. (bho)
28.10.2026
Mi 10:41
Provinz Toledo ruft den Notstand aus
Die Regierung spricht von einem «schwerwiegenden Vorfall» und hat ihre geplante Tagesordnung abgesagt. Für die Region Toledo wurde der Notstand verhängt, diverse umliegende Gemeinden haben bereits Rettungskräfte zum Unfallort entsandt. (bho)
28.10.2026
Mi 10:32
Zahl der Toten steigt auf 46
Die Zahl der Todesopfer in Spanien ist laut «El Espanol» auf 46 gestiegen. Dies berichten örtliche Rettungskräfte. (bho)
Zwei Züge kollidierten.AFP
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28.10.2026
Mi 10:31
Hier kam es zum Zusammenstoss
Der Unfall ereignete sich Medienberichten zufolge kurz vor 9.00 Uhr zwischen den Gemeinden Urda und Orgaz in der zentralspanischen Provinz Toledo. Ein Hochgeschwindigkeitszug habe einen anderen von hinten gerammt, als beide in Richtung Süden nach Andalusien unterwegs gewesen seien, hiess es aus Adif-Kreisen. Einer der Züge gehört dem staatlichen Bahnunternehmen Renfe, der andere dem privaten Anbieter Iryo. (DPA)
28.10.2026
Mi 10:00
Führte Entgleisung zu Crash?
Beim Zusammenstoss zweier Hochgeschwindigkeitszüge sind in Spanien mehrere Menschen verletzt worden. Das teilte der Notdienst 112 mit. Zwei Waggons von einem der Züge stürzten nach Informationen des Fernsehsenders RTVE einen Bahndamm hinunter. Der Bahnverkehr zwischen Madrid und Andalusien wurde in beide Richtungen unterbrochen, wie der spanische Bahnnetzbetreiber Adif mitteilte. Die Ursache des Zusammenstosses war zunächst unklar. (DPA)