Erste Unternehmen setzen auf Kurzarbeit

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Starker FrankenErste Unternehmen setzen auf Kurzarbeit

Der starke Franken beschäftigt Schweizer Firmen. Beim Arbeitsamt gingen bereits erste Anfragen auf Kurzarbeit ein. Doch es gibt auch andere Strategien.

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Statt einer Lohnkürzung überlegt sich Peter Spuhler eine Anhebung der Wochenarbeitszeit.

Statt einer Lohnkürzung überlegt sich Peter Spuhler eine Anhebung der Wochenarbeitszeit.

Der Entscheid der SNB, den Euro-Franken-Mindestkurs aufzuheben, hat für viele Firmen starke Konsequenzen. Wie die Sonntagszeitung schreibt, haben bereits mehrere Unternehmen beim Arbeitsamt zum Thema Kurzarbeit Anfragen gestellt. So gingen in Schaffhausen und Bern jeweils fünf Voranmeldungen ein.

Und auch beim Personal setzten Unternehmen den Rotstift an. «Die meisten Unternehmen haben in den letzten Tagen über einen Einstellungsstopp nachgedacht. Und viele haben ihn bereits verhängt», sagt Swissmem-Präsident Hans Hess im Bericht.

Stadler will Lohn nicht antasten

Doch nicht alle Firmen planen die Arbeit zu verkürzen. Der Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail prüft sogar eine Anhebung der Wochenarbeitszeit um zwei Stunden. Von einer Lohnkürzung hält Stadler-Rail-Chef Peter Spuhler dagegen nichts.

«Die Löhne soll man jetzt nicht antasten. Das schlägt auf die Stimmung im Betrieb», sagte Spuhler in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Auch volkswirtschaftlich gesehen sei es ein Fehler, jetzt die Kaufkraft zu reduzieren.

Eine intelligentere Lösung ist seiner Ansicht nach, die Wochenarbeitszeit anzuheben. Die Angestellten würden diesen Schritt auch mittragen, «wenn es eine temporäre Massnahme bleibt», sagte Spuhler.

Hochqualifizierte Mitarbeiter können gehalten werden

Zusätzliche Bundesgelder für Kurzarbeit würden zwar nicht unmittelbar helfen. In den letzten Krisen sei es aber «sehr sinnvoll» gewesen, weil etwa hochqualifizierte Mitarbeiter gehalten werden könnten und somit Know-how im Betrieb bleibe.

Weiter würde er es begrüssen, «wenn der Staat für tiefere Kosten sorgen würde», sagte Spuhler. Tiefere Steuern und Abgaben sowie die Vereinfachung von Verwaltungsprozessen würden die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.

UBS-CEO will keine Subventionen für Wirtschaft

Ins gleich Horn stösst auch der CEO der Grossbank UBS. In einem Interview mit der «Schweiz am Sonntag» sagte Sergio Ermotti zum Thema Wettbewerbsfähigkeit: «Wir können zum Beispiel bei Steuern und der Infrastruktur ansetzen.»

Er gehe davon aus, dass Massnahmen eingeleitet würden, noch bevor die Konsequenzen des SNB-Entscheids spürbar seien. Letzteres dürfte frühstens gegen Ende Jahr der Fall sein. Zudem forderte er wie auch Spuhler Klarheit in der Beziehung zu Europa, insbesondere was die Zuwanderung von Fachkräften betreffe. Subventionen erteilte der Ermotti derweil eine Absage.

Und Swatch-CEO Nick Hayek gibt zu, dass er sich nach dem Kurssturz der Aktie seines Unternehmens überlegt habe, die Swatch-Group von der Börse zu nehmen. (dia/sda)

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