Prämie: Wer widerlegt die Klimaforscher?
Nach dem alarmierenden UNO-Klimabericht schrillen bei allen die Alarmglocken. Auch bei den Erdölproduzenten: sie fürchten schwindende Gewinne. Deshalb gibt es 10 000 Dollar Belohnung für denjenigen, der die Klimastudie widerlegt.
Mit Blick auf den neuen Weltklimabericht hat UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon einen raschen und entschiedeneren globalen Einsatz gegen den Klimawandel gefordert. Die US-Regierung sprach sich aber gegen «einseitige Massnahmen» aus.
USA produzieren Viertel des CO2-Ausstosses
Der US-Anteil am Ausstoss von Treibhausgasen sei nur «gering, wenn man sich den Rest der Welt ansieht», sagte US-Energieminister Sam Bodman. «Nötig ist eine weltweite Diskussion.» Auf das Konto der USA gehen allerdings ein Viertel der weltweiten Kohlendioxid- Emissionen und ein Viertel des Rohölverbrauchs. Bodman bekräftigte, dass die USA verbindliche Grenzwerte für den Ausstoss des Treibhausgases Kohlendioxid ablehnen.
Bush, der sich lange sehr skeptisch über die Warnungen von Wissenschaftlern äusserte und die Unterzeichnung des Kyoto- Klimaschutzprotokolles verweigert, hatte kürzlich erstmals in überraschender Deutlichkeit den Klimawandel als «ernste Entwicklung» bezeichnet. Die USA würden nun Pläne zur Verringerung des Kohlendioxid-Ausstosses vorantreiben.
10 000 Dollar für Widerlegung der Klimastudie
Auch die US-Ölindustrie wehrt sich mit Händen und Füssen gegen die Klimastudie. Das Unternehmen Exxon, das letztes Jahr 40 Milliarden Dollar verdiente - der grösste Unternehmensgewinn aller Zeiten - sponsert ein Forschungsinstitut, das sich gegen den Klimabericht stellt.
Das Institut will Wissenschaflern 10 000 Dollar bezahlen, die Beweise gegen die im Bericht formulierten Thesen erbringen können. Dies, weil die gestern von den führenden Klimawissenschaftlern präsentierten Erkenntnisse nur «spärlich belegte Schlussfolgerungen» seien.
Der britische «Guardian» berichtete gestern, dass das American Enterprise Institute (AEI) kürzlich Briefe und E-Mails mit dem Angebot an Wissenschaftler in den USA, England und anderen Ländern verschickt hatte. Auch Reisekosten und andere Spesen würden im Falle eines Forschungsauftrags erststattet, hiess es in dem Zeitungsbericht. (sda)