LUSTENAUOstschweizer schmuggeln illegale Schweizer-Kracher
Ostschweizer pilgern dieser Tage nach Vorarlberg, wo sie sich mit Knallkörpern eindecken, die in der Schweiz verboten sind. Die Polizei ist dagegen machtlos.
Die Parkplätze vor dem Geschäft Ludovikus im österreichischen Lustenau sind vor Silvester stets besetzt. Der Familienbetrieb führt nämlich seit sechzig Jahren ein grosses Sortiment an Feuerwerk. Auffällig ist der grosse Andrang aus der Ostschweiz: «Rund ein Drittel unserer Kundschaft kommt aus der Schweiz», sagt Geschäftsführer Günter Hagen.
Gründe dafür seien nicht zuletzt die begehrten Schweizer-Kracher, die er verkauft. «Diese sind in der Schweiz verboten und somit nirgends erhältlich», so Hagen. Rund die Hälfte dieser Knallkörper verkauft er gemäss eigenen Angaben an Schweizer, welche sie nachher über die Grenze schmuggeln. Die Kunden werden von den Verkäufern auf das Verbot in der Schweiz hingewiesen. «Ob sie die Kracher dann doch mit rübernehmen, liegt nicht in unserer Verantwortung», so Hagen.
Christian Schlegel, Postenchef beim Grenzübergang Unterrheintal, kennt das Problem: «In den letzten zwei Wochen konnten wir Schweizer-Kracher im Kilo-Bereich beschlagnahmen.» Gegen die Schmuggler wird Anzeige erstattet. Verschärfte Kontrollen werden laut Schlegel aber nicht durchgeführt.