Italo-WitzeStrafanzeige gegen Tschäppät
Ein Jurist hat Anzeige gegen Alexander Tschäppät erstattet. Experten rechnen nicht mit einer Verurteilung.
Wo kein Kläger, da kein Richter: Bisher sorgten die Italiener-Witze von Stapi Alexander Tschäppät nur für erhitzte Gemüter bei Politikern und Italienern. Nun hat der Basler Jurist Carlo Di Bisceglia die Justiz auf den Plan gerufen und gestern Anzeige gegen den SP-Politiker wegen Herabsetzung und Diskriminierung der Menschenwürde erstattet, wie die «Nordwestschweiz» berichtete. «Die Witze sind äusserst beleidigend und ein Beweis der Ignoranz gegenüber den Gefühlen eines Teils unserer Nation», so Di Bisceglia gegenüber 20 Minuten. Tschäppät hatte bei seinem Comedy-Auftritt Anfang Dezember in «Das Zelt» Witze auf Kosten der Südländer gemacht: «Wissen Sie, warum die Italiener so klein sind? Weil ihnen ihre Mütter stets sagen: Wenn du mal gross bist, musst du arbeiten gehen.»
Wenig Chancen
Der Berner Rassismusexperte und Anwalt Daniel Kettiger erachtet die Chancen einer Verurteilung als gering. «Grundsätzlich sind solche Aussagen zwar geeignet, um die Menschenwürde herabzusetzen. Wichtig ist jedoch der Kontext: Alexander Tschäppät trat als Komiker auf.»
Tschäppät selbst reagierte bis Redaktionsschluss am Montagabend nicht auf die neusten Ereignisse – nach Weihnachten liess er über die Medienstelle der Stadt Bern ausrichten: «Ich habe nicht die Absicht, einzelne Witze meines Comedy-Auftrittes zu kommentieren. Sollte ich die Gefühle einzelner Personen verletzt haben, dann bedaure ich das.»