TadschikistanProzess wegen Angriffs auf Velo-Touristen beginnt
Nach dem tödlichen Angriff auf vier ausländische Velotouristen in Tadschikistan hat am Dienstag der Prozess gegen den Hauptverdächtigen begonnen.
Der 33-jährige Hussein Abdusamadow muss sich wegen Mordes an den vier Touristen aus der Schweiz, den Niederlanden und den USA verantworten. Sie alle wurden in Tadschikistan Opfer eines tödlichen Angriffs.
Das teilte der Oberste Gerichtshof der früheren Sowjetrepublik in der Hauptstadt Duschanbe mit. Abdusamadow, der sich zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekennt, hat die Tat gestanden.
Opfer mit Messern und Schusswaffen angegriffen
Zusammen mit mehreren Komplizen hatte Abdusamadow Ende Juli eine Gruppe Velofahrer im Bezirk Danghara rund hundert Kilometer südöstlich von Duschanbe zunächst mit dem Auto angefahren. Anschliessend attackierten die Angreifer die Touristen mit Messern und Schusswaffen. Zwei US-Touristen, ein Niederländer und ein Schweizer wurden dabei getötet. Ein weiterer Schweizer wurde verletzt.
Die IS-Terrormiliz veröffentlichte anschliessend ein Video, in dem die Täter den sunnitischen Fanatikern die Treue schwören. Vier Verdächtige wurden nach der Tat bei einer Verfolgungsjagd von der Polizei erschossen.
Prozess findet in einem Hochsicherheitsgefängnis statt
Die tadschikische Regierung machte trotz des Bekennervideos jedoch nicht den IS, sondern die islamistische Partei IRPT für den Angriff verantwortlich. Kritiker halten diese Anschuldigung für politisch motiviert. Zahlreiche Anführer der 2015 verbotenen Partei verbüssen derzeit lange Haftstrafen.
Der Prozess gegen Abdusamadow findet hinter verschlossenen Türen in einem Hochsicherheitsgefängnis statt. 16 weitere Angeklagte müssen sich vor Gericht verantworten, weil sie Informationen über den bevorstehenden Angriff nicht an die Polizei weitergegeben hatten.
(sda)