Das Game-ExperimentKann in zwei Tagen ein eigenes Game entstehen?
Am Global Game Jam soll in 48 Stunden ein Videospiel entstehen. 20 Minuten ist selbst vor Ort und will wissen, was es dazu braucht.
Im Jahr 2008 hatte die Game-Entwicklerin Susan Gold die Idee zu einem Experiment: Was kommt heraus, wenn Game-Entwickler rund um die Welt zusammenkommen, um in nur 48 Stunden ein Spiel zu entwickeln? Als Professorin war sie interessiert an Kollaborationen und welchen Wert diese auf Innovation und Kreativität haben. Zusammen mit den Game-Entwicklern Gorm Lai und Ian Schreiber rief Gold den Global Game Jam ins Leben. Es war die Initialzündung zu einem Event, der jedes Jahr mehr Leute anziehen sollte.
Im Januar 2009 ging der erste Global Game Jam über die Bühne. Bereits damals nahmen 1600 Entwickler und Game-Enthusiasten aus 23 Ländern teil. In den zwei Tagen des Global Game Jams entwickelten sie 370 Spiele. Ein Jahr später waren bereits 4300 Teilnehmer dabei, es entstanden 900 Spiele.
2012 überschritt die Teilnehmerzahl die Schwelle von 10'000 Game-Entwicklern aus 46 Ländern. Daraus resultierten 2100 Games. Die Zahlen stiegen unaufhörlich, letztes Jahr entstanden knapp 4300 Games von 23'000 Teilnehmern aus 72 Ländern. Am diesjährigen Global Game Jam dürften es noch mehr sein.
Spielideen mit Potenzial
Damit die Teilnehmer rund um den Globus nicht einfach wild Konzepte designen und drauflosprogrammieren, werden die Global Game Jams unter ein Thema gestellt. Der letztjährige GGJ stand unter dem Motto «We don't see things as they are, we see them as we are» (Wir sehen die Dinge nicht, wie sie sind. Wir sehen sie, wie wir sind). Bekannt gegeben wird das Thema weltweit gleichzeitig, so dass alle Teilnehmer rund um den Globus dieselbe Entwicklungszeit zur Verfügung haben.
Die Spiele werden nicht nur für den Mülleimer entwickelt: An den Global Game Jams entstanden immer auch Spiele mit Potenzial – Games, für deren Fertigstellung Crowdfunding-Kampagnen lanciert und nach ihrer Vollendung veröffentlicht wurden. So entstanden etwa der «Surgeon Simulator» oder das brillante Musikspiel «Pulse». Andere Games erhielten Awards. So wurde das Co-op-Actiongame «Lovers in a Dangerous Spacetime» beispielsweise mit dem renommierten IGF Award des Independent Game Festivals ausgezeichnet.
Auch das Schweizer Spiel «Schlicht» der ZHdK-Studenten Dominik Haas, Christian Schmidhalter und Don Schmocker entstand am letztjährigen GGJ und wurde kürzlich mit dem Blue Byte Award Newcomer von Ubisoft ausgezeichnet.
Vor Ort: Das 20-Minuten-Team
In der Schweiz wird der GGJ in der Roten Fabrik Zürich im Dock18 durchgeführt, organisiert von der Game-Expertin Dragica Kahlina, der Swiss Game Developers Association SDGA, der ZHdK und Dock18. Zum diesjährigen Global Game Jam, der vom 23. bis 25. Januar über die Bühne geht, werden laut Kahlina rund 70 Teilnehmer erwartet, Platz hat es für maximal 100 Entwickler und Interessierte. Neben dem Entwicklungsmarathon, der auch in der Nacht nicht abbricht, findet ein Workshop zu den Grundlagen des Game-Designs statt. Zuschauern steht der Event jederzeit offen, um den kreativen Köpfen einen Blick über die Schultern zu werfen.
Oder auch dem Game-Redaktor von 20 Minuten: Zusammen mit den Schweizer Game-Entwicklern David Stark und Kaspar Manz stürzt sich 20 Minuten ins kalte Wasser und will wissen, was es dazu braucht, ein Spiel in nur 48 Stunden zu entwerfen und als möglichst spielbares Werk fertigzustellen. Verfolgen Sie im eingebetteten Tweet den Fortschritt der Entwicklung und ob das Experiment gelingt und ein spielbares Game zustande kommt.
Swiss Game Jam
Unter dem Namen Swiss Game Jam findet der Global Game Jam in der Schweiz vom 23. bis 25. Januar im Dock 18 in der Roten Fabrik Zürich statt. Organisiert wird der Swiss Game Jam von der Gameexpertin Dragica Kahlina und Dock 18 mit Unterstützung der Swiss Game Developpers Association SDGA, der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK, Gamespace und Microsoft. Der Event beginnt am Freitagnachmittag und endet am Sonntag um 17 Uhr, wenn alle Spiele auf die globale GGJ-Website hochgeladen werden. Ein Workshop führt in die Geheimnisse des Gamedesigns ein. Teilnehmer müssen ihre eigenen Laptops und Werkzeuge mitnehmen, die Platzzahl ist auf 100 beschränkt.
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Veranstaltungsort: Dock 18