Youtube löscht 210 Kanäle zu Hongkong

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Indirekte Kritik an ChinaYoutube löscht 210 Kanäle zu Hongkong

Nach Twitter und Facebook hat nun auch die Videoplattform auf eine mögliche chinesische Kampagne gegen die Demonstranten reagiert.

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Demonstranten schwenken während einer Kundgebung Fahnen mit der Aufschrift «Unabhängigkeit für Hongkong». (12. Januar 2020)
Dem Chef von Human Rights Watch, Kenneth Roth, ist nach eigenen Angaben am 12. Januar 2020 die Einreise nach Hongkong verweigert worden. (Archivbild)
An Heiligabend ist es in Hongkong erneut zu Auseinandersetzungen zwischen regierungskritischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen.
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Demonstranten schwenken während einer Kundgebung Fahnen mit der Aufschrift «Unabhängigkeit für Hongkong». (12. Januar 2020)

Vincent yu

Youtube hat ein Netzwerk aus 210 Kanälen von seiner Videoplattform entfernt, über die koordiniert Stimmung rund um die Demonstrationen in Hongkong gemacht worden war. Die Google-Tochterfirma verwies in einem Blogeintrag vom Donnerstag indirekt auf China als Urheber.

Die Entdeckung decke sich mit jüngsten Erkenntnissen von Twitter und Facebook - die ihrerseits Anfang der Woche auf eine Kampagne aus China verwiesen hatten, mit der die Demonstranten diskreditiert werden sollten.

Mehrere Seiten und Gruppen entfernt

Twitter hatte 936 Accounts entdeckt, über die koordiniert «politischer Streit in Hongkong gesät werden sollte». Zusätzlich sei ein Netzwerk aus rund 200'000 Accounts gesperrt worden, bevor es nennenswerte Aktivität entwickeln konnte. Facebook entfernte mit ähnlicher Begründung fünf Accounts, sieben Seiten und drei Gruppen. Mindestens einer der Seiten seien rund 15'500 Facebook-Profile gefolgt. Beide Dienste zeigten Beispiele von Beiträgen, in denen die Demonstranten in Hongkong zum Beispiel als gewalttätig dargestellt wurden. Youtube lieferte weniger Informationen. So gab es in dem Blogeintrag keine Angaben zum konkreten Inhalt der Videos.

Die Proteste für Freiheit und Demokratie in Hongkong dauern bereits seit zweieinhalb Monaten an. Die Millionenmetropole gehört seit dem Abzug der Briten 1997 wieder zu China. Als Sonderverwaltungszone sind Hongkong eigentlich noch bis 2047 umfangreiche Sonderrechte garantiert. Um die fürchten nun aber viele Bewohner. Eine weitere Forderung der Demonstranten ist die unabhängige Untersuchung von Polizeigewalt bei Protesten. (roy/sda)

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