GummischrotFlüchtlings-Demo in Basel eskaliert
Bis zu 300 Menschen demonstrierten in Basel gegen die Festnahme von abgewiesenen Asylbewerbern in der Matthäuskirche.
Im Auftrag des Migrationsamtes hat die Polizei gestern Morgen acht Personen in der Matthäus-Kirche festgenommen.
Die Aktivistengruppe «Wir bleiben» hatte die Kleinbasler Kirche seit dem 7. Februar besetzt und bot dort abgewiesenen Asylbewerbern Schutz. Laut Polizei sollen die Asylbewerber nach Italien ausgewiesen werden. Die Besetzer, christliche Gruppierungen sowie verschiedene Politiker kritisierten das Vorgehen.
Um 17.30 Uhr versammelten sich rund 300 Demonstranten vor der Kirche. Über das Geschehen danach gibt es verschiedene Darstellungen: Während auf Twitter schon Berichte über Gummischrot-Einsätze der Polizei kursierten, schrieb die Basler Juso-Vizepräsidentin Mirjam Kohler: «Es ist immer noch alles friedlich von unserer Seite aus».
Die Polizei sagte gegenüber der SDA, sie sei mit Flaschen und Laserpointern attackiert worden und habe deswegen Tränengas und Gummischrot eingesetzt.
Laut «Tageswoche» hätten Demonstranten die Warnung der Polizei akustisch nicht gehört. Eine ältere Frau, die für die Flüchtlinge demonstrierte, sei vom Gummischrot im Gesicht getroffen worden.
Verletzte wurden zunächst nicht registriert. Hingegen wurden vereinzelt Personenkontrollen vorgenommen. Tram- und Busverkehr in der Innenstadt waren zu wiederholten Malen unterbrochen.
(aj/gbr/sda)