NotlandungPassagierjet in Syrien fast von Luftabwehr getroffen
In Syrien ist nach russischen Angaben ein Passagierflugzeug beinahe von der syrischen Luftabwehr getroffen worden. Der Airbus 320 musste notlanden.

Die A320 mit 172 Passagieren an Bord entkam laut dem russischen Verteidigungsministerium nur knapp «der tödlichen Zone des Artilleriefeuers». (Symbolbild)
Der Airbus 320 mit 172 Passagieren an Bord ist auf seinem Anflug auf Damaskus nach russischen Angaben beinahe von der syrischen Luftabwehr getroffen worden. Die aus Teheran kommende Maschine sei auf dem von Russland kontrollierten Luftwaffenstützpunkt Chmeimim nahe der Mittelmeerstadt Latakia notgelandet, berichtete die russische Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf einen Sprecher des Moskauer Verteidigungsministeriums. Die syrische Luftabwehr habe eigentlich versucht, einen israelischen Angriff bei Damaskus abzuwehren.
Zu welcher Fluggesellschaft die Maschine gehört, wurde nicht mitgeteilt. Aufgrund der Bewegungen auf Flight Radar vermuten Medien, dass es sich um ein Flugzeug der syrischen Cham Wings handelte.
«Aus der Gefahrenzone eskortiert»
Russland wirft Israel vor, den Passagierjet als «Schutzschild» vor der syrischen Luftabwehr benutzt zu haben. Am Donnerstag hatten israelische Militärmaschinen Angriffe auf Ziele im Süden Syriens geflogen, wie die «Washington Post» berichtet. Israel gibt an, dort iranische Positionen ins Visier zu nehmen. Moskau zufolge kam es auch zu israelischen Angriffen auf Ziele nahe Damaskus. Die vier israelischen F-16 drangen allerdings nicht in den syrischen Luftraum ein, sondern starteten acht weitreichende Luft-Boden-Lenkwaffen.
Das syrische Militär setzte Raketenabwehrsysteme ein, um den Angriff abzuwehren. «Nur dank der prompten Massnahmen der Lotsen am Flughafen Damaskus und der effektiven Arbeit des automatisierten Systems zur Überwachung des Flugverkehrs wurde der Airbus A320 aus der Gefahrenzone eskortiert und bei der Landung auf der Bahn des russischen Luftstützpunktes unterstützt», sagte Igor Konaschenkow, Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums.
Weitere Einzelheiten zum Vorfall wurden zunächst nicht bekannt.