Ärzte suchen Alternativen zu Beatmungsgeräten

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Viele TodesfälleÄrzte suchen Alternativen zu Beatmungsgeräten

Die Nutzung von Beatmungsgeräten ist umstritten. Nun wollen Ärzte andere Methoden bei Coronavirus-Patienten testen.

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Ein Bericht aus London zeigt, dass von 1053 intubierten Patienten nur 355 überlebten (33,7 Prozent).
Laut einer kleineren Studie aus dem chinesischen Wuhan überlebten nur drei von 22 intubierten Patienten (13,6 Prozent).
Laut Ärzten in New York starben sogar bis zu 80 Prozent der Corona-Patienten, die an Beatmungsgeräte angeschlossen waren.
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Ein Bericht aus London zeigt, dass von 1053 intubierten Patienten nur 355 überlebten (33,7 Prozent).

Keystone/Jean-christophe Bott

Zahlreiche Fachpersonen bemängeln den Nutzen von Beatmungsgeräten bei Covid-19-Patienten. Laut internationalen Studien sterben mehr beatmete Corona-Patienten als überleben. So zeigt ein Bericht aus London, dass von 1053 intubierten Patienten nur 355 überlebten (33,7 Prozent). Und laut einer kleineren Studie aus dem chinesischen Wuhan überleben nur drei von 22 intubierten Patienten (13,6 Prozent).

Ärzte in New York behaupten sogar, dass bis zu 80 Prozent der Corona-Patienten, die an Beatmungsgeräte angeschlossen waren, starben. In Seattle wurden 18 intubierte Patienten beobachtet. Als die Forscher ihre Beobachtung beendet hatten, hatten neun von ihnen überlebt, wie «Focus» schreibt. Jedoch konnten drei davon noch immer nicht selbstständig atmen.

«Höhere Chance, zu genesen»

Daraus schlussfolgern Mediziner, dass die Sterberate der Corona-Patienten deutlich höher ist als derjenigen, die aufgrund anderer Krankheiten an Beatmungsgeräte angeschlossen werden. Laut der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) sterben von den Menschen, die unabhängig vom Coronavirus an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden müssen, etwa 40 bis 50 Prozent.

Zahlreiche Ärzte schlagen deshalb Alternativen vor. So heisst es unter anderem, dass man unterschiedliche Lagerungsformen testen sollte. Eine davon wäre, die Patienten beispielsweise auf den Bauch zu legen, damit verschiedene Teile der Lunge besser durchlüftet werden können.

Zudem bestehe auch die Möglichkeit einer Zufuhr von Sauerstoff durch Nasenschläuche oder einer Zugabe von Stickoxid. Damit könnte man den Blutfluss erleichtern und Sauerstoff zu den am wenigstens geschädigten Teilen der Lunge bringen. «Wenn wir es schaffen, dass sich der Zustand von Patienten verbessert, ohne dass wir sie intubieren müssen, haben sie eine höhere Chance, zu genesen – vermuten wir», sagte etwa der New Yorker Notfallmediziner Joseph Habboushe zu AP.

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