USA wollen neue Raketen in Asien stationieren

Aktualisiert

«So schnell wie möglich»USA wollen neue Raketen in Asien stationieren

Die US-Regierung will «so schnell wie möglich» neue Raketen in Asien stationieren. Das teilte der neue Verteidigungsminister Mark Esper am Samstag mit.

Die USA wollen neue Raketen in Asien stationieren und das «so schnell wie möglich». Das teilte der neue Verteidigungsminister Mark Esper am Samstag mit.
Die USA hatten gerade erst am Freitag ihren formalen Ausstieg aus dem INF-Vertrag von 1987 verkündet.
Das erklärte Aussenminister Mike Pompeo während des ASEAN-Treffens in Bangkok.
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Die USA wollen neue Raketen in Asien stationieren und das «so schnell wie möglich». Das teilte der neue Verteidigungsminister Mark Esper am Samstag mit.

Andrew Harnik

Die USA streben die baldige Stationierung neuer konventioneller Mittelstreckenraketen in Asien an, um dem zunehmenden militärischen Einfluss Chinas in der Region zu begegnen. Die US-Regierung wolle dies «so schnell wie möglich» realisieren, wenn möglich innerhalb von Monaten, sagte der neue US-Verteidigungsminister Mark Esper am Samstag im Flugzeug auf dem Weg nach Sydney.

Washington war am Freitag formell aus dem INF-Abrüstungsvertrag über nukleare Mittelstreckensysteme ausgeschieden.

«Das dürfte keine Überraschung sein»

Wo genau die USA die neuen Raketen stationieren wollen, liess Esper offen. Er wolle darüber nicht spekulieren, denn über «derartige Dinge spricht man zuerst mit den Verbündeten».

Allerdings fügte er hinzu, dass China von dem Vorhaben nicht überrascht sein dürfte. «Das dürfte keine Überraschung sein, denn wir sprechen darüber seit geraumer Zeit», sagte Esper. 80 Prozent des chinesischen Arsenals bestehe aus Waffen, die unter die Bestimmungen des INF-Vertrags gefallen wären. «Es dürfte also nicht verwundern, dass wir vergleichbare Kapazitäten wollen.»

Wegen mutmasslicher Verstösse Russlands

Der einst von US-Präsident Ronald Reagan und dem sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow unterzeichnete INF-Vertrag war ein Meilenstein der Abrüstungsbemühungen in der Schlussphase des Kalten Kriegs. Besonders für Europa stellte das Abkommen eine wichtige Sicherheitsgarantie dar.

Der Vertrag verbot landgestützte Raketen und Marschflugkörper mit einer Reichweite zwischen 500 und 5500 Kilometern, die Atomsprengköpfe tragen können. Die USA kündigten das Abkommen im Februar wegen mutmasslicher Verstösse Russlands. Auch Moskau erklärte daraufhin seinen Austritt. (afp)

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