Pegida-DemoLe Pen freut sich über Einladung nach Basel
Die Veranstalter der Schweizer Pegida-Demo haben viel rechte Prominenz eingeladen. Auch Front-National-Gründer Jean-Marie Le Pen steht auf der Gästeliste.

Machte Frankreichs Rechte erfolgreich: Jean-Marie Le Pen. (Foto vom 5. September 2015)
Keystone/Claude Paris/APNach den Silvester-Übergriffen von Köln fühlen sich Schweizer Fremdenfeinde im Aufwind. Am 3. Februar wollen sie sich zur ersten Pegida-Demonstration in der Schweiz treffen und gegen die «Islamisierung des Abendlandes» protestieren. Bisher gingen die Behörden von einer überschaubaren Kundgebung auf dem Basler Marktplatz aus – sie bewilligten den Anlass ohne grössere Bedenken. Doch jetzt droht der lokale Anlass laut der SonntagsZeitung zu einem internationalen Aufmarsch von prominenten Rechtsextremen zu werden.
Im Hintergrund knüpfen die Veranstalter Kontakte zu Islamhassern aus ganz Europa. Auf der provisorischen Rednerliste stehen unterdessen Ausländerfeinde aus mehreren Ländern. Bereits gesichert ist der Auftritt des ehemaligen NPD-Vize Karl Richter. Der Münchner gehört zu den wichtigsten Exponenten der rechtsextremen deutschen Partei.
«Spontan entscheiden»
Neben dem NPD-Mann hat der Demo-Anmelder Eric Weber, Basler Grossrat und Polit-Clown, auch den Front-National-Gründer Jean-Marie Le Pen eingeladen. Was wie ein grössenwahnsinniges Unterfangen eines Querulanten tönt, ist offenbar gar nicht so unrealistisch. Gegenüber der SonntagsZeitung zeigt sich der 86-jährige Rechtsextremist aus Frankreich erfreut über die Einladung: «Sofern es mein gesundheitlicher Zustand erlaubt, kann ich mir einen Auftritt gut vorstellen.» Er werde «spontan entscheiden».
Laut Weber nehmen an der Kundgebung zudem Frauke Petry, Chefin der Partei «Alternative für Deutschland» (AfD) und Mario Borghezio, italienischer Europa-Abgeordneter der Lega Nord teil. Beide waren für eine Stellungsnahme nicht erreichbar.