SPD-Politikerin sorgt mit Rolex für Shitstorm

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Die SPD-Staatssekretärin Sawsan Chebli wird immer wieder angefeindet. Jetzt wurde die 40-jährige Sozialdemokratin kritisiert, weil sie eine Rolex trug.

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Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli hat vom Schweizer Botschafter Paul Seger eine Swatch erhalten.
Dies nachdem ein vierjähriges Bild einen Shitstorm ausgelöst hatte: Sawsan Chebli mit einer Rolex. (24. Januar 2014)
Die SPD-Staatssekretärin ist immer wieder heftigen Anfeindungen ausgesetzt.
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Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli hat vom Schweizer Botschafter Paul Seger eine Swatch erhalten.

Ein Bild der SPD-Staatssekretärin Sawsan Chebli löste im Netz einen Shitstorm aus. Ein Facebook-User postete ein Foto der 40-jährigen Politikerin mit einer Rolex-Uhr und schreibt dazu: «Alles, was man zum Zustand der deutschen Sozialdemokratie 2018 wissen muss.»

Dabei handelt es sich um das Modell «Datejust 36» mit einem Neuwert von 8300 Franken. Chebli soll als Staatssekretärin laut der «Bild»-Zeitung monatlich umgerechnet 10'200 Franken verdienen. Die Debatte um Chebli und ihre Uhr war in Gang.

Die Diskussion im Netz wurde so heftig, dass sich Sawsan Chebli offenbar zu einer Reaktion gezwungen sah.

«Wer von Euch Hatern hat mit zwölf Geschwistern in zwei Zimmern gewohnt, auf dem Boden geschlafen und gegessen, am Wochenende Holz gehackt, weil Kohle zu teuer war? Wer musste Monate für Holzbuntstifte warten? Mir sagt keiner, was Armut ist», schreibt Chebli auf Twitter und fügt den Hashtag «Rolex» hinzu.

Aus Palästina geflohen

1948 flohen ihre Eltern aus Palästina in den Libanon und lebten fast 20 Jahre in einem Flüchtlingslager. Der Vater machte sich laut «Bild» dann auf den Weg nach Deutschland, wohin er schliesslich seine Familie nachholte. Sawsan Chebli wurde 1978 in Berlin geboren.

In der Rolex-Debatte eilen auch mehrere namhafte Politiker der SPD-Frau zu Hilfe. So schreibt zum Beispiel FDP-Chef Christian Lindner unter anderem auf Twitter: «Was Sawsan Chebli mit ihrem verdienten Geld macht, geht niemanden etwas an. Man muss nicht arm sein, um gegen Armut zu sein.»

Auch der SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil unterstützt die Parteikollegin:

Sawsan Chebli meldet sich dann selbst nochmals zu Wort und schreibt: «Ich würde ja sofort alles verschenken, was ich habe, wenn wir dann allein regierten.»

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