Besuch des Dalai Lama«Das ist für mich wirklich kein Problem»
Der Dalai Lama stört sich nicht daran, dass er bei seinem Besuch in der Schweiz diese Woche nicht vom Bundesrat empfangen wird. Seine Reise sei religiöser Art – und nicht politisch motiviert.
Dass er vom Bundesrat nicht empfangen werde, sei für ihn «wirklich kein Problem», sagte das geistliche Oberhaupt der tibetischen Buddhisten in einem Interview des Zürcher «Tages-Anzeigers». Es handle sich um einen Entscheid der Schweizer Regierung. Dies sei in Ordnung. Seine Reise in die Schweiz sei nicht politisch, sondern religiös motiviert, sagte der Friedensnobelpreisträger und fügte hinzu: «Ich komme, um zu lehren und will niemandem Unannehmlichkeiten bereiten, keiner Privatperson, keinem Politiker, keiner Regierung.» Wenn er ein konkretes Anliegen mit der Regierung zu besprechen hätte, wäre dies anders. Aber da gebe es im Moment nichts.
Religiöse Veranstaltungen geplant
Das geistliche Oberhaupt der tibetanischen Buddhisten traf am Montag kurz vor 17.00 Uhr beim Hotel Beau-Rivage in Lausanne ein. Er wurde von rund 200 Menschen empfangen, darunter zahlreiche Tibeter und auch Mönche. Der Dalai Lama wird am Dienstag und Mittwoch religiöse Grossveranstaltungen in Lausanne abhalten. Am Donnerstag ist ein Treffen mit Nationalratspräsidentin Chiara Simoneschi-Cortesi geplant. In Genf will der Dalai Lama gleichentags mit Vertretern der chinesischen Zivilgesellschaft zusammenkommen. «Weil es derzeit keine Gespräche mit der chinesischen Regierung mehr gibt, versuchen wir, die Kontakte zu Vertretern des chinesischen Volkes zu vertiefen», sagte der Dalai Lama dazu.
(dapd)
China blockt
Die Gesellschaft für bedrohte Völker kritisierte in einer Mitteilung, dass die chinesische Regierung einen glaubwürdigen Dialog mit dem Dalai Lama verhindere. Ein Jahr nach den Olympischen Spielen in Peking sei die Bilanz für Tibet düster. Die Mensachenrechtslage habe sich weiter verschlechtert, und es gebe weiterhin willkürliche Verhaftungen und politisch motivierte Prozesse gegen Tibeter. (AP)