Europäische FlugsicherungWarnung vor Raketen über dem Mittelmeer
Weil die USA und Frankreich einen Militärschlag in Syrien in Erwägung ziehen, könnten Raketen und Marschflugkörper im östlichen Mittelmeer zum Einsatz kommen.
Die europäische Flugsicherung mahnt Fluggesellschaften wegen möglicher Luftangriffe in Syrien zu Vorsicht im östlichen Mittelmeer. Innerhalb der nächsten 72 Stunden könnten Luft-Boden-Raketen und Marschflugkörper eingesetzt werden.
Es könne zur Störung von Navigationsgeräten kommen, teilte die Europäische Organisation zur Sicherung der Luftfahrt (Eurocontrol) am Dienstag im Internet mit. Zuvor hatten bereits die Flugaufsichtsbehörden verschiedener Länder vor Flügen in den syrischen Luftraum gewarnt. Doch die Mitteilung von Eurocontrol umfasst mit einem Bezug zu der Gegend um Zypern ein grösseres Gebiet. Eurocontrol bezog sich auf eine Mitteilung der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA).
Reaktion auf Chemiewaffen-Angriff
Die USA erwägen zusammen mit anderen Ländern einen Militärschlag als Reaktion auf einen mutmasslichen Chemiewaffen-Angriff in Syrien. Der Westen macht die syrische Regierung und deren Verbündeten Russland dafür verantwortlich. Die Regierung in Moskau hat dagegen erklärt, es habe keinen Chemiewaffeneinsatz in dem Rebellengebiet gegeben.
Bei einem möglichen französischen Angriff wären die Chemiewaffen der syrischen Regierung das Ziel, sagte der französische Präsident Emmanuel Macron. Auf keinen Fall würden die Verbündeten der syrischen Regierung, russische oder iranische Einheiten, angegriffen. Die Entscheidung über einen Angriff in Syrien werde «in den nächsten Tagen» bekannt gegeben.
Erhöhte Alarmbereitschaft
US-Präsident Trump sagte überraschend eine für Ende der Woche geplante Lateinamerikareise ab, um «die amerikanische Antwort auf Syrien zu beaufsichtigen», wie das Weisse Haus mitteilte. Trump hatte vor einem Jahr bereits als Vergeltung für einen Giftgaseinsatz in der nordsyrischen Stadt Chan Scheichun einen Raketenangriff auf eine syrische Luftwaffenbasis angeordnet.
Der russische UNO-Botschafter Nebensja warnte, der Regierung in Washington sei mitgeteilt worden, dass ein US-Militärschlag schwerwiegende Folgen hätte. Russland unterstützt den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad im Bürgerkrieg und unterhält auch Stützpunkte in Syrien.
Die syrischen Regierungstruppen wurden in Erwartung eines Angriffs für die Dauer von 72 Stunden in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Die Armee verstärke ihre Stellungen und bereite die Verlegung von Truppe vor, erklärte die Organisation, die über ein grosses Netz von Informanten verfügt.
(chk/sda)