Aldi eröffnet die erste Filiale für Pendler

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Zürich HBAldi eröffnet die erste Filiale für Pendler

Den Discounter Aldi zieht es in die Zentren. Die erste städtische Filiale eröffnet der Detailhändler im Herbst – nur wenige hundert Meter vom Zürcher Hauptbahnhof entfernt.

S. Spaeth
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S. Spaeth

Seit längerem plant Aldi Suisse eine Filiale in der Zürcher Innenstadt, hat um den genauen Standort wegen der hängigen Bewilligungsverfahren aber ein Geheimnis gemacht. Nun ist klar: Der erste richtig innerstädtische Aldi kommt an die Zollstrasse 58 in Zürich. Der Standort auf der Nordseite des Hauptbahnhofs ist nur rund 250 Meter vom Ausgang Sihlquai entfernt. Die Eröffnung ist laut einem Aldi-Suisse-Sprecher im Herbst 2016 geplant. Bisher wurde die knapp 1000 Quadratmeter grosse Fläche als Büros genutzt und wird nun umgebaut.

Aldi hat mit der Fläche in der Nähe des hoch frequentierten Bahnhofs Zürich einen Standort gefunden, für den die Firmen Schlange gestanden sind. Grund: Mehrere Immobilienentwicklungsprojekte – unter anderem von den SBB – werden das Quartier auf der Nordseite des Bahnhofs in den nächsten Jahren aufwerten. Mit der Filiale in unmittelbarer Nähe des Zürcher Hauptbahnhofs werde Aldi bei vielen Pendlern noch präsenter werden, heisst es beim Discounter. Heute besitzt Aldi in der Schweiz 180 Filialen, zwölf davon sind in der Agglomeration Zürich.

Sortiment für Pendler?

Wird die Aldi-Filiale mit einem anderen Sortiment ausgestattet? Es werde auf das geänderte Kaufverhalten der überwiegend aus Laufkundschaft und den öffentlichen Verkehr nutzenden Kunden abgestimmt, das grundsätzliche Sortimentsangebot bleibe aber bestehen, sagte ein Aldi-Sprecher im Januar zu 20 Minuten.

In die urbanen Zentren zieht es auch Konkurrent Lidl: «Das städtische Gebiet ist sehr interessant für uns. Wir sind aktuell in Zürich an mehreren Standorten in Verhandlung», sagt Lidl-Schweiz-Manager Marco Landolt, der für Bau und Expansion verantwortlich ist.

Laut Detailhandelsexperte Gotthard F. Wangler sind Harddiscounter wie Aldi und Lidl in Schweizer Stadtzentren noch nicht oder nur ungenügend vertreten. Für den Experten ist es denkbar, dass sich Aldi und Lidl in den kommenden Jahren auch Verkaufsflächen in grösseren Bahnhöfen sichern – eine Domäne, die bisher von Migros und Coop besetzt war. Für die traditionellen Detailhändler ist das keine gute Nachricht: «Das wird den Kampf um Marktanteile weiter verstärken», sagt Wangler.

Schwierige Standortsuche

Die Suche nach neuen Standorten an guten Lagen in den Innenstädten ist für die Schweizer Detailhändler nicht einfach, gute Flächen sind rar. Das räumte auch Aldi-Suisse-Chef Timo Schuster letztes Jahr im Interview mit 20 Minuten ein: «Die Expansion ist in Zürich viel schwieriger als in anderen Regionen.» Ein guter Standort ist im Detailhandel entscheidend für Kundenfrequenzen und Umsätze.

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