298 Menschen starbenVier Mordanklagen wegen MH17-Abschuss
Vor fünf Jahren ist der Flug MH17 über der Ukraine abgestürzt. Nun werden vier Männer wegen Mordes angeklagt.
Die niederländische Justiz wird wegen des Abschusses von Flug MH17 über der Ukraine vor fünf Jahren nach Angaben von Angehörigen in vier Fällen Mordanklage erheben. Der Prozess gegen vier Beschuldigte werde am 9. März kommenden Jahres beginnen, teilte die Opferangehörige Silene Fredriksz am Mittwoch mit. Die Niederlande und Australien machen Russland für den Abschuss der Malaysia-Airlines-Maschine verantwortlich, bei dem alle 298 Insassen getötet worden waren.
Sie sei «glücklich, dass der Prozess endlich beginnen wird und dass, die Namen verkündet wurden», sagte Fredriksz, deren Sohn und Schwiegertochter unter den Opfern waren. Sie machte den russischen Präsidenten Wladimir Putin persönlich für den Absturz verantwortlich. «Weil er dies möglich gemacht hat. Er hat die Situation geschaffen. Er ist der Hauptverantwortliche.»
Rakete wurde Russland zugeordnet
Das von den Niederlanden geleitete internationale Ermittlerteam will weitere Ergebnisse am Mittag offiziell verkünden. Das Flugzeug war am 17. Juli 2014 über der Ukraine abgeschossen worden. Unstrittig ist, dass es von einer Rakete des Typs BUK getroffen wurde.
Im Mai 2018 hatte das internationale Ermittlerteam einen Bericht vorgelegt und die eingesetzte Rakete erstmals einer russischen Militärbrigade zugeordnet. Die Regierung der Niederlande, woher die meisten der Opfer stammten, machte Russland daraufhin auch formell für den Abschuss verantwortlich.
Der Kreml wies dies verärgert zurück. Russland seinerseits machte von Anfang an ukrainische Kräfte für den Abschuss verantwortlich. (afp)