Wegwerf-Säckli werden verboten

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UmweltschutzWegwerf-Säckli werden verboten

Migros, Coop und Co. dürfen künftig keine Wegwerf-Plastiksäcke mehr abgeben. Nach dem Nationalrat hat sich auch der Ständerat für ein Verbot ausgesprochen.

Ein alltägliches Bild in Schweizer Supermärkten: Ein Kunde trägt seinen Einkauf in Plastiktüten nach Hause - wo er sie höchstwahrscheinlich gleich wegwerfen wird. Ein Wegwerf-Plastiksack wird durchschnittlich nur gerade 25 Minuten lang benutzt. Die Herstellung aber verbraucht Erdöl und viel Energie, und bei der Verbrennung wird giftiges Dioxin freigesetzt.
Die meisten Säcke landen in der Schweiz zwar in der Kehrichtanlage - aber international gesehen ist die Verschmutzung der Meere durch Plastik ein grosses Problem. Verschiedene Länder haben Wegwerf-Plastiksäcke bereits verboten, darunter Frankreich, China und Australien.
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Ein alltägliches Bild in Schweizer Supermärkten: Ein Kunde trägt seinen Einkauf in Plastiktüten nach Hause - wo er sie höchstwahrscheinlich gleich wegwerfen wird. Ein Wegwerf-Plastiksack wird durchschnittlich nur gerade 25 Minuten lang benutzt. Die Herstellung aber verbraucht Erdöl und viel Energie, und bei der Verbrennung wird giftiges Dioxin freigesetzt.

Keystone/Gaetan Bally

Überraschender Entscheid im Bundeshaus: Läden dürfen in der Schweiz künftig keine Wegwerf-Plastiksäcke mehr abgeben. Nach dem Nationalrat hat sich auch der Ständerat für ein Verbot ausgesprochen. Er nahm eine Motion von Dominique de Buman (CVP/FR) mit 18 zu 17 Stimmen an.

Der Bundesrat wird damit beauftragt, die Abgabe von Wegwerf-Plastiksäcken zu verbieten. Er hatte sich gegen ein Verbot gestellt. Zwar würden in vielen Ländern Plastiksäcke an Strassenrändern oder in Flüssen entsorgt und führten zur Verschmutzung der Ozeane, räumte er ein. In der Schweiz funktioniere aber die Abfallentsorgung. Ein Verbot wäre nicht verhältnismässig, sagte Umweltministerin Doris Leuthard.

Papiersäcke noch schlechter?

Die Gegnerinnen und Gegner stellten auch den ökologischen Nutzen eines Verbots in Frage. Die rund 3000 Tonnen Plästiksäcke entsprächen knapp einem halben Prozent des jährlichen Verbrauchs an Kunststoffen in der Schweiz, gab Pankraz Freitag (FDP/GL) zu bedenken. Ausserdem falle die Ökobilanz von Papiersäcken wegen des hohen Wasserverbrauchs bei der Papierherstellung in der Regel schlechter aus.

Die Befürworter hielten dagegen, die Umweltverschmutzung durch Plastiksäcke werde weltweit immer schlimmer. Säcke, die im Grünen landeten, zersetzten sich erst nach Jahrhunderten vollständig. In der Schweiz sei es zwar weniger gravierend als anderswo, doch handle es sich um ein grenzüberschreitendes Problem, sagte Luc Recordon (Grüne/VD).

25 Minuten benutzt

Ein Wegwerf-Plastiksack werde durchschnittlich nur gerade 25 Minuten lang benutzt. Die Herstellung aber verbrauche Erdöl und viel Energie, und bei der Verbrennung werde giftiges Dioxin freigesetzt. Dass die Ökobilanz von Papiersäcken schlechter ausfalle, ändere daran nichts.

Verschiedene Länder haben Wegwerf-Plastiksäcke bereits verboten, darunter Frankreich, China und Australien. Der Nationalrat hatte sich mit 110 zu 73 Stimmen für ein Verbot ausgesprochen. Auch in der grossen Kammer war die Mehrheit der Auffassung, die Schweiz sollte mit gutem Beispiel vorangehen. (sda)

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