5G braucht 15'000 zusätzliche Antennen

Aktualisiert

Rasche Einführung fraglich5G braucht 15'000 zusätzliche Antennen

Die Strahlenschutzvorschriften in der Schweiz sind streng. Weil die bestehenden Handyantennen ihre Leistungen nicht erhöhen dürfen, braucht es neue Anlagen.

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«Ein Blick ins Ausland zeigt, dass die Anbieter in Ländern wie Italien oder Grossbritannien für die wichtigsten Frequenzen viel tiefer in die Tasche greifen mussten. Deshalb sind wir mit den Resultaten der Auktion sehr zufrieden», sagt Olaf Swantee, CEO von Sunrise, über die Versteigerung der 5G-Frequenzen.
«Wir sind mit dem Ergebnis der 5G-Auktion sehr zufrieden. Unsere Strategie war erfolgreich und wir freuen uns nun darauf, unser Netz weiter zu verbessern und noch in diesem Jahr 5G-Dienste einzuführen», sagt Pascal Grieder, CEO von Salt.
Weniger begeistert ist die Swisscom, CEO Urs Schaeppi sagt lediglich: «Mit dem Aufbau des 5G-Netzes tragen wir zur Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Schweiz bei. Wir wollen die Menschen in der vernetzten Welt begeistern, egal ob in der Stadt oder auf dem Land.»
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«Ein Blick ins Ausland zeigt, dass die Anbieter in Ländern wie Italien oder Grossbritannien für die wichtigsten Frequenzen viel tiefer in die Tasche greifen mussten. Deshalb sind wir mit den Resultaten der Auktion sehr zufrieden», sagt Olaf Swantee, CEO von Sunrise, über die Versteigerung der 5G-Frequenzen.

Melanie Duchene

Eine rasche Einführung des neuen 5G-Mobilfunkstandards in der Schweiz ist laut der «NZZ am Sonntag» gefährdet. Die Schweiz brauche nämlich dafür noch einmal so viele Handyantennen, wie es bereits gibt. «Wir gehen davon aus, dass ohne Anpassung der Anlagegrenzwerte rund 15'000 zusätzliche Mobilfunkstandorte neu gebaut werden müssen», sagte Christian Grasser, der Geschäftsführer des Branchenverbands Asut, gegenüber der Zeitung.

Die bestehenden Anlagen stiessen an ihre Leistungsgrenzen, weil der mobile Datenkonsum stark steige und die Sendeleistungen sich aufgrund strenger Strahlenschutzvorschriften nicht erhöhen dürften. «Rund zwei Drittel aller Standorte in der Schweiz und weit mehr als 90 Prozent der Standorte in Städten und Agglomerationen weisen nicht genügend Reserven auf, um 5G leistungsfähig einzusetzen», sagte Grasser weiter. Er bezweifle zudem, dass es innert nützlicher Frist möglich sein werde, die zusätzlich benötigten neuen Antennen aufzustellen.

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