Deutsche Politikerin stolpert über Pädo-Text

Aktualisiert

«Grosser Fehler»Deutsche Politikerin stolpert über Pädo-Text

Dagmar Döring ist Mutter von drei Kindern und ein aufstrebendes Mitglied der deutschen FDP. Doch jetzt zieht die Politikerin ihre Bundestagskandidatur zurück. Der Grund: Ein Text, in dem sie über sexuelle Erfahrungen mit Kindern schreibt.

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Dagmar Döring distanziert sich heute vom Text, den sie als 19-Jährige geschrieben hat.

Dagmar Döring distanziert sich heute vom Text, den sie als 19-Jährige geschrieben hat.

Die Website der deutschen FDP-Politikerin Dagmar Döring besteht nur noch aus einer Seite. Darauf befindet sich die Erklärung, dass sie ihre Kandidatur für den Bundestag niederlege. Grund sei ein Artikel, der vor 33 Jahren in einem Buch mit dem Titel «Pädophilie heute» erschienen sei. «Der zweiseitige Aufsatz ist in Form eines Erfahrungsberichts geschrieben und unterstützt die damalige Forderung einiger Gruppen der sogenannten Pädophiliebewegung nach Legalisierung vermeintlich einvernehmlicher sexueller Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern», beichtet die Frau.

Der Spiegel Online, dem der Text nach eigenen Angaben vorliegt, schreibt, Döring berichte im Aufsatz von einer «längeren, auch sexuell intensiveren Beziehung zu einem Mädchen». Sie schildere, dass «kein Mann und keine Frau, sondern nur ein Kind, insbesondere ein Mädchen», ihre «Wünsche und Bedürfnisse» befriedigen könne. Weiter soll Döring im Aufsatz Angst vor dem Gesetz äussern, das «Liebe zwischen Erwachsenen und Kindern immer noch bestraft».

«Unreife Gedanken»

Döring war 19, als sie den Artikel verfasst hat. Heute erklärt sie dazu: «Meine Sichtweisen und politischen Aktivitäten in entsprechenden Organisationen sind aus heutiger Sicht völlig inakzeptabel und ein grosser Fehler gewesen.» Sie distanziere sich von diesem Abschnitt ihres Lebens und weise darauf hin, dass sie sich nichts habe zuschulden kommen lassen.

Wie es dazu kam, dass sie sich damals für eine Legalisierung von sexuellen Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern einsetzte, kann die dreifache Mutter gemäss der Erklärung nicht mehr nachvollziehen. Die damaligen «unreifen Gedanken» seien ihr heute «unvorstellbar peinlich – vor allem vor meiner Familie und vor meinen heutigen Weggefährten.» Um ihre Familie und ihre Partei, die FDP, zu schützen, habe sie denn auch entschieden, ihre Kandidatur zurückzuziehen.

Es ist nicht die erste Pädophilen-Debatte in der deutschen Politik. Der Europa-Abgeordnete Daniel Cohn-Bendit geriet in die Schlagzeilen, weil er in den 70er-Jahren in einem Buch ebenfalls sexuelle Handlungen mit Kindern beschrieben hatte. Auch er distanziert sich heute von den Äusserungen.

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