Mit der U-Bahn von Europa nach Asien

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«Marmaray»-TunnelMit der U-Bahn von Europa nach Asien

Nur vier Minuten dauert die Fahrt mit der U-Bahn unter dem Bosporus hindurch. Die neue Linie ist ein Meilenstein und eine ungeheure Entlastung für Istanbul.

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Die beiden Kontinente Europa und Asien sind wieder ein bisschen näher gerückt, symbolisch zumindest. Am Dienstag wurde die U-Bahn-«Marmaray» in Istanbul von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan zusammen mit dem japanischen Premier Shinzo Abe, eröffnet. Dies, weil das Grossprojekt zusammen mit der japanischen Taisei Corporation realisiert wurde. Von einem Tunnel, der unter dem Bosporus verläuft, träumten die Istanbuler bereits seit den Zeiten von Sultan Abdülmecid I. (1831-1861). 2004 konnte schliesslich der entscheidende Schritt getan werden: Das 2,5-Milliarden-Euro-Projekt «Marmaray» wurde ins Leben gerufen.

Später auch Fernverkehr

Ursprünglich sollte der Tunnel 2009 fertiggestellt werden, aber aufgrund von archäologischen Funden während den Arbeiten, wurde der Bau um fünf Jahre verschoben. Der Marmaray-Tunnel ist bis zu 56 Meter unter der Wasseroberfläche gelegen einer der tiefsten der Welt. Er ist 13,6 Kilometer lang und soll bis zu 1,5 Millionen Menschen pro Tag befördern können. Zunächst soll der Tunnel nur dem Nahverkehr dienen. Ab 2015 soll der Tunnel auch für den Fernverkehr genutzt werden und wird dann die erste normalspurige Verbindung zwischen Europa und Asien sein.

Erdbebensicherer Tunnel?

Zuvor konnte man die Meerenge nur über die Bosporusbrücke, die Fatih-Sultan-Mehmet-Brücke und mit der Fähre passieren. Zusätzlich zum Tunnel entsteht im Norden Istanbuls, nahe dem Schwarzen Meer, eine dritte Brücke. Skeptiker können der neuen U-Bahn wenig abgewinnen: Der Tunnel liegt in einem von Erdbeben bedrohten Gebiet. Das Risiko sei ausreichend diskutiert worden, sagte Verkehrsminister Binali Yildirim. Der Tunnel sei so konstruiert, dass er einem Beben der Stärke neun standhalten könne.

Der Tunnel unter dem Bosporus hindurch verbindet Asien und Europa. Die Züge benötigen nur wenige Minuten für die Strecke. (Video: Reuters)

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