Wegen KrawallenIst der Marsch fürs Läbe nun am Ende?
Die Zukunft des Marsches fürs Läbe ist ungewiss: Die Organisatoren wollen den Anlass vielleicht nicht mehr durchführen. Schuld sind die ständigen Krawalle.
Der siebte Marsch fürs Läbe ging am 17. September nur dank eines massiven Polizeiaufgebots friedlich über die Bühne. Das stimmt die Organisatoren nachdenklich. Die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) schreibt heute in einer Mitteilung, dass sich bezüglich der Form der zukünftigen Durchführung Fragen stellen würden. Ob und wo 2017 wieder ein Marsch fürs Läbe stattfinden wird, haben die Organisatoren noch nicht definitiv entschieden.
Für die SEA ist der Anlass zwar «durchaus gelungen»: Die Stimme auf dem Bundesplatz sei gehört worden. Generalsekretär Marc Jost zieht jedoch ein gemischtes Fazit: «Ich bin dankbar, dass es nicht zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen ist. Die Störaktionen durch die illegale Gegendemo stimmen aber nachdenklich. Wer sich heute für Menschenwürde und Lebensrecht für alle einsetzt, soll offenbar von gewissen Mitbürgern mundtot gemacht werden.»
Polizei verhinderte Eskalation
Wie bereits bei früheren Durchführungen in Zürich war auch der diesjährige Marsch fürs Läbe, der zum ersten Mal in Bern stattfand, nur unter starkem Polizeischutz möglich. «Wir haben einen Riesenaufwand, weil eine wachsende linksradikale Szene anderen ihre Meinungsfreiheit nicht zugesteht» bemängelte Beatrice Gall, Medienverantwortliche von Marsch fürs Läbe Schweiz.
In der Nacht auf heute haben Unbekannte das Büro des Berner ICF mit pinker Farbe verschmiert.
Der Anlass beschränkte sich auf den Bundesplatz, da nach vorgängigen Abklärungen mit der Polizei klargeworden war, dass bei einem Marsch durch die Stadt die Sicherheit der Teilnehmer nicht gewährleistet werden konnte. Während der Kundgebung am Samstagnachmittag sorgten dann Polizeikräfte dafür, dass es nicht zu Ausschreitungen der Gegendemonstranten kam.
Farbanschläge im Vorfeld
Diverse Farbanschläge in den Tagen vor der Kundgebung hatten ebenfalls für Aufsehen gesorgt. Beispielsweise wurden in Bern das Sekretariat der EVP und das Büro des ICF mit Farbe beworfen und mit Sprüchen besprayt. Auch die Garage des SEA-Präsidenten Wilf Gasser fiel einem Farbanschlag zum Opfer. «Unser Engagement für das Leben hat offensichtlich einen Preis», kommentierte Gasser den Anschlag auf Facebook.