Kim rührt die Kriegstrommel

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Pjöngjang, NordkoreaKim rührt die Kriegstrommel

Nordkoreas Machthaber verschärft den Ton. Vor dem Frühjahrsmanöver von Südkorea und den USA ruft Kim Jong Un seine Armee zur Kampfbereitschaft auf.

Am 23. Februar hielt Kim Jong Un gemäss Fotos der Nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA eine «historische Rede» vor seinem Militärkommitee. Er rief seine Streitkräfte zu Kampfbereitschaft auf.
Mitte Februar 2015 überraschte Kim Jong Un die Welt mit einer neuen Frisur. Der «klassische» Irokesenschnitt ist zu einer richtigen Mähne geworden. Die Augenbrauen hat der Dikator bis zur Hälfte abrasiert. Dazu: Kim scheint wieder zugenommen zu haben.
Dick war er nicht immer: Rank und schlank begrüsst er seine Untertanen am 27. Juli 2013.
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Am 23. Februar hielt Kim Jong Un gemäss Fotos der Nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA eine «historische Rede» vor seinem Militärkommitee. Er rief seine Streitkräfte zu Kampfbereitschaft auf.

Keystone/Kcna

Vor einem geplanten neuen Militärmanöver Südkoreas mit den USA hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un vor der Zentralen Militärkommission die Kampfbereitschaft seiner Armee bekräftigt. Wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Montag berichtete, sagte er in einer «historischen Rede» vor dem mächtigen Gremium, die Armee müsse immer darauf vorbereitet sein, «auf jede Form von Krieg zu reagieren, der vom Feind entfacht wird». Die nordkoreanische Volksarmee müsse «alle ihre Anstrengungen darauf konzentrieren», vollständig kampfbereit zu sein.

Die Rede fand vor einer geplanten gemeinsamen Übung der südkoreanischen und US-Streitkräfte statt, deren Beginn für Anfang März erwartet wird. Zuvor hatte Kim Jong Un bereits eine Übung der nordkoreanischen Streitkräfte geleitet. Das Manöver im Grenzgebiet zu Südkorea hatte einen Angriff auf eine südkoreanische Insel simuliert.

«Grundlegender Kurswechsel»

Kim Jong Un sagte in seiner Rede auch, dass die «Ausrüstung» der Volksarmee vereinfacht und umstrukturiert werden müsse, wie KCNA berichtete ohne Details zu nennen. Die Militärkommission beriet beim Treffen über einen «grundlegenden Kurswechsel» in der Verteidigungspolitik. Auch dazu wurden keine näheren Angaben gemacht.

Die südkoreanische Regierung erklärte, sie werde genau auf mögliche Auswirkungen der Treffens achten. Es sei aber «immer schwer, die Richtung der nordkoreanischen Politik vorherzusagen», sagte ein Sprecher des Wiedervereinigungsministeriums in Seoul.

Sorge über atomare Waffen

Er forderte Nordkorea auf, das geplante Militärmanöver mit den USA nicht mehr zum Thema zu machen. Solche Übungen dienten nur der Verteidigung und würden jedes Jahr «auf transparente Weise» abgehalten.

Es besteht die Sorge, dass Nordkorea sich atomar bewaffnen könnte. Pjöngjang nahm bislang drei Atomtests vor, den jüngsten vor rund zwei Jahren im Februar 2013.

Als Reaktion auf eine UNO-Resolution, die schwere Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea verurteilt, drohte Pjöngjang kürzlich mit einem vierten Test. Nach Ansicht Südkoreas verfügt Nordkorea inzwischen über die Technologie, um zumindest einen kleinen Atomsprengkopf zur Bestückung einer Rakete zu bauen. (sda)

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