Soziale NetzwerkeBund attestiert: Facebook nicht unsicher
Bundesbeamte dürften auch weiterhin Facebook besuchen. Die Experten des Bundes sehen keine Sicherheitsgründe, die gegen die Benutzung des sozialen Netzwerks sprechen. Zu einer Sperrung könnte es trotzdem kommen.
Gute Nachrichten für Facebook-User, die bei der Bundesverwaltung arbeiten: Sie können weiterhin an ihrem Arbeitsplatz das beliebte soziale Netzwerk nutzen. Das hat der Ausschuss für Informatiksicherheit am Mittwoch beschlossen. «Es gibt heute keine technischen Sicherheitsgründe, die eine Sperrung von Facebook nötig machen», sagt Claudio Frigerio, Sprecher des Bundesamts für Informatik und Telekommunikation (BIT), gegenüber 20 Minuten Online.
Nicht nur technische, sondern auch soziale Sicherheit
Damit hat sich der Bund anders entschieden als einige private Unternehmen, die ihren Mitarbeitern den Facebook-Zugang gesperrt hatten (20 Minuten Online berichtete). Die Post beispielsweise hatte Sicherheitsbedenken angeführt. Der Entscheid des Bundes ändert an dieser Haltung nichts. «Wir haben uns nicht nur aus technischen, sondern auch aus sozialen Sicherheitsgründen für eine Sperrung entschieden», sagt Postfinance-Sprecher Marc Andrey. Die Post befürchtet, dass ihre Mitarbeiter zuviel persönliche Detail von sich preisgeben.
Dennoch könnte ein Facebook-Verbot auch beim Bund ein Thema werden. Denn nicht nur technische Faktoren sind entscheiden. «Wenn der Facebook-Gebrauch einen übermässigen Datenverkehr verursacht, kann eine Sperrung der Seite nötig werden», sagt Frigerio. Denn das BIT müsse schauen, dass die Daten fliessen — für den dienstlichen Gebrauch wie die elektronische Zollerklärung, die Arbeitsvermittlung oder die LSVA-Abrechnung. Derzeit ist der Zugang der Bundesangestellten zum sozialen Netzwerk noch nicht gefährdet. Facebook werde nicht übermässig genutzt, sagt Frigerio. «Aber die Nutzung hat in den letzten Monaten zugenommen.»