SchadstoffeViele Superfoods sind alles andere als super
Chiasamen, Gojibeeren und Co. werden als Superfood angepriesen. Doch im Test fallen zwei Drittel der Produkte durch. Bei zweien wird sogar der Verkauf gestoppt.
Die sogenannten Superfoods versprechen viel: So sollen Chiasamen gegen Blutzuckerstress wirken und das Schlaganfall- und Herzinfarkt-Risiko senken. Gojibeeren hingegen gelten als Anti-Aging-Mittel und Hanfsamen sollen Müdigkeit und Erschöpfung vertreiben.
Wissenschaftlich bewiesen ist allerdings nichts davon. Schlimmer noch: Laut einer Untersuchung des Magazins «Öko-Test» sind viele der hochgelobten Lebensmittel mit Schadstoffen belastet.
Schlechte Testergebnisse
Das deutsche Konsumentenmagazin unterzog insgesamt 22 Superfoods – von Chiasamen und getrockneten Gojibeeren bis hin zu Gerstengras- und Acai-Pulver war alles dabei – einer genaueren Prüfung.
Das Ergebnis lässt Fans gesunder Ernährung den Appetit vergehen: Zwei Drittel der getesteten Waren fielen mit «mangelhaft» oder sogar «ungenügend» durch, weil die Tester darin Blei, Cadmium, Pestizide und/oder Mineralöl beziehungsweise aromatische Kohlenwasserstoffe (MOAH) aus Mineralöl fanden. Letztere stehen im Verdacht, Krebs erregend zu sein. In zwei Hanfprodukten wurden zudem Schimmelpilze nachgewiesen, was auf mangelnde Hygiene in der Produktion hindeutet.
Nur je ein Produkt erzielte eine «gute» (Premium-Bio-Kokosöl von Dr. Goerg) beziehungsweise «sehr gute» Note (Original Gojibeeren von Morgenland).
Auch Produkt in der Schweiz betroffen
Auch ein in der Schweiz erhältliches Produkt bekam keine genügende Note: die Chia-Samen von Alnatura, die in der Migros erhältlich sind. Hier beanstandeten die Öko-Test-Experten erhöhte Pestizidwerte. Das Unternehmen hat bereits reagiert, wie Alnatura-Sprecherin Stefanie Neumann mitteilt: «Nachdem wir vor einigen Wochen die Laborbefunde erhalten hatten, haben wir die aktuell im Handel befindliche Ware sofort zusätzlich zu den regulären Überprüfungen untersucht.»
Das Ergebnis: «Der identifizierte Pestizidwert liegt zwar unter den gesetzlichen Höchstgrenzen, dennoch entspricht der Wert nicht unseren eigenen strengen Anforderungen», so Neumann. Deshalb habe man die entsprechende Charge umgehend aus dem Verkauf genommen. Sie sei schon seit einigen Wochen nicht mehr im Handel erhältlich.
Wer sichergehen möchte, dass sein bereits gekauftes Produkt unbedenklich ist, sollte laut Neumann das Mindesthaltbarkeitsdatum beachten: Bemängelt worden sei einzig die Charge mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 9. November 2016.
Die detaillierten Öko-Test-Ergebnisse können auf der Website des Magazins eingesehen werden.