GeschmacklosBetrügerei mit Schweizer Air-France-Opfer
Die Schweizerin Veronica Ivanovitch starb beim Air-France-Crash. Nun versucht ein Betrüger aus ihrem Tod Profit zu schlagen.
«Veronica Ivanovitch hinterlässt Ihnen ein Konto mit einem Betrag von 8,3 Millionen US-Dollar», heisst es im E-Mail, das am 5. Juni auf Fraudwatchers.org, einem Portal gegen Internetbetrug, publiziert wurde. Absender des dubiosen E-Mails ist ein gewisser Alban Bagbin, Anwalt bei einer Vermögensverwaltungsfirma in Ghana. Er beschreibt detailliert, wie Veronica Ivanovitch starb – beim Absturz der Air-France-Maschine am 1. Juni.
Dies stimmt tatsächlich, die Ehefrau von Sunrise-Gründer Hans Ivanovitch war eines der Schweizer Opfer. Der Rest des E-Mails aber ist pure Abzocke: Beim Schreiben handelt es sich um einen typischen Vorschussbetrug, Scam genannt. Mit dieser Methode nehmen Betrüger wie etwa die sogenannte Nigeria-Connection seit rund 10 Jahren gutgläubige Menschen aus: Sie versprechen dem Empfänger des E-Mails ein Erbe in Millionenhöhe. Geht der Angeschriebene auf das Angebot ein, sprechen die Betrüger von unerwarteten Kosten – etwa Ausgaben für den Notar, die zu übernehmen seien. Selbstverständlich sehen die Opfer nie auch nur einen Rappen des in Aussicht gestellten Millionenbetrages.
Dass jetzt der Tod seiner Frau für eine solche Abzocke missbraucht wird, schockiert Hans Ivanovitch: «Es ist bedauernswert, aber was kann man dagegen machen? Ich glaube nicht, dass diese Mails aus dem Verkehr gezogen werden können», sagte er zu «Le Matin Dimanche».
dra