Lehrer sollen Schülern Hardcore-Pornos zeigen

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DänemarkLehrer sollen Schülern Hardcore-Pornos zeigen

Ein dänischer Professor für Sexualkunde will den Lehrplan in den Schulen um das Fach Pornografie ergänzen. Die Teenager freuts.

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In Dänemark hat Anfang März 2015 ein Professor für Sexualkunde an der Universität Aalborg vorgeschlagen, dass Jugendlichen an öffentlichen Schulen Pornofilme gezeigt werden. Auch in Schweden und in Grossbritannien werden ähnliche Projekte debattiert.
In den meisten europäischen Ländern - etwa in Frankreich, Deutschland oder Finland -  gehört Sexualkunde seit den 70er-Jahren zum Schulunterricht.
In Thailand hingegen wäre der Fach Sexualkunde auch heute noch undenkbar. Das Land kriegt seit Jahren die steigende Zahl von Teenager-Schwangerschaften nicht in den Griff.
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In Dänemark hat Anfang März 2015 ein Professor für Sexualkunde an der Universität Aalborg vorgeschlagen, dass Jugendlichen an öffentlichen Schulen Pornofilme gezeigt werden. Auch in Schweden und in Grossbritannien werden ähnliche Projekte debattiert.

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Auf dem Lehrplan dänischer Schüler könnte schon bald ein neues Schulfach auftauchen: Pornografie. Laut der Zeitung «The Local» setzt sich ein Professor für Sexualkunde an der Universität Aalborg dafür ein, dass an öffentlichen Schulen Pornofilme gezeigt werden. Und nicht irgendwelche: Christian Graugaard schlägt sogar Hardcore-Pornos vor.

Das Argument des Professors: Teenager sollen lernen, was «normalen» Sex von jenem in Pornofilmen unterscheidet. Die Schüler müssten verstehen, dass ihr eigenes Sexleben nicht mit dem übereinstimmt, was sie online sehen, so Graugaard. Dazu sollten die Schulen einen Beitrag leisten.

Lieber Pornos als Gurken mit Kondomen

Laut einer Statistik aus dem Jahr 2006 haben 99 Prozent der Jungen und 86 Prozent der Mädchen in Dänemark schon mindestens einen Pornofilm gesehen. «Würden sie versuchen, das nachzustellen, was sie in Hardcore-Pornofilmen sehen, wäre das ein Rezept für einen gebrochenen Nacken und eine herbe Enttäuschung», findet der Professor.

«Anstelle des langweiligen und technischen Sexualkunde-Unterrichts, in dem Kondome über Gurken gestreift werden, würde ich die jungen Menschen lieber zu kritischen Konsumenten erziehen, die Pornos aus einer gewissen Distanz und Reflexion betrachten», erklärt Graugaard.

Schüler sind erfreut

Bei den Schülern erntet der Vorschlag durchaus positive Reaktionen. So meint etwa der Neuntklässler Anders Kaagaard: «Ich denke, das könnte etwas bringen – den Unterschied zwischen echter Liebe zwischen zwei Menschen, die Sex haben, und harten Pornos und Orgien aus den USA aufzuzeigen.»

Während in Dänemark — und ebenso in Schweden oder Grossbritannien — bald Pornos über die Bildschirme in den Schulzimmern flimmern könnten, debattieren die Schweizer Politiker darüber, ob Sexualerziehung in den Unterricht gehört oder ob dies eher Sache der Eltern ist. Erst am Mittwoch hat sich der Nationalrat gegen die Volksinitiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» ausgesprochen.

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