Studenten als HelferCoaches für benachteiligte Kids gesucht
Studenten helfen sozial benachteiligten Jugendlichen: Das Berner Pilotprojekt Rock Your Life! ist so erfolgreich, dass es auch in anderen Städten eingeführt wird.

Anna Leuenberger (links) und ihre Kollegen von Rock Your Life! Bern.
Im Sommer 2012 wurde Anna Leuenberger in Deutschland auf Rock Your Life! aufmerksam. Sie holte vier Kolleginnen mit an Bord und startete in Bern ein Pilotprojekt. Das Ziel: Studenten werden zu Mentoren ausgebildet und helfen ehrenamtlich sozial benachteiligten Jugendlichen aus Quartieren mit einer hohen sozialen Belastung in der 8. und 9. Klasse sowohl beim Berufswahlprozess als auch bei schulischen und persönlichen Belangen. «Wir richten uns vor allem an Schüler, die gewillt sind, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen», so Initiantin Anna Leuenberger (31). Gestartet wurde im Herbst 2013 an drei Schulen in Ostermundigen und Bethlehem. Inzwischen ist Rock Your Life! gewachsen. 40 Schüler werden ab November in der Region Bern von Mentoren betreut.
25 Mentoren werden gesucht
Weil das Interesse so gross ist, halten Leuenberger und ihre Kolleginnen nun Ausschau nach weiteren Teammitgliedern für den Standortverein in Bern sowie neuen Mentoren für die Kids. «Wir suchen 25 Studenten, die in ihrer Freizeit gerne einen Jugendlichen begleiten würden.» Erfahrungen in der Betreuung von Kids müssen die Interessierten nicht mitbringen. Wichtig sei nur die Freude an der Zusammenarbeit mit den Teenies und dass sich die potenziellen Mentoren Zeit für die Probleme der Kids nehmen. «Sie sollten mindestens alle zwei Wochen ein paar Stunden zusammen verbringen. Ziel ist es, dass die Mentoren eine Art grosser Bruder oder grosse Schwester für die Jugendlichen werden», so Leuenberger.
«Ich bin sehr stolz»
Eine der Mentorinnen ist Helena Baumann. «Ich betreue seit einem Jahr ein Mädchen. Sie ist Realschülerin und möchte gerne Tiermedizinische Praxisassistentin werden», erzählt die Psychologie-Studentin. Nach dem Kennenlernen hat Baumann das Mädchen alle zwei Wochen getroffen, sie zum Berufsberater begleitet und ihr auch geholfen, eine gute Bewerbung zu schreiben. Mit Erfolg: «Sie hatte ihr erstes Bewerbungsgespräch und wurde nun zum Schnuppern eingeladen. Ich bin sehr stolz.»
Obwohl die Mentoren kein Geld verdienen, sei die Aufgabe trotzdem eine Win-Win-Situation, sagt Leuenberger. «Die Studenten erhalten eine kostenlose Mentorenausbildung. Ausserdem macht sich ein solches Engagement auch gut im Lebenslauf.» Dies sieht auch Helena Baumann so: «Ich kann mir vorstellen, Mentoring beruflich zu machen. Durch den Kurs habe ich etwas, das ich meiner Bewerbung beilegen kann.» Interessierte können sich noch bis am 26. Oktober bewerben.
Auch in anderen Schweizer Städten
Doch nicht nur in der Bundesstadt ist das Projekt gefragt. Aufgrund des grossen Erfolges wollen Leuenberger und ihre Kolleginnen ihr Angebot auf andere Schweizer Städte ausdehnen. Als nächstes soll Rock Your Life! Zürich erobern. Auch hier werden noch Mentoren gesucht. Im Aufbau befindet sich das Projekt derzeit auch in St. Gallen. Weitere Städte wie Luzern, Freiburg und Basel sollen später folgen.